Magnetismus und Mauern

Gedanken zum großen Zustrom der Entronnenen

Die Waffen Gebärenden
Verbünden sich mit den
Hoffnungslos
Verblendeten
Senden ihre Todeswerkzeuge
An alle Seiten
Die sich bieten
Hoffnungslos und Mitgewalt
Diese Beiden
Keine Hoffnung
Schnell Gewalt
Diese Beiden mögen sich sehr
Sie ziehen einander an
Schaffen das Grundböse
Das nicht versehentlich vergossene Blut
Am Rande unserer noch überschaubaren
Mittelwelt
Lässt entstehen einen Strom
Der Antwort
Einen Zustrom der Entronnenen
Die den Waffen und der Verblendung Entronnenen
Die Zerstörten und die Zerrütteten
Machen sich auf ins gelobte Land
Im Herzen unseres Kontinents
Des großen gelobten Landes kleiner Bruder
Der große Bruder ist weit
Steuert Leid per Mausklick
Schürt nur neues Unheil
Hilft nicht
Schiebt weg
Verantwortung für Desaster und Dreck
Wie ein Magnet leuchtet
Der kleine Bruder
Er lässt erstrahlen große Versprechen
Frieden, Freiheit, Recht, Wohlstand, Glück
Er leuchtet nach Süden
Dieser Magnet
Leuchtet jedoch hier
Nicht überall hin
Bei Weitem nicht
Das eine Prozent
Will die neunundneunzig Prozent
Nicht teilen
Lebt in der parallelen Welt
Zwei von Dreien
Schauen bereits verstört
Auf bereits Erreichtes
Wollen den Strom nicht haben
Von Süden her
Nicht erkennend
Die Verantwortung dort drüben
Jenseits des Ozeans
Des großen Bruders Verantwortung
Der einst so sehr half
Der nun so sehr der Unfried ist
Und einer von Dreien
Versteht die Welt
Von Grund auf nicht
Hat sie nie verstanden
Hat schon vor Beginn aufgegeben
Sieht seine Anstrengung wohl
Aber nicht den Erfolg
Wird nicht angestrahlt
Wird nicht belohnt
Vom dem einen Prozent
Nur kaltes Lächeln ist ihm gewidmet
Kaltes Lächeln erzeugt
Erst ein Egal
Dann einen Trotz
Hitzige Kälte blubbert bereits
Noch überstrahlt von
Warmen Herzen der Hilfe
Klugen Gedanken des Menschenrechts
Auf dem dünnen Eis der Kultur
Wir können es schaffen
Wir können uns entscheiden
Die einzig hilfreiche Mauer
Zu errichten
Bollwerke die unsere Herzen schützen
Vor den Taten der Waffen
Vor den Taten der Hass Gebärenden
Wir können es schaffen
Wenn wir erkennen
Welch ein Geschenk jedes Leben ist
Unser Herz weiß längst
Um das allgemeingültige Streben nach Glück
Dieses tiefe zehntausend Jahre alte Wissen
Des Strebens nach dem Glück
Das ist unser Bollwerk
Sich verstärkend durch wissentliche Sanftheit

Von Erich Ruhl-Bady vorgetragen.

© Erich Ruhl 2015