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Li Tai-pe • Du Fu an Li Tai-pe • Nachgedichtet von Klabund

Li Tai-pe • Du Fu an Li Tai-pe  Nachgedichtet von Klabund Als ich ein Kind war, schien der Mond mir rundes Gold, Das wie ein Spiegel leicht am Rand der Wolken rollt. Drin zogen Geister groß mit Seidenfahnen, Zimtbäume ließen Süßigkeiten ahnen, Der gelbe Hase braute treffliche Getränke, Der Mann im Mond saß bei ihm […]

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Klabund • Der Albino • Feine Textfragmente

Die Tür öffnete sich geheimnisvoll und unhörbar, wie eine Rosenblüte, und der Albino wurde sichtbar. Er wölbte sich bis ans Bett. Sein brauner Anzug schepperte, als wäre er von Blech. Der weiße Bart hing ihm wie eine spitze Zuckertüte am Kinn. Seine roten Augen fielen wie Franzosenkäfer auf die Bettdecke. Aus: Spuk von Klabund // Kapitel […]

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Klabund • Drei Wünsche

Klabund • Drei Wünsche Unser erster Wunsch heißt: einfach sein, Wie die Vogelschwinge blitzt im Blauen Unsren Blicken, unsren Küssen trauen. Unser erster Wunsch heisst einfach sein. Unser zweiter Wunsch heisst: traumlos sein, Wenn die Nebel um die Berge schiessen, Unsre Seele in die Dämmrung giessen: Unser zweiter Wunsch heisst traumlos sein. Unser dritter Wunsch […]

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Klabund • Tango

Klabund Tango Tango tönt durch Nacht und Flieder. Ist’s im Kurhaus die Kapelle? Doch es springt mir in die Glieder, Und ich dreh mich schnell und schnelle. Tango – alle Muskeln spannt er. Urwald und Lianentriebe, Jagd und Kampf – und wie ein Panther Schleich ich durch die Nacht nach Liebe.

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Klabund • Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde

Klabund • Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde Urzeit Diese kleine Literaturgeschichte verfolgt weder philosophische noch philologische Absichten. Sie ist nichts als der Versuch einer kurzen, volkstümlichen, lebendigen Darstellung der deutschen Dichtung. Die Dichtung eines Volkes beruht auf dem Eigentümlichsten, was ein Volk haben kann: seiner Sprache. In diesem Sinne wird und soll sie immer »völkisch« […]

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Improvisation Θ Li Tai-pe nachgedichtet von Klabund

Improvisation Wolke Kleid Und Blume ihr Gesicht. Wohlgerüche wehn, Verliebter Frühling! Wird sie auf dem Berge stehn, Wage ich den Aufstieg nicht. Wenn sie sich dem Monde weiht, Bin ich weit, Verliebter Frühling… Li Tai-pe Nachdichtung von Klabund Geschrieben im März 1915

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Klabund – Gut Holz!

Wer hat dich so hoch da droben – Das Kegelspiel ist schon seit ewigen Zeiten eine kulturelle Macht. Ursprünglich haben die Götter mit dem Mond nach den Sternen geschoben, Und erst später haben sie die Erfindung der Holzkugel gemacht. Nämlich das kam so: Mit dem Holzkopf der Gott – Wie hieß er doch gleich? jedenfalls […]

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Leseszeit

Klabund – Der arme Kaspar

Ich geh – wohin? Ich kam – woher?  Bin außen und inn,  Bin voll und leer.  Geboren – wo?  Erkoren – wann?  Ich schlief im Stroh  Bei Weib und Mann.  Ich liebe dich,  Und liebst du mich?  Ich trübe dich,  Betrübst du mich?  Ich steh und fall,  ‚Ich werde sein.  Ich bin ein All  Und […]