Unter Schutz! Das rote Buch der Tiere

In Büchern, Zeitungsartikeln und Filmen liest, sieht und hört man immer wieder  alarmierende und empörende Meldungen vom Verschwinden vieler Arten von Wildtieren. Von Jahr zu Jahr aber nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die sich aktiv für deren Rettung einsetzen, weil sie wegen der rasch voranschreitenden Verarmung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten ernstlich besorgt sind.

Was aber sind nun die Ursachen für das Verschwinden ohnehin seltener Tiere? Da gibt es verschiedene. Zum Beispiel die Wilddieberei, doch dies ist nicht das Hauptübel. Einen nicht geringen Schaden fügen der Fauna in vielen Ländern private Tierparks zu, die seltene Tiere erwerben. Ein überzeugender Beweis hierfür, aber bei weitem nicht der einzige, ist der Fang von Orang-Utans. Dabei verfährt man üblicherweise wie folgt: Man tötet ein Weibchen, dessen Junges fällt vom Baum, man versucht es einzufangen; doch das gelingt nicht immer, und oft zieht sich das Junge dabei tödliche Verletzungen zu. 

Die Hauptursache für das Verschwinden vieler Tiere ist die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes. Die verschiedenen Arten von Insektiziden, mit denen Felder bestäubt werden, die Erweiterung von Weideflächen für Haustiere und von Anbauflächen, das Roden von Wäldern, die Trockenlegung von Sümpfen, neue Siedlungen —dieser intensive Angriff des Menschen auf die

unberührte Natur entzieht vielen Tieren ihre angestammten Lebensräume. 

Nach Meinung vieler Zoologen ist es der »Störfaktor«, der in weit stärkerem Maße als die Jagd die Zahl der wildlebenden Waldbewohner reduziert. Touristen und Pilzsucher gehen zwar unbewaffnet in den Wald, doch tun sie es in immer größeren Scharen; sie zertrampeln dabei das Gras und vernichten das Unterholz. Am meisten leiden bodenbrütende Vögel unter der Masseninvasion von Waldbesuchern, sie werden in ihrer Ruhe gestört. Sic können weder unbehelligt ihre Eier bebrüten noch ihre Jungen aufziehen. 
Es ist ein trauriges Bild, das sich da abzeichnet. Über hundert Säugetierarten und mehr als hundertvierzig Arten und Unterarten vonVögeln sind durch die Schuld des Menschen schon ausgerottet. 1966 veröffentlichte die Internationale Union für den Schutz der Natur und der natürlichen Ressourcen (IUCN) die ersten Ausgaben eines »Roten Buches«. Schon etwa tausend Arten Säugetiere, Vögel und andere Wirbeltiere, die in den nächsten Jahren vom Aussterben bedroht sein werden, sind in ihren Listen verzeichnet.

Somit ist die Rettung seltener Tiere schon zu einer Angelegenheit von staatspolitischer Bedeutung geworden, und die Hoffnungen der Menschen, denen das Schicksal der Tiere am Herzen liegt, haben einen nie gekannten Auftrieb bekommen. Für meine Artikel in Magazin „“der blaue ritter“ habe ich einige weniger bekannte Säugetiere und Vögel oder, im Gegenteil, gut bekannte ausgewählt, über die man oft lesen, die man in Zoos und Filmen sehen kann. Wir sind ja seit unserer Kindheit an den Gedanken gewöhnt, dass solche Wildtiere eigentlich doch ganz gut auf der Erde leben können. Aber da kommt dann plötzlich eine für viele völlig unerwartete Nachricht: Tiger sterben aus, Eisbären, Wale, Königsadler und andere Tiere, ohne die wir uns die freie Natur auf unserem Planeten gar nicht vorstellen können.

An die zweihundertfünfzig Tierarten sind also bereits durch Schuld des Menschen vernichtet worden. Und was sind das für Tiere? Nicht etwa lästige Fliegen, Küchenschaben oder Wanzen, sondern imposante Vertreter der Fauna unserer Erde. Im Verzeichnis der bereits verschwundenen Arten stehen der drei Meter große neuseeländische Laufvogel Moa, die plumpe, zutrauliche Dronte von den Maskarenen, der gewaltige Auerochse, die seltsame Stellersche Seekuh… Aus unerfindlichen Gründen scheint der Mensch eine besondere Vorliebe dafür zu haben, gerade wunderliche, zutrauliche, harmlose und dazu noch ungewöhnliche Tiere zu vernichten, ja der Grad der Dezimierung einer Tierart kann geradezu als Kriterium ihrer Ungewöhnlichkeit, als »Visitenkarte« ihrer Einzigartigkeit dienen.

Aus eben diesem Grunde ist es notwendig, über Tiere zu berichten, die unter Schutz gestellt werden müssen. Das »Rote Buch« der IUCN vertritt ihr Recht darauf. Ich werde meinen Zeil dazu u. a. hier beitragen.

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