Schlagwort: Schreiben

Die 1000 GEFÜHLE meiner BuchCharaktere

Die 1000 GEFÜHLE meiner BuchCharaktere

Foto: Dieter G.
Foto: Dieter G.

Hoffnung • Verlorenheit im Universum • Schmerzliches Vermissen eines geliebten Menschen, der verstorben ist. • Das Bedauern über etwas Zerbrochenes. • Die Bestürzung über die Erkenntnis, von der falschen Person geliebt zu werden. • Die Wut über ein Missgeschick. • Bedauern • Unruhe • Peinlichkeit • Die Erleichterung nach einer erhofften Nachricht. • Die Zufriedenheit eines perfekten Nachmittags. • Das Verlangen nach einer flüchtigen Berührung. • Hadern mit sich selbst. • Die Genugtuung beim Blick in den Spiegel. • Langeweile • Die Ernüchterung nach der Erkenntnis unaufhaltsamen Verlustes. • Der Ekel vor der eigenen Schuld. • Das Unbehagen vor einer Lüge. • Wohligkeit • Die Trauer beim Anblick großer Schönheit. • Die Verlockung, eine Schwelle zu überschreiten. • Abenteuerlust • Schalk • Unbeugsame, ewige Hoffnung • Die plötzliche Gelassenheit nach einem schmerzvollen Abschied. • Die Verwunderung über Zufälle des Lebens. • Die Bitterkeit über ein gebrochenes Versprechen. • Die Furcht vor einem entscheidenden Brief. • Das Unbehagen vor einer entscheidenden Begegnung. • Die Scham über eigene Schuld und Schwäche. • Mutwillen • Mitgefühl • Der Schmerz, einen geliebten Menschen nicht berühren zu dürfen. • Die Ernüchterung angesichts der Wahrheit.

Was bindet den Leser mehr, als wenn er auf die Reise ins Reich der Gefühle mitgenommen wird?! Selbst in Biografien als vermeintlich Sachbücher geht es nicht ohne zum Lesevergnügen. – Welche Gefühlswelten treiben Ihre Leser an?

Thomas Wolfe ¶ Die Geschichte eines Romans

Faulkner-SchreibmaschineDie Geschichte eines Romans

Ein Verlagsleiter, ein Mann, der auch ein guter Freund von mir ist, sagte mir vor etwa einem Jahr, es täte ihm leid, dass er nicht Tagebuch geführt hätte über jene Arbeit, die wir gemeinsam getan haben, das Zurechtschlagen, Abdämmen, Fliessenlassen, Auffangen und Zuendebringen, die zehntausend Anproben, Änderungen, Siege und Übergaben beim Fertigmachen eines Buches. Manches, bemerkte dieser Mann, wäre phantastisch, vieles unglaublich und das Ganze erstaunlich gewesen, und obendrein hatte er die Liebenswürdigkeit, zu sagen, diese Arbeit stelle die interessanteste Erfahrung dar, die er in den fünfundzwanzig Jahren seiner literarisch-verlegerischen Herausgebertätigkeit gemacht hätte.

Von dieser Erfahrung möchte ich hier sprechen.

Ich kann keinem Menschen sagen, wie man Bücher schreibt; ich kann auch nicht versuchen, Regeln aufzustellen, nach denen jemand instand gesetzt sein würde, seine Bücher bei Verlagen, seine Geschichten bei gutzahlenden Zeitschriften unterzubringen. Ich bin kein Erwerbsschriftsteller, ich bin nicht einmal gelernter Schriftsteller, ich bin einfach ein Schriftsteller, der im Begriff steht, sein Handwerk zu lernen, der gerade dabei ist, auf den Gebieten der Linienführung und Baufügung und der sprachlichen Verdeutlichung jene Entdeckungen zu machen, die er notwendig machen muss, um die Arbeit leisten zu können, die er leisten will. Gerade aus diesem Grund, eben weil ich patze, weil noch meine gesamte Lebenskraft und meine ganze Begabung in diesen Entdeckungsvorgang einbezogen sind, aus diesem Grund spreche ich, wie ich hier spreche. Ich möchte erzählen, wie und auf welche Art und Weise ich ein Buch schrieb. Das wird äusserst persönlich werden. Die Arbeit an dem Buch nämlich hat mich mehrere Jahre lang aufs äusserste und heftigste in Anspruch genommen, ist für mich des Daseins eigenster und innigster Anteil gewesen. Es ist nichts sehr Literarisches an der Sache. Es ist vielmehr eine Geschichte von Schweiss und Qual und Verzweiflung und teilweisem Gelingen. Ich weiss noch gar nicht, wie man eine Geschichte schreibt, ich weiss noch gar nicht, wie man einen Roman schreibt. Aber ich habe etwas über mich selbst und über schriftstellerisches Arbeiten ausfindig gemacht, und wenn ich’s vermag, möchte ich sagen, was es ist.Weiterlesen

Macht als Schreiber der Mächtigen

Schreibgeräte_Mesopotamien
Schreibutensilien – vermutlich Ägypten – 2.500 Jahre vor Christus

Um diesen Text in hieratischer Kursivschrift sind einige Instrumente angeordnet, deren sich die Schreiber bedienten: links ein Etui mit gespritzten Schreibrohren, unten eine Platte, die als Schreibunterlage und zum Glätten des Papyrus diente. Die beiden Näpfchen waren mit schwarzer und roter Tinte gefüllt (rot für die Götternamen).
Rechts daneben ein Messer zum Schneiden des Papyrus.