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Karl Kraus • Der Reim • Ein Essay über das Dichten

Er ist das Ufer, wo sie landen, sind zwei Gedanken einverstanden.  Die Paarung ist vollzogen. Zwei werden eins im Verständnis, und die Bindung, welche Gedicht heißt, ist so für alles, was noch folgen kann, zu spüren wie für alles, was vorherging; im Reim ist sie beschlossen. Landen und einverstanden: aus der Wortumgebung strömt es den […]

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Ralph Waldo Emerson – Warum wir Vorbilder haben – Essay

Der Wert und die Bedeutung großer Menschen Der Glaube an große Menschen ist uns angeboren. Wenn die Gespielen unserer Kindheit sich plötzlich als Helden und ihr Stand sich als königlich offenbaren würden, es würde uns nicht überraschen. Alle Mythologie beginnt mit Halbgöttern, alles was sie umgiebt ist von Hoheit und Poesie erfüllt; weil alles von […]

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Maria Aronov

Kann der Mensch über die Macht des Geldes siegen? € Maria Aronov

Kann der Mensch über die Macht des Geldes siegen? Seit Anfängen der Menschheit geht es um Besitz und Macht. Oft wird Macht mit Geld gleichgesetzt, sodass sich nicht der Weise an der Spitze einer Gesellschaft befindet, sondern derjenige, der es sich leisten kann oben zu sein. Nicht umsonst sagt man, das Geld regiere die Welt. […]

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William Butler Yeats über Lyrik & Rhythmus

Essay EINS Ich bin mir immer bewußt gewesen, daß es am Gesang etwas gab, was mir mißfiel, und ich hasse Druck und Papier von Natur aus; jetzt aber weiß ich endlich warum, denn ich habe etwas Besseres gefunden. Ich habe soeben ein Gedicht rezitieren hören, mit einem so feinen Gefühl für seinen Rhythmus und einer […]

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Leseszeit

Hier wird deutsch gespuckt – Karl Kraus – Ein Essay

Die Muttersprache zugleich reinigen und bereichern ist das Geschäft der besten Köpfe. Reinigung ohne Bereicherung erweist sich öfters geistlos. … Der geistreiche Mensch knetet seinen Wortstoff, ohne sich zu bekümmern, aus was für Elementen er bestehe; der geistlose hat gut rein sprechen, da er nichts zu sagen hat. Wie sollte er fühlen, welches künstliche Surrogat […]

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Hugo Ball – Über Okkultismus, Hieratik und andere seltsam schöne Dinge

Vor etwa zwei Monaten fand in Ascona ein Kongreß statt, dessen Sitzungen ein seltsames Publikum vereinigten. Niemand hätte dem kleinen Fischerdorf eine so interessante Fremdenkolonie zugetraut, wie sie sich hierbei in den einfachen, aber eleganten Landhäusern auf dem Monte Verità zusammenfand. Aber Ascona ist heute ein Hauptsitz von Vertretern und Anhängern der okkulten Wissenschaften, und […]

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Otto Julius Bierbaum über Dostojewski – ein Essay

Wenn es wahr ist, daß der Deutsche den Trieb hat, Weltverständnis zu gewinnen, und daß darin seine tiefste Kraft und die Bürgschaft geistiger Weltbeherrschung liegt; eines imperium germanorum ingenii, – dann dürfen wir hoffen, daß die Werke Dostojewskis in Deutschland ein mal heimisch werden, wie die der anderen Großen fremder Zunge. Fjodor Michailowitsch Dostojewski Die […]

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Wassily Kandinsky – Malerei als reine Kunst (aus: essays ueber kunst und kuenstler – 1963)

Malerei als reine Kunst 1918 erschien im Verlag Der Sturm (Berlin) eine Schrift «Expressionismus, die Kunstwende», herausgegeben von Herwart Walden, zum Gedächtnis an Franz Marc, August Macke, August Stramm und Umberto Boccioni. In dieser Veröffentlichung findet sich dieser Text von Wassily Kandinsky. Sicher ist, daß er nach der letzten Ausgabe des «Blauen Reiters» entstand und […]