Solo und Selbstständig = Allein und Arm?

Solopreneur - Foto: Jana Schultz - Illustration: !so?
Solopreneur – Foto: Jana Schultz – Illustration: !so?

In den vergangenen 20 Jahren haben sich immer mehr Menschen selbstständig gemacht. Insbesondere die Zahl der so genannten Solopreneure stark angestiegen. Solopreneur bedeutet: auf eigene Rechnung, mit vollem wirtschaftlichen Risiko und ohne weitere Angestellte. Laut DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) Berlin ist die Anzahl um ca. 40 % auf etwa 2,6 Millionen angewachsen. Das bedeutet: rund 57 % aller Selbstständigen in Deutschland arbeiten allein. Die Studie zeigt weiter, dass sie im Durchschnitt besser qualifiziert sind als die Gesamtheit der Erwerbstätigen, allerdings nicht unbedingt besser verdienend. Ein Teil der Solopreneure erzielt ein durchaus überdurchschnittlich hohes Einkommen, doch mehr als ein Drittel kommt nicht über das Niveau des Niedriglohnsektors hinaus.
Daraus ergibt sich ein Problem: viel der Selbstständigen könne oder wollen keine finanziellen Rücklagen bilden.  Dadurch nehmen sie sich der Möglichkeit Auftragsflauten zu überbrücken oder für’s Alter vorzusorgen. Daher ist die Gefahr der Altersarmut bei Solopreneuren verbreitet, so die Studie. 
Die schlechten finanziellen Aussichten sind für viele der Grund dafür, die Selbstständigkeit nur als Etappe zu sehen; mit dem Ziel (darüber) wieder eine Festanstellung zu finden. In einer zur Studie gehörenden Umfrage geben nur 55% an, nach 5 Jahren noch selbstständig zu sein. Eine weitere Erkenntnis: wer selbstständig bleibt, arbeitet auch weiterhin allein. Nur ein Zehntel der Befragten hatte nach 5 Jahren Angestellte.

Ein weiterer Anstieg der Selbstständigenzahlen sei allerdings nicht  unbedingt wünschenswert, wie Analysten mahnen. Solopreneure erweisen sich nicht als Jobmotor, da viele aus einer Notsituation heraus selbstständig würden und daher jede Gelegenheit nutzen würden um wieder als Angestellte zu arbeiten. Oftmals würden einfach nur Funktionen aus deiner Festanstellung ausgelagert und dem entsprechend agieren Solopreneure auch: als verkappte Angestellte, die zudem bereit sind,  das wirtschaftliche Risiko zu tragen. Eine sehr bequeme Angelegenheit für größere Unternehmen ihre eigenen Risiken zu minimieren. 

 

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