Schlagwort: Malerei

Joachim Ringelnatz & Hermann Fenner-Behmer | Der Bücherfreund

Ob ich Biblio- was bin?
phile?»Freund von Büchern« meinen Sie?
Na, und ob ich das bin!
Ha! und wie!

Mir sind Bücher, was den andern Leuten
Weiber, Tanz, Gesellschaft, Kartenspiel,
Turnsport, Wein, und weiß ich was, bedeuten.
Meine Bücher – – – wie beliebt? Wieviel?

Was, zum Henker, kümmert mich die Zahl.
Bitte, doch mich auszureden lassen.
Jedenfalls: Viel mehr, als mein Regal
Halb imstande ist zu fassen.

Unterhaltung? Ja, bei Gott, das geben
Sie mir reichlich. Morgens zwölfmal nur
Nüchtern zwanzig Brockhausbände heben – – –
Hei! das gibt den Muskeln die Latur.

Oh, ich mußte meine Bücherei,
Wenn ich je verreiste, stets vermissen.
Ob ein Stuhl zu hoch, zu niedrig sei,
Sechzig Bücher sind wie sechzig Kissen.

Ja natürlich auch vom künstlerischen
Standpunkt. Denn ich weiß die Rücken
So nach Gold und Lederton zu mischen,
Daß sie wie ein Bild die Stube schmücken.

Äußerlich? Mein Bester, Sie vergessen
Meine ungeheure Leidenschaft,
Pflanzen fürs Herbarium zu pressen.
Bücher lasten, Bücher haben Kraft.

Junger Freund, Sie sind recht unerfahren,
Und Sie fragen etwas reichlich frei.
Auch bei andern Menschen als Barbaren
Gehen schließlich Bücher mal entzwei.

Wie? – ich jemals auch in Büchern lese??
Oh, Sie unerhörter Ese – – –
Nein, pardon! – Doch positus, ich säße
Auf dem Lokus und Sie harrten
Draußen meiner Rückkehr, ach dann nur
Ja nicht länger auf mich warten.
Denn der Lokus ist bei mir ein Garten,
Den man abseits ohne Zeit und Uhr
Düngt und erntet dann Literatur.

Bücher – Nein, ich bitte Sie inständig:
Nicht mehr fragen! Laß dich doch belehren!
Bücher, auch wenn sie nicht eigenhändig
Handsigniert sind, soll man hoch verehren.

Bücher werden, wenn man will, lebendig.
Über Bücher kann man ganz befehlen.
Und wer Bücher kauft, der kauft sich Seelen,
Und die Seelen können sich nicht wehren.

***

Hermann Fenner-Behmer war ein deutscher Maler. Lebensdaten: * 8. Juni 1866 in Berlin; † 3. Februar 1913 ebenda.
Fenner-Behmer studierte an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin und bildete sich während eines Studienaufenthaltes in Paris bei Gustave Boulanger und Jules-Joseph Lefebvre weiter. Nach seinem Studium reiste er durch Europa. 1908 erhielt er für sein Gemälde Dame in Braun die Goldene Medaille der Akademie der Künste. Ebenfalls 1908 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine kleine Goldmedaille.

Fenner-Behmer spezialisierte sich – im Laufe der Jahre – auf elegante Bildnisse von Frauen sowie erotische Szenen. Viele seiner Werke wurden als Drucke reproduziert. Als Beispiel für die s.g. erotischen Szenen:

Hermann Fenner-Behmer |  Reclining Odalisque  | 1900.
Hermann Fenner-Behmer | Reclining Odalisque | 1900.

***

Das Poem ist erschienen in: Joachim Ringelnatz | Allerdings
Ernst Rowohlt Verlag, Berlin | 1928

Zum Titelbild: Das Original wurde 1906 geschaffen. Die Abbildung entstammt einem Farbenlichtdruck um 1910.

Hermann Fenner-Behmer | Der Bücherwurm | 1906

Geld ist auch nur bemaltes Papier

Der Satz, den der Liebhaber einer guten Freundin beiläufig aussprach, und bei dem ich natürlich an das Falsche dachte, als er sagte:

Geld ist auch nur eine Art Papier, wenn auch eine andere: Banknoten sind wie jenes Papier, auf das man male oder schreibe.

