»Waren es schöne Bücher?« fragte Lunew ¦ Aus Maxim Gorki: Drei Menschen

Aus Maxim Gorki: Drei Menschen 

Foto: Timur Mansuraliev
Foto: Timur Mansuraliev

»Waren es schöne Bücher?« fragte Lunew.
»Ja–a, sehr schön waren sie! Gedichte hab‘ ich meistens gelesen – Lermontow, Nekrassow, Puschkin … Manchmal, wenn ich las, war es mir, als ob ich Milch tränke. Verse gibt’s dir, Bruder – wenn du sie liest, ist’s, wie wenn die Geliebte dich küßt. Manchmal fährt dir ein Vers übers Herz, daß die Funken sprühen: ganz in Feuer gerätst du …«
»Und ich habe das Bücherlesen aufgegeben«, sprach Ilja mit einem Seufzer. »Was steht schließlich in den Büchern? Liest du im Buche, so scheinen dir die Dinge so, und siehst du sie in Wirklichkeit, so sind sie ganz anders.«

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Maxim Gorki – Drei Menschen – 1928
Kapitel 11
Malik-Verlag – 16. bis 20. Tausend
Übersetzer: August Scholz

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