Schlagwort: Theo Schmuz-Baudiß

Theo Schmuz-Baudiß | Die neuen Strahlen

Theo (Theodor Hermann) Schmuz-Baudiß (* 1859 in Herrnhut; † 1942 in Partenkirchen) war ein deutscher Maler, Keramiker und Porzellanentwerfer des Jugendstils. Von 1902 bis 1925 wirkte er an der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM).
NAch der Töpferlehre in Dießen am Ammersee war er einer der Gründer der „Vereinigten Werktsätten für Kunst im Handwerk“. 1902 wurde er an die Berliner Porzellanmanufaktur berufen, deren künstlerischer Leiter er von 1908 bis 1926 war.
Das malerische Frühwerk von Theo Schmuz-Baudiß ist von der romantischen Historienmalerei des späten 19. Jahrhunderts beeinflusst, zeigt jedoch auch stilistische Anklänge an den Impressionismus. Auffallend ist eine Vorliebe für japonistische Motive.

Originalfoto im Archiv des Bröhan-Museums, Berlin
Porträt Theo Schmuz-Baudiß (1859-1942) um 1908

Als angewandter Künstler war Schmuz-Baudiß ganz dem Jugendstil verpflichtet. Seine frühen Keramiken entstanden auf der Töpferscheibe, später arbeitete er auch in Steingut, seit 1900 ausschließlich in Porzellan. Als Porzellangestalter legte Schmuz-Baudiß großen Wert auf die Einheit von Form und Dekor. Charakteristisch sind einfache, strenge Gefäßformen, oft aufgelockert durch fantasievoll gestaltete Henkel oder plastische Dekore, die dem Motivkreis der Natur entnommen sind. Zunächst beeinflusst von den seinerzeit führenden dänischen Porzellanmanufakturen Königlich Kopenhagen und Bing & Grøndahl, fand Schmuz-Baudiß rasch zu einem eigenen, unverwechselbaren Entwurfsstil, der sich durch kräftige Farben und stark stilisierte, geometrisch abstrahierte Pflanzen- und Tierdekore auszeichnete. Er bevorzugte die Technik der Unterglasurmalerei, die er durch das von ihm entwickelte Sgraffito-Verfahren bereicherte. Dabei wird der Dekor vor der Bemalung in die Form geritzt, wodurch eine besonders plastische, dreidimensionale Wirkung erzielt wird.

Marginalia: 1893 heiratete Theo Schmuz-Baudiß Wilhelmine Trenkl (1863–1927), aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Elisabeth Schmuz-Baudiß (1895–1955), später verheiratete Schily, war die Mutter des SPD-Politikers und ehemaligen Bundesinnenministers Otto Schily.

***

Theo Schmuz-Baudiß | Die neuen Strahlen um 1908