Ralph Waldo Emerson • In diesem strahlenden Sommer ist es eine Wollust gewesen, den Odem des Lebens einzuziehen.

Ralph Waldo Emerson
Ralph Waldo Emerson

In diesem strahlenden Sommer ist es eine Wollust gewesen, den Odem des Lebens einzuziehen. Das Gras wächst, die Knospe springt, die Wiesen sind mit Feuer und Gold in Blumenfarben besprengt. Die Luft ist erfüllt vom Gesange der Vögel und süß vom Dufte der Pinien, des Balsams von Gilead und des frischen Heus. Die Nacht bringt dem Herzen kein Düster mit ihrem willkommenen Schatten. Durch das flüssige Dunkel gießen die Sterne ihre beinahe geistigen Strahlen. Der Mensch unter ihnen erscheint wie ein junges Kind und sein gewaltiger Erdball wie ein Spielzeug. Die kühle Nacht badet die Welt wie in einem Strome und bereitet die Augen für die purpurne Dämmerung vor. Noch nie hat sich das Mysterium der Natur vor unseren Augen so glücklich entfaltet. Korn und Wein wurden allen Geschöpfen reichlich zugemessen, und das niemals gebrochene Schweigen, mit welchem die alte gütige Fülle sich immer aufs neue ergießt, hat uns noch immer kein Wort der Erklärung gegönnt. Wir sind unwillkürlich gezwungen, die Vollkommenheit dieser Welt, mit der unsere Sinne verkehren, anzuerkennen. Wie weit! Wie reich! Wie einladend! Welche Schätze bietet sie für jede Kraft des Menschen! In ihren fruchtbaren Feldern, in ihrer schiffbaren See, in ihren Bergen von Metall und Stein, in ihren holzreichen Wäldern, in ihren Tieren, in ihren chemischen Substanzen, in den Kräften und Pfaden des Lichtes, der Wärme, der Anziehungskraft und des Lebens, ist sie wohl wert, daß große Männer Herz und Mark daran setzen, sie zu unterjochen und zu genießen. Die Pflanzer, die Mechaniker, die Erfinder, die Astronomen, die Seefahrer und Städtegründer weiß die Weltgeschichte freudig zu ehren.
Sobald aber der Geist sich aufschließt und die Gesetze zu begreifen und zu enthüllen beginnt, die das Weltall durchströmen und die Dinge so gestalten, wie sie uns erscheinen, dann schrumpft diese gewaltige Welt mit einem Male zu einem bloßen Textbilde, ja zu einer Fabel unseres Geistes zusammen. »Was bin ich? Was ist überhaupt?« fragt der menschliche Geist mit einer stets neu entfachten, aber nie gestillten Wißbegierde. Denn jene Gesetze gleichen ungeheueren Linien, die unser unvollkommenes Fassungsvermögen nur hierhin und dorthin zielen, nie aber sich zum Kreise schließen sehen kann. Wir entdecken unendliche Beziehungen, alles ist so gleich und doch so ungleich, vieles und doch nur eins. Man möchte für immer lernen, für immer forschen, für immer bewundern! Diese Schöpfungen des Gedankens haben den menschlichen Geist in jedem Zeitalter beschäftigt.
Und doch offenbart sich uns eine noch geheimnisvollere, süßere und überwältigendere Schönheit, wenn Herz und Sinn sich sittlichen Gefühlen zu erschließen beginnen. Damit beginnt die Lehre von dem, was über uns ist. Hier lernen wir, daß unser Sein ohne Grenzen ist, daß wir zum Guten und Vollkommenen geboren sind, wie tief wir auch in Schwäche und Sünde daniederliegen mögen. Was der Mensch anbetet, das ist sein, wenn er es gleich noch nicht erreicht hätte. Er soll. Wir kennen den Sinn dieses großen Wortes, obgleich unsere Forschung es nicht erklären kann. Wenn einer, sei es in Unschuld, sei es in höchster geistiger Reife, dahin gelangt, zu sagen: »Ich liebe das Recht, die Wahrheit ist herrlich nach innen und außen, heute und immerdar – ewiger Geist des Guten, ich bin dein, bewahre du mich, beherrsche du mich, dir will ich dienen bei Tag und bei Nacht, im Großen und Kleinen, auf daß ich nicht tugendhaft sei, sondern selbst die Tugend!« dann ist das Endziel der Schöpfung erreicht, und Gott sieht es mit Wohlgefallen.
