Über meine Schulden

GoldeselIch habe die Meisterschule absolviert und 6 Tsd. € an Reserven auf dem Konto. Arbeitslos war ich leider auch.. Ich konnte mir nicht vorstellen für einen Arschlochchef zu arbeiten, der in meiner Branche verdammt oft anzutreffen ist. Und die ganzen Mädels? Zickenterror.
Also habe ich beschlossen, mich lieber selbstständig zu machen. Freunde und Familie fanden die Idee klasse. Die 6 Tsd. € haben dafür natürlich nicht gereicht, daher habe ich mir noch 14 Tsd. von der Bank geliehen. Vor zwei Jahren habe ich dann meinen Laden eröffnet. Am Abend vor dem Start rotierte es in meinem Kopf: Was, wenn du ausfällst? Was, wenn niemand kommt? Wenn du nicht abzahlen kannst? Torschlusspanik nennt man wohl sowas. Ich fand mich bescheuert und hab mir die Augen ausgeheult.
Und was soll ich sagen: mein Frisiersalon läuft und ich bin ausgebucht. Ich kann mir meine Klamotten  leisten, lebe nicht sparsamer als früher, gehe feiern oder mache Kurztrips am Wochenende. Ich habe bereits ein Drittel abgezahlt  und bin dann in drei Jahren damit durch.
Anders als erwartet belastet es mich nicht. Ich hatte nie viel Geld. Wenn man in der Lehre mit 2 € Stundenlohn auskommen muss, lernt man bewusst mit seinen Geld um. Ich bin nicht stolz darauf Schulden machen zu müssen um mir (m)einen Traum zu verwirklichen. Aber wenn ich mir dann meine ehemaligen Kolleginnen oder Leute in meinem Alter anschaue, freue ich mich darüber, bereits so viel geschafft zu haben. Ich fühle mich dadurch auch erwachsener: durch den eigenen Laden und die damit verbundene Verantwortung. 
Meine Freunde halten sich mit (zusätzlichen) Minijobs über Wasser und werfen es am Wochenende gleich wieder zum Fenster raus. 
Ich leihe mir kein Geld mehr, habe aber schon öfter welches verliehen und musste dann Monate darauf warten  oder habe es nie wieder bekommen. Von meinem Ex übrigens auch nicht. Geld von der Bank oder ähnlichen Einrichtungen behindert keine Freundschaft.

Meine Empfehlung: Schulden machen, um seinen Traum zu verwirklichen. Also das machen, wo man denkt: das oder mein Leben. 
Heute kann ich machen was ich will. Ich gestalte mein Leben und fühle mich frei. – Johanna Freiwald, 25, Leipzig

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