Paul Scheerbart – Glasarchitektur – Teil 3

Abschnitte LXI – CXI

Ornamentsaal im Glashaus der Kölner Werkbundausstellung 1914 - Fotograf unbekannt - Quelle: wikipedia.org
Ornamentsaal im Glashaus der Kölner Werkbundausstellung 1914 – Fotograf unbekannt – Quelle: wikipedia.org

LXI

Der Eisenbeton in der höheren Zaunarchitektur
Der Eisenbeton kann ein paar Centimeter breit sein, und er ist sehr bequem als Zaun zu verwerten. Wenn der Eisenbeton künstlerisch mit Email, Glasmosaik oder plastischer Ausmeißelung mit Niello ansehnlich gemacht wird, so können die Zäune, wie schon gesagt, auch leicht zu Wandelgängen umgebildet werden.

In der Zaunarchitektur wird der Eisenbeton ebenfalls eine große Rolle spielen.

LXII

Die Terrassen
Die Terrassenformation ist bei höheren Glasbauten und bei mehreren Etagen zweifellos eine Notwendigkeit, da ja sonst die Glasflächen nicht an die freie Lichtluft gelangen können, wo sie doch hinwollen, da sie ja im Dunkeln ihren Zweck nur des Nachts erfüllen können – und nicht am Tage.

Diese Terrassenformation der Etagen wird natürlich die langweilige Frontarchitektur der Backsteinhäuser rasch verdrängen.

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Paul Scheerbart – Glasarchitektur – Teil 2

Ornamentsaal im Glashaus der Kölner Werkbundausstellung 1914 - Fotograf unbekannt - Quelle: wikipedia.org
Ornamentsaal im Glashaus der Kölner Werkbundausstellung 1914 – Fotograf unbekannt – Quelle: wikipedia.org

Zu Teil 1 – Zu Teil 3
Abschnitte XXXI – LX

XXXI

Das Glasmosaik und der Eisenbeton

Es muß betont werden, daß der Eisenbeton mit Glasmosaik bedeckt wohl das dauerhafteste Baumaterial darstellt, das wir bislang entdeckt haben.
Man hat immer so große Furcht, daß das Glas von ruchloser Hand zertrümmert werden könnte. Nun die Fälle, in denen von der Straße aus Fenster durch Steine zertrümmert werden, sind heute wahrhaftig nicht mehr zahlreich; man wirft viel eher nach einem Menschenkopf mit Steinen als nach einer Fensterscheibe.
Daß Glasmosaik aber mit Steinen beworfen wurde, ist mir gänzlich unbekannt.
Im 19. Jahrhundert, als die Drähte der Telegraphie aufkamen, wollte man diese Drähte aus Furcht vor der rohen Bevölkerung sämtlich unterirdisch anlegen. Heute aber denkt kein Mensch an die Zerstörung der oberirdischen Drähte.
Deshalb braucht man auch nicht zu fürchten, daß die Glashäuser von Steinen aus roher Hand zugrunde gerichtet werden könnten.
Doch dieses auch nur so nebenbei.

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