Seine Bilder kaufte niemand, aber sein Grab besucht jeder

Paul Gauguin: Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend (1888)[
Paul Gauguin – Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend  – 1888

Sonntag. Das Dorf ist nahezu menschenleer. Vincent verlässt sein Zimmer in der Pension Ravoux. In seiner Tasche befindet sich eine Pistole. Eine geladene. Er verbirgt sich hinter dem Misthaufen eines benachbarten Hofes. Der Künstler setzt sich die Pistole auf die Brust und drückt ab. Aber Vincent hat schlecht getroffen.  Der Lebensmüde wankt. Auf seine linke Brust tropft Blut. Er presst seine Hand auf die Wunde, schwankt und schleppt sich zurück in die Pension. Er verliert zwei Tage später völlig das Bewusstsein. Der Amtsarzt drückt ihm die Augen zu.  – So die Legende.

So erschütternd wie sein Tod war das Leben des Vincent van Gogh.  Er führte es ihn bitterer Armut und weitgehend einsam. Van Gogh träumte von einem „Atelier des Südens“ in Arles, welches von seinem Freund Gauguin geleitet werden sollte. Die Freundschaft hielt nicht. Aus Frust zertrümmerte van Gogh sein Ohrläppchen und eine Ära des drohenden Wahnsinns begann. Auf eigenen Wunsch begab er sich in die Irrenanstalt. Nach der Entlassung versuchte sich der Künstler in einem Neuanfang; allerdings ohne Erfolg. Mit 37 Jahren setzte er seinem Leben ein Ende. 
Über 850 Bilder und mehr als 900 Zeichnungen hat Vincent van Gogh hinterlassen. Sein Grab in Auvers-sur-Oise ist mit einem Grabstein versehen. Die Inschrift:
„Ici repsose Vincent van Gogh 1853 – 1890“
Ein kleiner Dorffriedhof inmitten wogender Weizenfelder – das ist also die letzte Ruhestätte des großen Malers. In der Ferne sieht man den Kirchturm von Auvers. Es wirkt friedlich hier; ein Frieden, den Vincent nie gefunden hat. Ein tragisches Leben.

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