Diese Behauptung hätte mich gewiss nicht so lange irritiert, wenn ich gewusst hätte, dass der Mann Maler ist. Was mich zusätzlich irritiert: was soll ich daran jetzt ernst nehmen: die Beschreibung oder meine eigene Vorstellung von Geld?!

***

William Michael Harnett (1848 – 1892) war ein Irisch-Amerikanischer Maler. Bekannt wurde er für seine illusionistische Malerei von gewöhnlichen Objekten.

Jeremias Gotthelf | Die Menschen wissen nicht

Oh, die Menschen wissen nicht, wie schön es eigentlich in Kinderherzen aussieht,
in denen die Liebe aufblüht; sie wissen aber auch nicht, wie zart diese Pflanze ist in ihrem Frühling, und wie leicht ein Frost sie lähmt oder tötet. Mit eisiger Hand, frostig durch und durch, wühlen die meisten Menschen in den Kinderherzen, und unter ihren Händen erstarrt der schöne Frühling; die Pflänzchen der Liebe sterben, und kühle, kalte, selbstsüchtige Menschheit nistet
sich ein als tausendarmiges Unkraut in der Liebe verödetem Garten.

Jeremias Gotthelf
[1797 – 1854] war das Pseudonym des Schweizer Schriftstellers, Journalisten und Pfarrers Albert Bitzius.

Charles Altamont Doyle malt sich selbst – meditierend

Dieses Aquarell stammt aus einem der Skizzenbücher des Künstlers, welches während seines Aufenthalts in der Montrose Königs Irrenanstalt in Schottland entstanden ist. Er musste wegen erheblicher Hirnschäden aufgrund jahrelangen intensiven Alkoholmissbrauchs behandelt werden. Zudem litt zudem an Epilepsie. 

Charles Altamont Doyle (* 25. März 1832 in London; † 10. Oktober 1893 in Dumfries, Schottland) war ein britischerMaler. Er war der Vater des Schriftstellers Arthur Conan Doyle, zu dessen Buch  -Eine Studie in Scharlachrot – er die Illustrationen der Erstausgabe beisteuerte. Sein Sohn, organisierte zudem 1924 eine Ausstellung mit den väterlichen Werken in London. 

***

 Charles Altamont Doyle – Meditation – Self Portrait | 1885-1893 | Aquarell 

Die Meditation | Eine asiatische Fabel
Einmal hatten sich vier Priester verabredet, eine Nacht in tiefster Meditation zu verbringen, und nahmen sich gegenseitig das Gelübde ab, dass keiner, komme auch, was da wolle, durch ein Wort die Meditation stören dürfe. Für die Bußübung wurde der Hauptraum des Tempels ausersehen, und dort wurden vier Kerzen in Leuchtern aufgestellt. Ein junger Priesterschüler wurde beauftragt aufzupassen, daß die Kerzen hell und gleichmäßig brannten, und sie, falls sich Schuppen bilden sollten, zu putzen. Nach einiger Zeit bildeten sich auch Schuppen an den Dochten, und die Kerzen fingen an, trüber zu leuchten. Der Tempelschüler aber sah es nicht, da er vergeblich versuchte, gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Einer der Priester suchte ihn nun durch wiederholtes Winken auf seine Pflicht aufmerksam zu machen. Als der Schüler aber seine Gesten nicht beachtete, verlor er die Geduld und schnauzte ihn an:
»He, du Bursche, siehst du denn nicht, dass die Lichter geputzt werden müssen?«
Da wandte sich der zweite Priester dem Sprecher zu: »Hast du denn vergessen, daß während der Meditation nicht gesprochen werden sollte?« Ärgerlich rief nun der dritte: »Wenn ihr beiden euch hier unterhalten wollt, kann man beim besten Willen nicht meditieren!«
Und der vierte sagte, nachdem er alle der Reihe nach angeblickt hatte, selbstgefällig:
»Ich bin der einzige, der das Gelübde nicht gebrochen hat.«

Charles Altamont Doyle – Meditation – Self Portrait | Charles Altamont Doyle – Meditation – Self Portrait | 1885-1893

Denise Eyer-Oggier | Schweiz

 Denise Eyer-Oggier ¦ Visual-Artist ¦ Brig, Schweiz

Denise Eyer-Oggier malt, collagiert, erschafft Installationen, illustriert, fotografiert und gibt in Workshops ihr Know-how in Workshops weiter. Ihre Bilder zeigen künstlerisch ausgeformte Seelenlandschaften, sie zeigen Spuren & Formen, In ihren Werken finden sich meditative Formen über Zeit und Raum. Die Malerei von Denise Eyer-Oggier ist sowohl wild und schroff wie die Bergwelt in der sie lebt, als auch sanft, warm und intensiv wie das Leben, das sie liebt.

