Neuere Griechische Kunst – Théodore Ralli & sein Bild von der Frau

Théodore Jacques Ralli - Der Kuss
Théodore Jacques Ralli – Der Kuss

Théodore Jacques Ralli (griechisch Θεόδωρος Ράλλης; * 16. Februar 1852 in Konstantinopel; † 2. Oktober 1909 in Lausanne; eigentlich Theodoros Jannis Rallis) war ein französischer Maler mit griechischen Wurzeln. Der Malstil seiner Genre- und Landschaftsbilder wird der französisch-akademischen Malschule des späten 19. Jahrhunderts zugeordnet. Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des Orientalismus.

In unserer Galerie zeigen wir wie Ralli Frauen sieht – mehr als ein Spiegel der Zeit: (mehr …)

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Charles Baudelaire – Die Blumen des Bösen

Sappho and Erinna iin einem Garden in der Hafenstadt Mytilene - 1864 - Simeon Solomon 1840-1905
Sappho and Erinna iin einem Garden in der Hafenstadt Mytilene – 1864 – Simeon Solomon 1840-1905

Lesbos
Mutter lateinischer Spiele und griechischer Wonnen,
Lesbos, wo Küsse schmachtend und feurig und zag,
Frisch wie die reifende Frucht und heiss wie die Sonnen
Die Nächte geschmückt und den fröhlich leuchtenden Tag;
Mutter lateinischer Spiele und griechischer Wonnen,
Lesbos, wo Küsse sind wie die stürzenden Fluten,
Die ohne Zagen sich werfen in grundlose Schlucht
Und seufzend verrinnen und schluchzend verbluten,
Stürmische Küsse, geheim und voll brennender Sucht;
Lesbos, wo Küsse sind wie die stürzenden Fluten! (mehr …)

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Der Prozess der Sokrates – Kapitel 1: Der Philosoph – Felix Pirner

Sokrates - ProzessUnter den tausendmal tausend Halmen der Wiese blüht immer wieder eine seltene, einzigartige Blume. So auch ersteht inmitten der Menschen immer wieder ein stiller, nachdenklicher Mann, ein Weiser, ein Philosoph. Er braucht nicht gelehrt zu sein, kein Examen zu bestehen, keinen großen Geldbeutel zu besitzen. Auch ist er an kein Volk, keine Zeit und an keinen Stand gebunden. So war im alten Rom der gewaltige Heerführer und Kaiser Marc Aurel ein begnadeter Philosoph, aber der arme schlesische Schuster Jakob Böhme, der vierzehnhundert Jahre später lebte, war es nicht minder. Wie ein granitenes Mal steht immer wieder ein Weiser auf dem Jahrmarkt des Lebens. So vielgestaltig die Welt des Philosophen sich auch darbietet, so einheitlich blieb sein Gesicht von der fernsten Urzeit bis in unsre Tage: Der Philosoph erfährt Lust und Leid, Sehnsucht, Liebe, Geburt, Tod, Irrtum und Wahrheit in und um sich wie jeder andere. Er weicht dem Leben nicht aus, er geht auch nicht darin unter. In aller wirren Vielfalt sucht er die Einfalt und das Gesetz. Zu lauschen, zu schauen ist ihm gegeben. Wo andere nur obenhin sehen und hören und weiter rennen, verweilt er und forscht hinter den blinkenden Schein und drängt zum Grund aller Wesen. Auch beugt er sich zum Staub und hebt auf, was keinem sonst des Aufhebens wert scheint. Und was er so aufhebt, erlauscht, erschaut, das trägt er zusammen in sein Innerstes. Wie auf Dürers Bild „Hieronymus im Gehäuse” lebt der Philosoph in der Geborgenheit seiner Seele, indes hinter den bunten Butzenscheiben draußen das Leben tobt, indessen Löwe wie Hund, Leidenschaft, Gier und Wildheit eingeschlafen liegen. Er sitzt und knüpft das Getrennte zusammen, ordnet und windet den Kranz um die Stirne der Gottheit. Und diese Stille und Geborgenheit, sein „Gehäuse”, trägt der Philosoph dann überall und immer mit sich. Die um ihn leben, wissen es nicht und spüren doch die Wohltat. Denn es ist gut mit ihm leben, man meint sich irgendwie gehegt und geborgen und trägt leichter, was man zu tragen hat. Nicht verstoßen, verfluchen, verzweifeln ist seine Art, sondern trösten, beistehen, aufrichten, das liegt ihm an. Erfolgreich im kaufmännischen Sinne, also reich an münzbaren Erfolgen wird der Philosoph nicht sein. Dafür beschäftigt ihn zu viel, was nur der Seele dient. Er wird aber auch niemand zur Last fallen, oder, wenn er schon eines andern Brot isst, wird er königlich dafür bezahlen mit einem Geschenk aus seiner Seele. (mehr …)

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Hugo von Hofmannsthal: Augenblicke in Griechenland III – Die Statuen

Dionysos - Theophilos Hatzimihail
Dionysos – Theophilos Hatzimihail

Jener Wanderer war weit weg von mir, als ich am nächsten Abend zur Akropolis hinaufstieg. Auch von den Gestalten des eigenen Lebens hätte keine hier herantreten können. Es war als wäre ein Etwas zwischen mir und ihnen wieder dicht geworden, und die Erinnerung an die Magie, die uns umsponnen hatte, schien befremdlich. Sonderbar war es gewesen, im phokäischen Gebirge dem fieberkranken Manne aus Lauffen an der Salzach zu begegnen. Sonderbar unwirklich dies, wie er so mit Schweigen auf seinen Tod zuging und daß er um alles den Weg, den er gegangen war, nicht noch einmal machen wollte. Wenn man diesem Schweigen nachdachte und dem Blick, mit dem er uns hatte von sich wegscheuchen wollen, – fast war es, als ob wir ihn belästigten, da wir zwischen ihn und seinen Tod traten. (mehr …)

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