Der trojanische Esel von Fröschlach – Albin Zollinger

Zeigt die großartigen Anstalten, die getroffen wurden, das trojanische Pferd auslaufen zu lassen, diesmal in Diensten nicht der Hellenen, sondern derer von Fröschlach, nicht am Marmarameer, nur bei Schattensee, mit Kriegern weniger als mit Golddublonen im Holzbauch, und ebenso sinnreich erfunden.

Tattoo einer Kuckuckuhr n weiblicher Flanke
Tattoo einer Kuckuckuhr n weiblicher Flanke

Universitätsstadt ist Fröschlach nie gewesen, auch nicht, wie schon behauptet wurde, in seiner Glanzzeit, von der wir die allein glaubwürdige Chronik schreiben. Einmal besaßen die Fröschlacher in hohem Maß jene Tugend, welche es vermeidet, die Gelehrsamkeit zum Nachteil des Glaubens zu überschätzen; sie mißtrauten recht eigentlich jedem, der nicht von der Arbeit lebte – er vermochte es denn aus Renten, wo sie freilich den Hut umso tiefer zogen – und Arbeit war Adams Arbeit, im Schweiße des Angesichtes. Auch der Pfarrer besaß seinen Hasenstall und den Kirchenhügel voll Reben, dem Bürgermeister zinste die halbe Gemeinde, der Schatzkanzler züchtete Stuten, und zwar eines maurischen Stammbaums, der Ratsschreiber trieb eine weitläufige Liebhaberei mit Gänsekielen, für die er die Rassen großzog. Fröschlach beschäftigte aber Magister – alle auch Bauern, die Fröschlacher hielten sie schmal genug – unter ihnen den Mann vom Rate, der die Eichhörner schlecht gemacht hatte, Nasenspitz mit Namen, ein Gelehrter von Weltruf und maßgeblich für Geschichte; seiner Kenntnis war das trojanische Roß zu verdanken. (mehr …)

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