Ein Porträt in Wort und Bild:

Petite pause récréative. Feutre et crayon. D apres une photo de Denise Eyer-Oggier
Petite pause récréative. Feutre et crayon. D apres une photo de Denise Eyer-Oggier

Wann, wie und warum sind Sie Künstlerin geworden?
Ich hatte Glück, dass mein Lehrer damals meine Malereien mochte und mich ermutigte, so zu malen wie ich fühlte, auch wenn meine Malerei nicht konform war. Gegen den Willen meiner Eltern besuchte ich eine Kunstschule und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung als Graphikerin.

Was ist der schwierigste Part am Künstlerdasein?
Der schwierigste Part am Künstlerdasein ist das beibehalten einer steten Kontinuität, das aushalten der Unsicherheiten. Das schwierigste ist sicher zu akzeptieren, dass das Künstlerdasein ein Leben im „Fremdland“ bedeutet.

Wie haben Sie sich seit Ihren Anfängen entwickelt?
Stetig weiter mit stetig höherem Anspruch an mich selber.

Mit welcher Kunst(form) identifizieren Sie sich besonders? Was beeindruckt Sie?
Mich interessiert die informelle Kunst mit zeichnerischen Symbolen, die narrativ und emotional ist.

Gibt es Künstler mit denen Sie gern verglichen werden würden?
Ja, mit Hans Falk beispielsweise.

Wie würden Sie die Kunstszene in Ihrem Umfeld beschreiben?
Ich wohne mitten in den Alpen und die Berge ringsum bedeuten Schutz und Gefängnis zugleich. Die Szene ist sehr einzelgängerisch.

Was bedeutet Kunst in der heutigen Zeit?
Kunst bedeutet sehr viel in der heutigen Zeit, sie rüttelt auf, sie lässt Emotionen zu, sie macht nachdenklich.

Atelier - Foto: Privat
Atelier – Foto: Privat

Was sind Ihre Zukunftspläne?
Weitermalen.

Was ist der beste Tipp/sind die besten Tipps, den/die Sie als Künstler bisher bekommen haben?
Sich selber sein und weiter malen.

Und welche Tipps haben Sie selbst für die, die sich gerade auf den Weg machen?
Weitergehen auf diesem Weg.trennlinie2

Eine kleine Auswahl ihrer Werke:

Steckbrief:

*1956 in Naters/Schweiz
Graphikerausbildung, MengisVisp
Schule für Gestaltung, Bern

Freischaffende Malerin Visarte (Berufsverband visueller Künstler)
SGBK (Schweizerische Gesellschaft Bildender Künstlerinnen, Sektion
Bern Romandie)
Ausbildete Erwachsenenbildnerin

The Transience of all being from Denise Eyer-Oggier on Vimeo.

Denise Eyer-Oggier im Web: eyer-oggier.ch ¦ facebook

Georges Seurat – Die Zirkusparade – Rhythmus

Georges Seurat - Die Zirkusparade - Eine Studie

Künstler: Georges Seurat
Entstehungsjahr: 1887/88 – Studie
Maße: 16,8 × 24,8 cm
Technik: Öl auf Holz
Aufbewahrungsort: Zürich
Sammlung: Stiftung Sammlung E.G. Bührle
Epoche: Neoimpressionismus
Land: Frankreich

Georges Seurat - Die Zirkusparade

 

Künstler: Georges Seurat
Entstehungsjahr: 1888
Maße: 99,7 × 149,9 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Aufbewahrungsort: New York
Sammlung: Metropolitan Museum of Art
Epoche: Neoimpressionismus
Land: Frankreich

 

Albert Weisgerber – definitiv keine „Entartete Kunst“ – Eine Auswahl seiner Werke

