Lyrik | Max Dauthendey | Sommerelegie

Max Dauthendey | Sommerelegie Jeder kommt einmal zu der Erde Rand, Wo das Land aufhört, Wirklichkeit und Zahl, Zur Versenkung, drinnen Jahr um Jahr verschwand; Wo kein Wegmal und auch keine Wahl Zwischen Nacht und Sonnenstrahl, Zwischen Berg und Tal. Sieh, das Sommergrün steht schon grob und groß, Manche Ranke, derb und kühn, in den Himmel […]

Max Dauthendey ¦ Die Kurzsichtige und der Komet ¦ Tatort Berlin

Max Dauthendey ¦ Die Kurzsichtige und der Komet Aus: Geschichten aus den vier Winden – 1915 Es war in einem Winter, als die Astronomen von Europa einen bisher unbekannt gewesenen kleinen Kometen entdeckt hatten, der kurz nach Sonnenuntergang am Abendhimmel mit bloßen Augen zu sehen sein sollte, später in der Nacht aber hinterm Horizont verschwand. […]

Reisen | Max Dauthendey ¦ Himalajafinsternis

Max Dauthendey ¦ Himalajafinsternis Aus: Geschichten aus den vier Winden – 1915 Das ist der Fluch und zugleich die Wollust des Reisens, daß es dir Orte, die dir vorher in der Unendlichkeit und in der Unerreichbarkeit lagen, endlich und erreichbar macht. Diese Endlichkeit und Erreichbarkeit zieht dir aber geistige Grenzen, die du nie mehr los […]

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde • Kairos Fischmarkt

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde  Kairos Fischmarkt In Kairo waren viel Wunderdinge, die mich erfüllt, und auf die Frauen, Die schwarz verhüllt, wie verschleierte dunkle Gefahren, musste ich immer neu und voll Scheu hinschauen. Es war Sommernacht dort im Januar, und über der Straßen Schar Hing der türkische Halbmond, wie eine goldene Schaukel, Und Wetterleuchten […]

Max Dauthendey • Die geflügelte Erde

Max Dauthendey • Die geflügelte Erde Schwarz steigen Gesichter vom Land und zeigen sich über dem Schiffsrand, Und es reckt sich manch schwarzer Arm herauf, und ein Schwarm schwarzer Hände Fängt die fliegenden Koffer auf. Und sie lachten und singsangen unten in Kähnen um die Schiffswände. Mitten hin vor den breitblauenden Himmel, vor den breitblendenden Strand, […]