Verzicht – eine Bereicherung

Ein Hindu-Asket, der ein Metallgitter um den Hals trägt, um sich niemals hinlegen zu können (Aufnahme von Ende des 19. Jahrhunderts).
Ein Hindu-Asket, der ein Metallgitter um den Hals trägt, um sich niemals hinlegen zu können (Aufnahme  Ende 19. Jahrhundert).

Gestern im Männerkreis am Tresen erzählte Manfred, dass man auch anders verzichten könne. Nicht auf das verzichten, was einem Spaß macht, sondern auf das was einem nicht gut tut. [Als er das sagte hob ich meine linke Braue. Ein Stammgast weniger?] Aber: die Rede war nicht davon auf social media, Fernsehen, Handy, die Männerrunde oder Schokolade zu verzichten. Den Sinn hier zu verzichten hätten wir eh nicht so recht verstanden. Der Hang zur Selbstkasteiung ist doch Blödsinn. Das Ergebnis sieht man z.B. am Foto. Es verändert sich offensichtlich auch die Struktur des Gehirns.

boule_FotoSketcherDie Idee ist es, auf Menschen zu verzichten, die einem nicht gut tun. Und das schließt nicht nur Leute ein, die nehmen aber nicht geben können/wollen oder die einen energetisch aussaugen. Als wäre mann ein leer gebliebenes Kondom.
In der Bar kann ich mir das natürlich nur bedingt aussuchen, privat bin ich da recht rigoros in der Auswahl meiner Freunde. Und gegebenfalls beim Aussortieren.  Jürgen gab allerdings zu bedenken, dass man sich das nur gönnen sollte, wenn man jederzeit mit dem möglichen Feedback leben könne. Schließlich gäbe es genug Spasskappen, die zwar gern austeilen aber nicht einstecken können.  Die treten dann beharrlich nach.
Es geht auch um diese Menschen,  die einen in Diskussionen verwickeln, bei denen schnell klar wird, dass diese für einen selbst zu nichts führen. Es geht darum Recht zu haben oder andere zu bekehren, zu überzeugen, negativ (empfunden) zu manipulieren. Es geht nie darum eine Lösung zu finden. 

Einfach mal “nicht auf die Trolle reagieren“. Einfach mal “nicht Recht beweisen müssen”. Einfach mal “schauen was will der andere” und nicht in seinen Worten nach Fehlern suchen. Einfach mal sagen “ich gesteh dir deine Meinung zu“. Einfach mal “Meinung und Wissen unterscheiden” können.

Wir Männer mussten uns ab einem gewissen Pegel eingestehen, dass wir uns da nicht wirklich ausnehmen können. Ich z.B. bin ein ganz großer Diskutier-Bär und lasse mich da auch gerne hineinziehen. Ich glaube das verlangt unglaublich viel Selbstbeherrschung und ist weit davon entfernt nur auf andere zu zeigen. Wir haben uns zum Ende des Abends versprochen bessere Menschen werden zu wollen, damit auch niemand auf die Idee kommt, in unserer Runde Verzicht üben zu wollen.

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