Albert Weisgerber - Illustration zu Grimms Märchen
Albert Weisgerber – Illustration zu Grimms Märchen

trennlinie2Albert Weisgerber (* 21. April 1878 in St. Ingbert; † 10. Mai 1915 gefallen bei Fromelles in Französisch-Flandern) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Weisgerber hinterließ ein umfangreiches Werk, das nach seinem frühen Tod zunächst in Vergessenheit geriet. Weisgerbers Stil ist zwischen dem deutschen Impressionismus und dem beginnenden Expressionismus einzuordnen.
Seine Bilder wurden wie die vieler anderer moderner deutscher Künstler von den Nationalsozialisten als „Entartete Kunst“ eingestuft und beschlagnahmt. Sie wurden jedoch nicht vernichtet, sondern in Auktionen verkauft.Weiterlesen

Robert Delaunay • Rhythmus n1 • 1938

Robert_Delaunay,_1938,_Rythme_n°1,_Decoration_for_the_Salon_des_Tuileries,_oil_on_canvas,_Musée_d'Art_Moderne_de_la_ville_de_Paris
Robert Delaunay – 1938 – Rythme n1 – Decoration for the Salon des Tuileries – Öl auf Leinwand – Musée d’Art Moderne de la ville de Paris

trennlinie2

Robert_Delaunay,_Selbstporträt_1905-1906Robert Victor Félix Delaunay (* 12. April 1885 in Paris; † 25. Oktober 1941 in Montpellier) war ein französischer Maler der Avantgarde, er verfasste auch kunsttheoretische Schriften. Nach einem Beginn als autodidaktischer Maler im Stil des Neoimpressionismus gilt er als Hauptvertreter des orphischen Kubismus, auch Orphismus genannt, der 1912 als Begriff von Guillaume Apollinaire für Delaunays Fensterbilder, Fenêtres, geprägt wurde. In den 1930er Jahren setzte er seine Arbeit nach einer langen Unterbrechung an den abstrakten Kreisformen in der Serie Rythmes, die die Themen der Scheibe von 1913 und der Kreisform erneut aufgreift, fort. Seine Ehefrau, Sonia Delaunay, war ebenfalls Malerin sowie Designerin und arbeitete mit ihm in künstlerischem Austausch zusammen.

Quelle: wikipedia

Das Schokoladenmädchen – Jean-Étienne Liotard

Das Schokoladenmädchen

Das Schokoladenmädchen (La Belle Chocolatière) – Jean-Étienne Liotard Pastell auf Pergament, 1743-45, 82,5 x 52,5 cm – Gemäldegalerie Alte Meister, Dresdentrennlinie2

Das adrett gekleidete Schokoladenmädchen besticht den Betrachter, dem sie sich mit keiner Geste zuwendet, durch ihre grazile Anmut. Ihr jugendliches Gesicht strahlt Frische und Natürlichkeit aus. Konzentriert trägt sie ein kleines Lacktablett mit einer Tasse Schokolade und einem Glas Wasser.
Das Bild entstand zwischen 1743 und 1745 am Hof der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. In dieser Zeit weilte der schweizer Künstler Jean-Étienne Liotard in Wien um Porträts von der Kaiserin und ihrem Gemahl anzufertigen.
Bei wem es bei der dargestellten Person handelt, ist bis heute nicht mit Sicherheit bekannt. Höchst wahrscheinlich war es eine junge Zofe am Hofe, deren Schönheit dem Maler besonders aufgefallen ist. Dass Liotard das Bild später in Venedig an den Grafen Francesco Algarotti verkaufte, der die Sammlungen der Könige August III. von Polen und Friedrich II. von Preußen belieferte, spricht nicht dafür, dass es sich bei dem Bild um die Auftragsarbeit für einen österreichischen Fürsten handelte.
In jener Zeit war es jedenfalls üblich, dass der kaiserlicher Hof in Wien, junge hübsche Mädchen aus dem niederen Adel rekrutierte um sie am Hofe zu Begleiterinnen und Zofen für die „hochgeborenen“ Damen des Hochadels auszubilden.
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Marriage a la mode – William Hogarth

William_Hogarth_Marriage-2-DetailNachdem die Malerei im England des 17. Jahrhunderts eher farblos war, erwachte sie im darauffolgenden wieder zum Leben und brachte einige grandiose Schätze hervor. Mein Favorit:

William Hogarth & die sechsteilige Serie von Ölgemälden mit dem Titel „Marriage a la mode“, welche sich in Londons National Gellery zu finden ist. Sie zeigt die Geschichte einer jungen, reichen Händlerstochter und ihrem Bräutigam, einem sehr geizigen jungen Adligen. Das bedeutet nichts Gutes, wie man der amüsanten Schilderung entnehmen kann.