Das sittliche Gefühl ist nichts anderes als ein Gefühl der Ehrfurcht und des Entzückens bei der Wahrnehmung gewisser göttlicher Gesetze. Es beruht auf der Erkenntnis, daß das hausbackene Spiel des Lebens unter scheinbar lächerlichen Kleinigkeiten erstaunliche Principien verbirgt. Wie das Kind in seinen Spielen die Wirksamkeit des Lichtes, der Bewegung, der Gravitation und Muskelkraft kennen lernt, so schaffen in dem Spiel des Lebens Liebe und Furcht, Gerechtigkeit und Begierde, Mensch und Gottheit in Wechselwirkung. Es ist unmöglich, diese Gesetze in präcisen Worten aufzustellen. Sie lassen sich nicht niederschreiben, die menschliche Zunge vermag sie nicht auszusprechen. Sie spotten unserer ausdauerndsten Gedanken. Und doch lesen wir sie täglich und stündlich einer in des anderen Gesicht, einer in des anderen Thaten und jeder im eigenen Gewissen. So wie wir es aussprechen wollen, müssen wir die moralischen Züge, die in jeder sittlichen Handlung, in jedem sittlichen Gedanken gehäuft sind, zerfasern und durch eine mühsame Aufzählung von Einzelheiten darzustellen oder wenigstens zu suggerieren versuchen. Da aber in diesem Gefühl das Wesen aller Religion beruht, so will ich doch versuchen, euer Auge auf die wahren Objekte desselben hinzulenken, indem ich eine Reihe von Thatsachen, in welchen dieses Element erkennbar ist, aufzähle.
Die Intuition des sittlichen Gefühls ist die Erkenntnis der Vollkommenheit der geistigen Gesetze. Diese Gesetze sind zugleich ihre eigene Exekutive. Sie stehen außerhalb der Zeit, des Raumes, und sind keiner Wandlung unterworfen. Dies verhält sich so. Es giebt eine Gerechtigkeit, die in der Seele jedes Menschen wirksam ist und jede Regung, jede That sofort und unfehlbar vergilt. Wer eine gute That vollbringt, ist hierdurch sofort geadelt; wer eine gemeine Handlung begeht, sofort erniedrigt. Wer sich vom Unreinen loslöst, hüllt sich hierdurch in Reinheit. Ein Mensch, der reinen Herzens ist, ist soweit Gott: die Sicherheit Gottes, die Unsterblichkeit Gottes, die Majestät Gottes ziehen in sein Herz ein. Ein Mensch, der heuchelt und betrügt, betrügt sich selbst und verliert die klare Vorstellung von seinem eigenen Wesen. Ein Mensch, der die absolute Güte schaut, der betet in vollkommener Demut an. Jeder derartige Schritt hinab ist ein Schritt hinauf. Der Mensch, der sich selbst aufgiebt, kommt zu sich selbst.
Sehet, wie diese rasche innere Kraft überall thätig ist, überall Unrecht in Recht verwandelt, den Anschein zum Schein macht, und zwischen Thatsachen und Gedanken die Harmonie herstellt. Auch im Leben ist ihre Wirksamkeit, wenn auch für die Sinne langsam, eine ebenso sichere wie die im Geiste. Durch sie wird jeder Mensch seine eigene Vorsehung und schafft sich Gutes für seine Güte und Übles für seine Sünde. Charakter wird immer erkannt; Diebstähle bereichern nie; Almosen machen niemand arm; Mord spricht aus steinernen Mauern. Die kleinste Beimengung einer Lüge – zum Beispiel ein Fleckchen Eitelkeit, der geringste Versuch, einen guten Eindruck zu machen, in günstigem Lichte zu erscheinen, – verdirbt jede Wirkung. Aber sprich die Wahrheit, und die ganze Natur und alle Geister treten mit unerwarteter Förderung an deine Seite. Sprich die Wahrheit, und alles Lebende und Tote wird für dich bürgen, und die Wurzeln des Grases unter der Erde scheinen sich zu regen, um für dich Zeugenschaft abzulegen. Nicht minder vollkommen zeigt sich dieses Gesetz in seinem Einfluß auf die Neigungen der Menschen und als Grundgesetz der menschlichen Gesellschaft. Die Guten gesellen sich aus Wahlverwandtschaft zu den Guten, die Schlechten aus Wahlverwandtschaft zu den Schlechten. So wandelt die Seele kraft eigenen Willens zum Himmel, zur Hölle.
