Lyrik | Kurt Tucholsky | Gefühle

Gefühle Kennen Sie das Gefühl: ›déjà vu‹ –? Sie gehen zum Beispiel morgens früh, auf der Reise, in einem fremden Ort von der kleinen Hotelterrasse fort, wo die andern alle noch Zeitungen lesen. Sie sind niemals in dem Dorf gewesen. Da gackert ein Huhn, da steht eine Leiter, und Sie fragen – denn Sie wissen […]

Kurt Tucholsky über Der Untertan | Heinrich Mann

Heinrich Mann • Der Untertan Ein Blick ins Buch von Kurt Tucholsky Aber es wäre unnütz, euch zu raten. Die Geschlechter müssen vorübergehen, der Typus, den Ihr darstellt, muß sich abnutzen: dieser widerwärtig interessante Typus des imperialistischen Untertanen, des Chauvinisten ohne Mitverantwortung, des in der Masse verschwindenden Machtanbeters, des Autoritätsgläubigen wider besseres Wissen und politischen […]

Kurt Tucholsky /// Frauen von Freunden

Frauen von Freunden zerstören die Freundschaft. Schüchtern erst besetzen sie einen Teil des Freundes, nisten sich in ihm ein, warten, beobachten, und nehmen scheinbar teil am Freundesbund. Dies Stück des Freundes hat uns nie gehört – wir merken nichts. Aber bald ändert sich das: Sie nehmen einen Hausflügel nach dem andern, dringen tiefer ein, haben […]

Kurt Tucholsky über Hans Paasche

Ein weißer Rabe Im Verlag ‚Neues Vaterland‘ zu Berlin ist ein kleines Heft erschienen, das heißt: ›Das verlorene Afrika‹ und ist von Hans Paasche, Kapitänleutnant a. D. Ein Idealist, ein Wahrheitsfreund, ein weißer Rabe. Paasche ist unten in den deutsch-afrikanischen Kolonien gewesen – und erzählt von der deutschen Kulturarbeit da unten, und davon, was er […]

Der Andere – Kurt Tucholsky

Für wen bin ich eigentlich unglücklich? Für wen verpasse ich alle Gelegenheiten, alle großen Lose, alle günstigen Zuganschlüsse? Wenn es eine Wahrscheinlichkeitsrechnung gibt, dann muß doch auch eine andre Seite dasein; ich werfe die schwarzen Scheiben, gut, aber einer muß doch dann auch die weißen werfen … »Unter 2786 Würfen sind nur 2 …« Ich […]