William Hogarth war übrigens ein Außenseiter und ewiger Miesepeter, der sich quasi mit dem gesamten Kunstestablishment angelegt hatte. Als Maler war er schwer einzuordnen. Seine Satiren überdie Kleidung der Snobs und das Londoner Leben werden unvergessen bleiben.

Hier die einzelnen Gemälde der Serie „Marriage a la mode“:Weiterlesen

Neuere Griechische Kunst – Théodore Ralli & sein Bild von der Frau

Théodore Jacques Ralli - Der Kuss
Théodore Jacques Ralli – Der Kuss

Théodore Jacques Ralli (griechisch Θεόδωρος Ράλλης; * 16. Februar 1852 in Konstantinopel; † 2. Oktober 1909 in Lausanne; eigentlich Theodoros Jannis Rallis) war ein französischer Maler mit griechischen Wurzeln. Der Malstil seiner Genre- und Landschaftsbilder wird der französisch-akademischen Malschule des späten 19. Jahrhunderts zugeordnet. Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des Orientalismus.

In unserer Galerie zeigen wir wie Ralli Frauen sieht – mehr als ein Spiegel der Zeit:Weiterlesen

Künstler und Fabelwesen — Jacek Malczewski

Artist and Chimera — Jacek Malczewski
Artist and Chimera — Jacek Malczewski

Jacek Malczewski (* 15. Juli 1854 in Radom; † 8. Oktober 1929 in Krakau) war ein polnischer Maler des Modernismus und Symbolismus. Malczewski malte zunächst ländliche Genrebilder und realistische Historiengemälde im Stil der Romantik in überwiegend dunklen Farben unter dem Einfluss Arthur Grottgers. Um 1890 begann er sich dem Symbolismus zuzuwenden, blieb inhaltlich jedoch den historischen Themen treu. Zu seinen berühmtesten Bildern gehören Śmierć Ellenai (Der Tod Helenas, 1883), Wigilia na Syberii (Heiligabend in Sibirien, 1892), Melancholia (Melancholie, 1890–1894) und Błędne koło (Der Teufelskreis, 1895–1897). Außerdem malte er eine Reihe von Selbstporträts.

Trotz seiner zahlreichen Auslandsaufenthalte (Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland, Türkei) beeinflussten ihn am stärksten die polnische Kunst und Folklore. Durch sein Werk wurde er um die Jahrhundertwende zu einer zentralen Figur der Bewegung Junges Polen. – Quelle: wikipedia

Begierlichkeit des Fleisches

Otto Mueller
Otto Mueller

Weil wir fleischlich sind und aus der Begierlichkeit des Fleisches geboren werden, muß unsere Begierde oder Liebe im Fleisch beginnen. Wird diese in die rechte Ordnung gelenkt, so wird sie unter Führung der Gnade voranschreiten und schließlich im Geist zur höchsten Vollendung gelangen.

Bernhard von Clairvaux (1091 – 1153), französischer Zisterzienser-Abt und Theologe

Neuere Griechische Kunst – Georgios Jakobides / Georgios Iakovidis

Jakobides in seinem Münchener Atelier fotografiert von Carl Teufel (1845-1912) - 1883 Bildarchiv Foto Marburg, Bildindex der Kunst und Architektur.
Jakobides in seinem Münchener Atelier fotografiert von Carl Teufel (1845-1912) – 1883
Bildarchiv Foto Marburg, Bildindex der Kunst und Architektur.