Diese Thatsachen haben den Menschen stets zu dem erhabenen Glauben geführt, daß die Welt nicht das Produkt vielfacher Kräfte, sondern das eines Willens und eines Geistes ist; und daß ein Geist überall wirksam ist, in jedem Sternstrahl wie in jedem Wasserringlein im Teiche; und was immer diesem Willen sich entgegenstellt, ist überall geschlagen und verloren, weil die Dinge so und nicht anders geschaffen sind. Das Gute ist das Positive. Das Böse existiert nur als Negation, es hat kein absolutes Sein; es gleicht der Kälte, die nur die Verneinung der Wärme bedeutet. Alles Böse ist ebensoviel Tod und Nichtsein. Nur der »gute« Wille ist absolut und real. So viel »guten« Willen ein Mensch hat, so viel Leben hat er. Denn alle Dinge gehen aus demselben Geiste hervor, der verschiedentlich, bald Liebe, bald Mäßigkeit, bald Gerechtigkeit genannt wird, so wie derselbe Ocean an den verschiedenen Küsten, die er bespült, verschiedene Namen erhält. So lange ein Mensch gute Ziele verfolgt, ist er stark mit der ganzen Stärke der Natur. So weit er sich von diesen Zielen entfernt, so weit beraubt er sich selbst der Kraft und Mittel – sein Sein zieht sich wie ein Fluidum aus den entferntesten Kanälchen zurück, er wird weniger und weniger, ein Punkt, ein Nichts, bis absolute Schlechtheit absoluter Tod wird.
Die Erkenntnis dieses Gesetzes der Gesetze erweckt im Geiste ein Gefühl, das wir das religiöse Gefühl nennen und das unsere höchste Glückseligkeit ausmacht. Wunderbar ist seine Kraft, zu bezaubern und zu gebieten. Es ist wie Bergesluft, es ist der Balsam der Welt. Es ist Myrrhe und Storax, Weihrauch und Rosmarin. Es macht den Himmel und die Hügel erhaben, es tönt im schweigenden Gesang der Sterne. Nur ihm verdankt die Welt ihre Sicherheit und Bewohnbarkeit, nicht dem Wissen oder der Macht. Der Gedanke kann nur kalt und intransitiv auf die Dinge wirken, findet kein Ende und keine Einheit, aber das Dämmern des sittlichen Gefühls im Herzen giebt und ist die Gewißheit, daß ein Gesetz souverän über allen Naturen herrscht; und die Welten, Zeit, Raum und Ewigkeit scheinen in lauten Jubel auszubrechen.
Dieses Gefühl ist göttlich und es vergöttlicht. Es ist des Menschen höchste Seligkeit. Es macht ihn unbegrenzbar. Nun erst lernt die Seele sich selber kennen. Nun erst wird der Hauptfehler des unmündigen Menschen beseitigt, der da groß zu sein strebt, indem er den Großen nachfolgt, der da hofft von anderen Vorteile zu erlangen – denn dieses Gefühl zeigt, daß die Quelle alles Guten in ihm selbst ist, und daß er, so gut wie jeder andere Mensch eine Pforte zu den Tiefen der Vernunft ist. Wenn er spricht: »Ich soll,« wenn ihn Liebe erwärmt, wenn er, der Stimme der Höhe gehorchend, das Große und Gute erwählt, dann wandern tiefe Melodien der Höchsten Weisheit durch seine Seele. – Nun erst kann er anbeten und durch seine Andacht wachsen – denn über jenes Gefühl hinaus kann er nie gelangen. In seinen erhabensten Flügen schwingt sich der Geist nie über die Höhe der Sittlichkeit, nie über den Gipfel der Liebe empor.
