Stundenbuch | Gerstenmaier & Adenauer über den Wahlkampf

››. . . Es war, glaube ich, im jahre – ich war schon Bundestagspräsident – 1957, da sagte ich Konrad Adenauer einmal: Mir gefällt es eigentlich gar nicht, diese Wahlkampferei mit dem Verzicht auf Nuancen und Differenzierungen und diese Platitüden und das ganze Hin und Her und all dieses ‚viele unwichtige Getue; das gefällt mir eigentlich gar nicht; nein, mir gefällt die ganze Politik nicht. Ich hin dabei nicht glücklich, sagte ich. Wissen Sie, was Adenauer sagte? Und da sehen Sie die Weisheit dieses Mannes. Sie war für mich selber erleuchtend. Er sagte: ›Wissen Sie, jetzt sind Sie nicht glücklich, aber wenn Sie aus der Politik ausscheiden, dann werden Sie unglücklich . . .‹«

EUGEN GERSTENMAIER, geboren am 25.August 1906 in Kirchheim/ Teck, gestorben am 13.März 1986 in Oberwinter/Rhein.
Zunächst Realschule und kaufmännische Lehre, holte 1931 in Stuttgart das Abitur nach und studierte Philosophie, Germanistik und evangelische Theologie. Arbeit im Außenamt der evangelischen Kirche, Mitglied der Widerstandsgruppe vom 20.Juli. Verurteilt zu sieben Jahren Zuchthaus. Nach 1945 Aufbau und Leitung des Hilfswerks der EKD. 1949 Beitritt zur CDU und für diese Mitglied des
Bundestages. Ab 1954 Präsident des Bundestages. Ab 1956 stellvertretendet Vorsitzender der CDU. 1969 trat er Wegen einer Wiedergutmachungsaffäre als Bundestagspräsident zurück und verzichtete auf eine weitere Bundestagskandidatur.


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