Georgios Iakovidis war ein griechischer Maler Ende des 19. – Anfang des 20. Jahrhunderts.
Iakovidis wurde am 11. Januar 1853 (manchmal ist auch von 1852 zu lesen) in Chydera auf Lesbos geboren. Er wuchs überwiegend in Smyrna, Kleinasien auf. Im Jahre 1878 erhielt er ein Stipendium an der Münchner Kunstakademie, wo er bei Karl von Piloty studierte, der auch Nikiforos Lytras und Nikolaos Gyzis gelehrt hatte.Weiterlesen

Mannsbilder: Portrait des Stanislaw Bryniarski – Jacek Malczewski

 Jacek Malczewski
Jacek Malczewski

Jacek Malczewski (* 15. Juli 1854 in Radom; † 8. Oktober 1929 in Krakau) war ein polnischer Maler des Modernismus und Symbolismus. Malczewski malte zunächst ländliche Genrebilder und realistische Historiengemälde im Stil der Romantik in überwiegend dunklen Farben unter dem Einfluss Arthur Grottgers. Um 1890 begann er sich dem Symbolismus zuzuwenden, blieb inhaltlich jedoch den historischen Themen treu. Zu seinen berühmtesten Bildern gehören Śmierć Ellenai (Der Tod Helenas, 1883), Wigilia na Syberii (Heiligabend in Sibirien, 1892), Melancholia (Melancholie, 1890–1894) und Błędne koło (Der Teufelskreis, 1895–1897). Außerdem malte er eine Reihe von Selbstporträts.

Trotz seiner zahlreichen Auslandsaufenthalte (Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland, Türkei) beeinflussten ihn am stärksten die polnische Kunst und Folklore. Durch sein Werk wurde er um die Jahrhundertwende zu einer zentralen Figur der Bewegung Junges Polen. – Quelle: wikipedia

Jean-François Millet ¦ Académie masculine ¦

Jean-François Millet - Académie masculine - c 1837
Jean-François Millet – Académie masculine – c 1837 

Jean-François Millet (* 4. Oktober 1814 im Weiler Gruchy in Gréville-Hague, Normandie; † 20. Januar 1875 in Barbizon) war ein französischer Maler des Realismus. Neben Camille Corot ist er einer der führenden Künstler der Schule von Barbizon.

Ab 1863 wandte er sich, unter anderem beeinflusst durch seinen engen Freund Théodore Rousseau, der Landschaftsmalerei zu. Bilder wie das 1868–1873 entstandene Printemps (Frühling) nehmen bereits Stilelemente des Impressionismus vorweg. 1867 wurde eine große Zusammenstellung seiner Werke auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. 1868 wurde er mit dem Orden eines Ritters der Ehrenlegion ausgezeichnet.
In seinen späten Lebensjahren, etwa ab 1865, fertigte Millet eine ganze Reihe von Pastellzeichnungen an. Seine späten Landschaftsgemälde und Zeichnungen mit ihrem mystischen Licht rücken ihn in die Nähe des Symbolismus. 1874 erhält er den Auftrag zum Ausmalen einer Kapelle im Pantheon. Er kam jedoch nicht dazu, diese Arbeit zu vollenden.
François Millet starb, durch wochenlange quälende Husten- und Migräneanfälle entkräftet, im Januar 1875 im Alter von 60 Jahren in Barbizon und wurde auf dem Friedhof von Chailly-en-Bière bestattet, wo auch Théodore Rousseau ruht.
Millets Gemälde waren und sind teilweise sehr populär, Les Glaneuses (Die Ährenleserinnen) beispielsweise wurde häufig als Kunstdruck vervielfältigt und als preiswerter Wandschmuck verkauft. – Quelle: wikipedia

August Macke – Großer Zoologischer Garten – 1913 – Triptychon & Studie

August Macke, 1913. Triptychon, Öl auf Leinwand 129,5 × 230,5 cm. August (Robert Ludwig) Macke, *3. Januar 1887 in Meschede, † 26. September 1914 in Frankreich
August Macke, 1913. Triptychon, Öl auf Leinwand 129,5 × 230,5 cm. August (Robert Ludwig) Macke, *3. Januar 1887 in Meschede, † 26. September 1914 in Frankreich
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Studie zum Triptychon „Großer Zoologischer Garten“ – August Macke 1912 – Museum Ostwall Dortmund

Mehr zum Erwerb der Studie durch das Museum erfahren Sie auf dieser Website (dortmund.de).