Dieses Gefühl ruht im Grunde aller gesellschaftlichen Ordnung und schafft successive jede Art von Religion. Das religiöse Princip stirbt nie aus. Auch der in Aberglauben, in Sinnlichkeit versunkene Mensch verliert die Visionen des ethischen Gefühls niemals ganz. Und so sind alle Äußerungen dieses Gefühls heilig und dauernd, je nach dem Grade ihrer Reinheit. Die Äußerungen desselben ergreifen uns mehr als alles andere, was in Worten gesagt wird. Die Sprüche der ältesten Zeiten, die solche Frömmigkeit atmen, sind heute noch frisch und duftig.
Dieser Gedanke weilte immer am tiefsten in den Geistern der Menschen des andächtigen und beschaulichen Ostens, nicht nur in Palästina, wo er seinen reinsten Ausdruck fand, sondern auch in Ägypten, in Persien, in Indien und China. Europa hat all seine göttlichen Impulse orientalischem Geiste zu verdanken gehabt. Was diese heiligen Sänger sagten, das fanden alle gesunden Menschen wohlthuend und wahr. Und der einzig dastehende Eindruck, den Jesus auf die Menschheit gemacht hat, Jesus, dessen Name in die Weltgeschichte nicht geschrieben, sondern in tiefen Furchen durch sie gezogen ist, ist ein Beweis, welche geheime und durchdringende Kraft jene Infusion des Ostens besaß.
Aber obgleich die Thore des Tempels Tag und Nacht offen stehen und die Orakel dieser Wahrheit nie aufhören, wird sie von einer strengen Bedingung bewacht: sie ist eine Intuition. Sie kann nicht aus zweiter Hand empfangen werden. Überhaupt kann ich von fremdem Geiste keine Lehre, sondern nur Anregung empfangen. Was er verkündigt, muß ich in mir wahr finden oder verwerfen, aber auf sein Wort hin oder weil ich sein Anhänger bin, sei er wer er mag, kann ich nichts annehmen. Im Gegenteil, das Fehlen dieses primären Glaubens bedeutet den Anfang des Verfalles. Wie die Flut, so ist die Ebbe. Sobald dieser Glaube verloren geht, werden seine eigenen Worte und Schöpfungen falsch und schädlich. Dann fallt die Kirche, der Staat, die Kunst, die Wissenschaft und das Leben. So wie die Lehre von der göttlichen Natur vergessen wird, ergreift Krankheit den ganzen Bau und verkrüppelt ihn. Einst war der Mensch alles, nun ist er ein Anhängsel, ein Schädling. Und weil der ihm innewohnende höchste Geist nie ganz verloren gehen kann, so erleidet seine Lehre die Verkehrung, daß die göttliche Natur nunmehr einer oder zwei Personen zugeschrieben und allen übrigen abgesprochen und mit Wut abgesprochen wird. Hiermit ist die Lehre der Inspiration verloren, und die gemeine Lehre von der Majorität der Stimmen usurpiert den Platz der Lehre des Geistes. Wunder, Weissagungen und Poesie, das ideale, das heilige Leben existieren nur mehr als alte Geschichte, im Glauben und Streben der Gesellschaft spielen sie keine Rolle mehr, und wenn jemand sie ernsthaft nimmt, so scheint es lächerlich. Das Leben wird komisch und erbärmlich, sobald die hohen Ziele des Daseins aus dem Gesicht schwinden, und die Menschen werden kurzsichtig und sehen nur mehr das, was zu den Sinnen spricht.
Diese allgemeinen Erörterungen, die, so lange sie allgemein sind, niemand bestreiten wird, finden reiche Bestätigung in der Religionsgeschichte und vor allem in der Geschichte der christlichen Kirche. Wir alle sind in ihr geboren und haben Nahrung aus ihr gesogen. Die Wahrheit, die in ihr enthalten ist, schickt ihr, meine jungen Freunde, euch nun zu lehren an. Als der Kultus oder die bestehende Form der Gottesverehrung in der civilisierten Welt hat sie großes historisches Interesse für uns. Von ihren heiligen Worten, die der Trost der Menschheit gewesen sind, brauche ich euch nicht zu sprechen. Ich werde versuchen, meine Pflicht gegen euch bei dieser Gelegenheit zu erfüllen, indem ich euch auf zwei Irrtümer aufmerksam machen werde, die von dem Standpunkte, den wir soeben eingenommen haben, täglich gröber erscheinen.
