Giambattista Basile: Das Pentameron – Der Kaufmann

Der Kaufmann

Basile, Giambattista. Stories from the Pentamerone. E. F. Strange, editor. Warwick Goble, illustrator. London: Macmillan & Co., 1911.
Basile, Giambattista. Stories from the Pentamerone. E. F. Strange, editor. Warwick Goble, illustrator. London: Macmillan & Co., 1911.

Man konnte sich unmöglich vorstellen, wie sehr einem jeden das endliche Glück Lukretias zu Herzen ging, und obwohl sie die günstigen Fügungen des Himmels hinsichtlich derselben höchlich priesen, so tadelten sie doch ebensosehr die geringe Strafe ihrer Stiefschwestern, da ihnen für den Hochmut keine Züchtigung zu stark und für den Neid keine Heimsuchung zu schwer schien.
Während nun hierüber vielerlei geflüstert wurde, legte der Prinz Thaddäus sich den Zeigefinger der rechten Hand auf den Mund und deutete ihnen so an, daß sie schweigen sollten, worauf sie alle auf einmal verstummten, als wenn sie den Wolf gesehen hätten, oder wie ein Schulknabe, der mitten im besten Plaudern unvermutet den Lehrer neben sich erblickt. Der Prinz winkte alsdann der Ciulla, daß sie anfangen sollte, und diese begann wie folgt:
Die Leiden des Menschen sind meistenteils nur Spaten und Schaufeln, welche ihm zu einem unerwarteten Glück den Weg bahnen, und mancher Mensch verwünscht den Regen, der ihm den Kopf naß macht, und weiß nicht, daß er ihm Überfluß bringt, mit dem er den Hunger verbannen kann, wie sich dies auch an einem Jüngling zeigte, dessen Geschichte ich euch jetzt erzählen will. (mehr …)

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