Erich Mühsam – Das Lebensprogramm

Als Samuel Ehrenmann dreiundzwanzig Jahre alt war, beschloß er, seinen leichtsinnigen Lebenswandel aufzugeben und einen geregelten und gesitteten zu beginnen. Sein Onkel Isaak, ein frommer und gescheiter Mann, hatte ihn auf dem Totenbett beschworen: »Samuel! Samuel! Laß ab von deinem sündigen Tun! Siehe, ich trete vor unsern Herrn; und wenn der mich fragt: – und was macht Samuel, dein Neffe, den ich dir anvertraut hab, daß du, mein Knecht, ihn erziehest zu einem brauchbaren Mitglied, nu und so weiter, und so weiter – sag selbst, was soll ich antworten, da du doch nicht tust nach Gottes und meinen Worten, da du doch schwelgst eine Nacht wie die andre in Wirtshäusern und mit unmoralischen Freunden und Freundinnen und das Geld verprassest, statt es nutzbringend anzulegen, daß es Zins und Zinseszins trage, wie es deine Väter taten. Samuel, ich sage dir, werde moralisch! Samuel, ich sage dir, werde regelmäßig!« Samuel nahm sich diese Worte zu Herzen und versprach zu halten, was gute Sitte und praktischer Sinn verlangten. Als er das gelobt hatte, sank Onkel Isaak in die Kissen zurück und schloß befriedigt die Augen.

American Gothic ist ein Gemälde (Öl auf Spanplatte, 76 cm × 63,3 cm), das 1930 von Grant Wood (1891–1942) gemalt wurde. Das realistisch gemalte Bild zeigt einen Mann, der eine Heugabel hält, und seine unverheiratete Tochter, vor einem neugotischen Holzhaus. Der Mann schaut mit strenger Miene den Betrachter direkt an, die ebenfalls ernste Frau blickt an dem Mann vorbei. Das Bild hängt heute im Art Institute of Chicago. - Quelle: wikipedia
American Gothic ist ein Gemälde (Öl auf Spanplatte, 76 cm × 63,3 cm), das 1930 von Grant Wood (1891–1942) gemalt wurde. Das realistisch gemalte Bild zeigt einen Mann, der eine Heugabel hält, und seine unverheiratete Tochter, vor einem neugotischen Holzhaus. Der Mann schaut mit strenger Miene den Betrachter direkt an, die ebenfalls ernste Frau blickt an dem Mann vorbei. Das Bild hängt heute im Art Institute of Chicago. – Quelle: wikipedia

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Pawel Nikolajewitsch Filonow – Gesichter – 1940

Pawel Nikolajewitsch Filonow: „Gesichter“, 1940
Pawel Nikolajewitsch Filonow: „Gesichter“ – 1940 – Öl auf Papier

Pawel Nikolajewitsch Filonow (russisch Павел Николаевич Филонов, wiss. Transliteration Pavel Nikolaevič Filonov; * 27. Dezember 1882jul./ 8. Januar 1883greg. in Moskau; † 3. Dezember 1941 in Leningrad) war ein herausragender russischer Maler, Kunsthistoriker und Dichter, der der Russischen Avantgarde zuzurechnen ist.Weiterlesen

Über das Denken beim Laufen

„Ich vermute, seit Ich bei diesen Langstreckenläufen angefangen hab nachzudenken, taucht in meinen Gedanken ganz einfach alles mögliche auf und quält meine Kaldaunen und Innereien, so daß Ich jetzt, wo Ich in meiner blöden Läuferbirne hinter jedem Grashalm meinen blutüberströmten Papa seh, nicht mehr so sicher bin, ob Ich gerne nachdenke und daß Nachdenken eben was Gutes ist.“

Alan Sillitoe –  „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“


Félix Vallotton, La Grève blanche, Vasouy, 1913, huile sur toile, 73 x 54 cm. Suisse, collection particulière ©
Félix Vallotton, La Grève blanche, Vasouy, 1913, huile sur toile, 73 x 54 cm. Suisse, collection particulière ©

Rainer Maria Rilke – Liebes-Lied & Paul Klee – Liebeslied bei Neumond

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Aus: Neue Gedichte (1907)

Paul Klee (1939), Liebeslied bei Neumond. Aquarell auf Jute,
Paul Klee (1939), Liebeslied bei Neumond. Aquarell auf Jute,