Jesus Christus gehörte zu den wahren Propheten. Er sah das Mysterium der Seele mit offenem Auge. Angezogen von seiner strengen Harmonie, hingerissen von seiner Schönheit, lebte er darin, und sein ganzes Sein ward davon erfüllt. Der Einzige in der ganzen Weltgeschichte erkannte er die Größe des Menschen. Dieser eine Mann war dem treu, was in euch und in mir ist. Er sah, daß Gott in jedem Menschen zu Fleisch wird und immer aufs neue ausgeht, von der Welt Besitz zu ergreifen. Und in diesem Jubel erhabener Bewegung sagte er: »Ich bin göttlich. Durch mich spricht, durch mich handelt Gott. Wollt ihr Gott schauen, schauet mich – oder schaue dich selber, so du ebenso denkst, wie ich jetzt denke.« Aber welch eine Verzerrung mußte seine Lehre und sein Gedächtnis bereits in derselben, in den nächsten und den folgenden Generationen erleiden! – Es giebt keine Lehre der Vernunft, die es vertragen würde, vom Verstande gelehrt zu werden. Der Verstand fing jenes hohe Lied von den Lippen des Dichters auf und sagte im folgenden Zeitalter: »Dies war Jehova, der vom Himmel herabgekommen ist. Ich töte dich, wenn du sagst, er war nur ein Mensch.« Die Redensarten, die er liebte, die Bilder seiner Rhetorik haben die Stelle seiner Wahrheit eingenommen, und Kirchen werden nicht auf seinen Principien, sondern auf seinen Redefiguren gegründet! Das Christentum wurde zu einem Mythos, wie es vordem die poetische Lehre Griechenlands und Ägyptens geworden war. Er sprach von Wundern; denn er fühlte, daß das ganze menschliche Leben und alles, was ein Mensch thut, ein Wunder sei, und er wußte, daß dieses tägliche Wunder sichtbar leuchtet, sowie der Charakter des Menschen sich hebt. Aber das Wort »Wunder,« wie es die christlichen Kirchen gebrauchen, giebt eine falsche Vorstellung, es bedeutet: Monstrum. Es ist nicht eins mit dem blühenden Klee und dem fallenden Regen.
Er achtete Moses und die Propheten, aber keine ungehörige Zärtlichkeit hielt ihn davon ab, ihre alten Offenbarungen hinter dem Augenblick und dem Menschen der Gegenwart zurückzusetzen und ihnen die ewige Offenbarung des Herzens entgegenzustellen. So war er ein wahrer Mensch. Da er sah, daß ein Gesetz in uns gebietet, wollte er diesem Gesetz nicht von außen her gebieten lassen. Kühn mit Hand und Herz und Leben erklärte er, daß dieses Gesetz Gott sei. Und so ist er meiner Ansicht nach der einzige Mensch in der ganzen Weltgeschichte, der den Wert des Menschen zu schätzen wußte.

I. Von diesem Standpunkt aus erkennen wir den ersten Fehler des historischen Christentums. Das historische Christentum ist in jenen Irrtum verfallen, der alle Versuche, eine Religion auszubreiten, verdirbt. Wie es uns heute erscheint und wie es seit Jahrhunderten erscheinen mußte, ist es keine Lehre vom Geiste mehr, sondern nichts als eine Übertreibung des Persönlichen, des Positiven, des Rituellen. Es haftete immer und haftet noch heute mit schädlicher Übertreibung an der Person Jesu. Der Geist kennt keine Personen. Er fordert jeden Menschen auf, sich selbst zum vollen Kreise des Weltalls zu erweitern, und duldet keine andere Bevorzugung als die spontaner Liebe.
