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Umschlag zu Berlin-Alexanderplatz | Alfred Döblin

Alle Berlin-Romane verblassen immer noch vor dem Werk eines Ostberliner Nervenarztes , Sohn eines kleinen Stettiner Schneiders: Berlin-Alexanderplatz von Alfred Döblin. Es ist große, anspruchsvolle Literatur, in vielen seiner Mittel – dem inneren Monolog, der Allgegenwärtigkeit der Stadtheit in Gestalt ihrer Ladenschilder und Reklame-Inschriften – nicht ohne James Joyce und seien Ulysses denkbar, aber dann wieder urberlinerisch und in vieler Hinsicht menschlicher, herzbewegender als das mythologische Dublin-Panorama des Iren. Von den vielen anderen Büchern des aus der Emigration als französischer Kulturoffizier und Zeitschriftenherausgeber zurückkehrenden Döblin hat keines den Erfolg jener Geschichte von Franz Biberkopf erreicht, obgleich manche Kenner seine Ausflüge in ein mythisches China oder Babylon oder gar in das utopische dritte Jahrtausend von Berge, Meere und Giganten noch höher schätzen.

Umschlagzeichnung zu dem buch Alfred Döblins Berlin-Alexanderplatz, das 1925 erschien. Künstler: G. Salter
Umschlagzeichnung zu dem Buch Alfred Döblins Berlin-Alexanderplatz, das 1925 erschien. Künstler: G. Salter