Unser historisches Christentum aber, das nichts als eine orientalische Monarchie ist, die Indolenz und Furcht aufgebaut haben, hat den Freund der Menschen zu ihrem Schädiger gemacht. Die Art, in der sein Name mit Ausdrücken umgeben wird, die einst Ausbrüche der Bewunderung und Liebe waren, die aber heute zu offiziellen Titeln versteinert sind, ertötet alle edelgeartete Sympathie und Liebe. Alle, die mich hören, fühlen, daß die Sprache, in der Christus in Europa und Amerika geschildert wird, nicht der Stil der Freundschaft oder des Enthusiasmus für ein gutes und großes Herz ist, sondern förmlich und eingelernt ist und einen Halbgott schildert, wie die Orientalen oder die Griechen Osiris oder Apollo schildern würden. Wenn wir gar die schimpflichen Behauptungen, die unser erster Unterricht im Katechismus uns aufdrängt, acceptieren, so werden Selbstverleugnung und Ehrlichkeit selbst nur glänzende Sünden, sobald sie nicht den christlichen Namen tragen. Wahrlich, man möchte lieber

»ein Heide sein,
Gesäugt in einem längst erstorbnen Glauben«

als sich so seines männlichen Rechtes, in die Natur einzutreten, berauben zu lassen und nicht nur Namen und Stellen, nicht nur das Land und alle Berufsarten, sondern selbst die Sittlichkeit und die Wahrheit abgeschlossen und monopolisiert finden zu müssen! Man darf ja nicht einmal ein Mann sein! Du sollst nicht die Welt dir zu eigen machen, du sollst nichts wagen und nicht nach dem unendlichen Gesetze in dir leben, umgeben von der unendlichen Schönheit, die Himmel und Erde dir in tausend lieblichen Formen zurückstrahlen, sondern du hast deine Natur der Natur Christi unterzuordnen und für die letztere hast du unsere Interpretation anzunehmen und sein Bild hinzunehmen, wie der Pöbel es zeichnet.
Immer ist das das Beste, was mich mir selbst giebt. Das Erhabenste in mir wird durch die große stoische Lehre: »Gehorche dir selbst« angeregt. Das, was Gott in mir zeigt, stärkt mich. Das, was Gott außerhalb meiner zeigt, das macht mich zu einer Warze, zu einem Auswuchs. Dann giebt es keinen notwendigen Grund für mein Dasein mehr. Schon kriechen die Schatten unzeitiger Vergessenheit über mich, und ich sterbe für immer.
Die göttlichen Seher sind die Freunde meiner Sittlichkeit, meines Intellekts, meiner Kraft. Sie erinnern mich daran, daß die Strahlen, die meinen Geist durchblitzen, nicht mein, sondern Gottes sind, daß sie die gleichen Strahlen schauten und der himmlischen Vision nicht ungehorsam waren. Und darum liebe ich sie, denn edle Anregungen gehen von ihnen aus, die mich heißen, dem Bösen zu widerstehen, die Welt mir zu unterwerfen und zu sein. Und auf dieselbe Weise, durch seine heiligen Gedanken, fördert mich auch Jesus – und nur dadurch. Jeder Versuch, einen Menschen durch Wunder zu bekehren, ist eine Profanation des Geistes. Eine wahre Bekehrung findet nur dort statt, ein wahrer Christ wird heute wie immer der, dessen Seele hohe Gefühle durchdringen. Allerdings mußte eine große und reiche Seele wie die seinige, da sie unter den Einfältigen erschien, einen so überwältigenden Eindruck machen, daß sie, wie es geschah, der Welt einen neuen Namen gab. Die Welt scheint ihnen nur für ihn zu existieren, und sie haben noch nicht tief genug vom Borne seines Geistes getrunken, um zu erkennen, daß nur dadurch, daß sie zu sich selber zurückkehren oder vielmehr zum Gott, der in ihnen wohnt, sie der Ewigkeit teilhaftig werden können. Es ist eine geringe Wohlthat, wenn einer mir etwas giebt; aber eine hohe, wenn einer mich fähig macht, selbst etwas zu schaffen. Die Zeit wird kommen, wo alle Menschen einsehen werden, daß die Gabe Gottes für unsere Seelen keine prahlerische, überwältigende, unduldsame Heiligkeit ist, sondern eine süße, natürliche Güte – eine Güte, die nicht anders als deine und meine Güte ist und deine und meine freundlich begrüßt und sie zu sein und zu wachsen einlädt.
Jesu selbst geschieht durch den gewöhnlichen Predigerton ein nicht minder großes Unrecht als den Seelen, die dadurch profaniert werden. Die Prediger sehen nicht, daß sie sein Evangelium unfroh machen und ihn selbst der Locken seiner Schönheit und der himmlischen Attribute berauben. Wenn ich einen majestätischen Epaminondas oder Washington erblicke, wenn ich unter meinen Zeitgenossen einen wahren Redner, einen gerechten Richter, einen lieben Freund sehe, wenn der Geist und die Melodie eines Gedichts in mir nachzittern, dann sehe ich wünschenswerteste Schönheit. Und ebenso lieblich, und mit noch vollerer Zustimmung meines menschlichen Wesens, tönt in meinem Ohr die strenge Musik der Sänger, die zu allen Zeiten vom wahren Gott gesungen haben. Darum entwürdiget nicht das Leben und die Worte Christi, indem ihr sie isoliert und aus dem Kreise dieses Zaubers herausreißt. Laßt sie, wie sie sich ereigneten, lebendig und warm, als ein Teil des menschlichen Lebens, der Landschaft und des heiteren Tages.

II. Der zweite Mangel des traditionellen und beschränkten Gebrauches, der vom Geiste Christi gemacht wird, ist eine Folge des ersten: daß nämlich die sittliche Natur, jenes Gesetz der Gesetze, mit dessen Offenbarungen die Hoheit Gottes – ja Gott selbst in die empfängliche Seele einzieht, nicht mehr als die Quelle der bestehenden Lehre betrachtet und erforscht wird. Man ist dahin gekommen, von der Offenbarung als von etwas, das vor langer, langer Zeit stattgefunden hätte, zu sprechen, als ob Gott tot wäre. Die Schmach, die hierdurch dem Glauben angethan wird, erstickt den Prediger, und die herrlichste aller Institutionen wird hierdurch zu einer unsicheren und unartikulierten Stimme.
Es ist ganz gewiß, daß jede tiefere Einsicht in die Schönheit des Geistes den Wunsch und das Bedürfnis erzeugt, dasselbe Wissen, dieselbe Liebe auch anderen mitzuteilen. Wenn die Äußerung versagt wird, dann lastet der Gedanke wie ein Gewicht auf der Seele. Immer ist der Seher auch ein Sager. Irgendwie muß er seinen Traum erzählen, irgendwie macht er ihn mit feierlicher Freude kund: bald mit dem Pinsel auf Leinwand, bald mit dem Meißel in Stein, bald verkörpert er die Andacht seiner Seele in Türmen und Hallen von Granit, bald in den geheimnisvollen Blüten der Musik; am klarsten und dauerndsten aber in Worten.
Der Mensch, der von dieser Herrlichkeit hingerissen wird, wird ihr Priester, ihr Prophet. Dieses Amt ist so alt wie die Welt. Aber zu ihm führt eine strenge Bedingung – eine geistige Schranke ist um dasselbe gezogen: Nur der Geist kann lehren. Kein profaner, kein sinnlicher Mensch, kein Lügner, kein Sklave kann lehren, sondern nur der kann geben, der hat; nur der kann schaffen, der ist. Nur der Mensch, der vom Geiste ergriffen wird, durch den der Geist spricht, kann lehren. Mut, Frommheit, Liebe, Weisheit können lehren; und diesen Engeln kann jeglicher Mensch seine Thür öffnen, und sie werden ihm die Gabe der Zungen bringen. Aber der Mensch, der da strebt, zu sprechen, wie er es aus Büchern gelernt hat, wie es bei Synoden Gebrauch ist, wie die Mode vorschreibt, oder sein Interesse es befiehlt, plappert. Heißet ihn schweigen!
Diesem heiligen Amte wollt auch ihr euch widmen. Ich wünschte, ihr fühltet den Beruf dazu mit in Sehnsucht und Hoffnung klopfendem Herzen. Das Amt ist das erste in der Welt. Es ist so furchtbar real, daß es den Abbruch, den die geringste Lüge ihm anthut, nicht verträgt. Und es ist meine Pflicht, euch zu sagen, daß das Bedürfnis nach neuer Offenbarung nie größer war als jetzt. Aus den Ansichten, die ich bereits ausgesprochen habe, werdet ihr die traurige Überzeugung entnehmen, die ich, wie ich glaube, mit vielen teile, daß der Glaube allgemein verfällt und nun beinahe erstorben ist. Der Geist wird nicht gepredigt. Die Kirche scheint ihrem Fall zuzuwanken, beinahe ihr ganzes Leben scheint erloschen.
Bei diesem Sachverhalt wäre jede Konzession ein Verbrechen, und ich darf und kann euch, deren Hoffnung und Ausgabe es ist, den Glauben Christi zu predigen, nicht sagen, daß der Glaube Christi schon gepredigt ist.
Es ist Zeit, daß dieses kaum mehr unterdrückte Murren aller denkenden Menschen gegen die Hungersnot unserer Kirchen, dieses Seufzen des Herzens, das des Trostes, der Hoffnung und jener Hoheit, die mir aus der Entwicklung des ethischen Gehaltes hervorgeht, beraubt ist, durch den Schlaf der Trägheit und den Lärm der Routine vernommen werde. Die große und ewige Aufgabe des Predigers wird nicht erfüllt. Eine Predigt soll der Ausdruck des sittlichen Gefühles in seiner Anwendung auf die Pflichten des Lebens sein. In wie vielen Kirchen, von wie viel Propheten, sagt mir, wird dem Menschen fühlbar gemacht, daß er ein unendlicher Geist ist, daß Erde und Himmel in seine Seele überströmen, daß er in aller Ewigkeit vom Geiste Gottes trinkt? Wo hören wir heute den Ton der Überzeugung, der durch seine bloße Melodie das Herz mit Paradieseslust erfüllt und hierdurch seinen himmlischen Ursprung erweist? Wo soll ich heute Worte hören wie jene, die in alten Zeiten die Menschen hinrissen, daß sie alles verließen – Vater und Mutter, Haus und Gut, Weib und Kind – und ihm nachfolgten? Wo kann ich jene erhabenen sittlichen Gesetze so ausgesprochen hören, daß sie in meinem Ohre hallen und ich mich geadelt fühle, wenn ich mein äußerstes Thun und Leiden als Opfer biete? Der einzige Prüfstein wahren Glaubens ist seine Macht, die Seelen zu bezaubern und zu beherrschen, wie die Gesetze der Natur das Thun unserer Hände regieren – und so zu beherrschen, daß das Gehorchen uns eine Ehre und eine Lust ist. Der Glaube muß eins werden mit dem Lichte der aufgehenden und sinkenden Sonne, mit dem Fliehen der Wolken, dem Vogelgesang und dem Dufte der Blumen. Aber heute hat der Sabbath des Priesters den Glanz der Natur verloren, er ist unlieblich geworden – wir sind froh, wenn der Gottesdienst zu Ende ist. Wir können, selbst wenn wir auf unseren Kirchenstühlen sitzen, allein mit uns selbst einen weit besseren, heiligeren und süßeren Sabbath feiern – und wir feiern ihn auch.
So oft ein Formelmensch die Kanzel betritt, wird der Andächtige betrogen und trostlos. Wir fahren zurück, sobald die Gebete beginnen, die uns nicht erheben, sondern niederschlagen und verletzen. Wir würden uns am liebsten in unsere Mäntel hüllen und uns, so gut es geht, eine Einsamkeit schaffen, in der wir nichts mehr hören. Ich habe einmal einen Prediger gehört, der mich stark in die Versuchung führte, nie wieder eine Kirche zu betreten. Die Leute, dachte ich, gehen eben dorthin, wohin sie zu gehen gewohnt sind, sonst wäre an jenem Abend kein Mensch in die Kirche gekommen. Draußen fiel der Schnee – und der Schnee war etwas Wirkliches, der Prediger aber nur eine künstliche, eine gespenstische Erscheinung – und jedes Auge mußte den traurigen Unterschied zwischen ihm und dem schönen Phänomen vor den Fenstern empfinden. Der Mann hatte umsonst gelebt. Keines seiner Worte verriet, daß er je gelacht oder geweint, geliebt oder gefreit hatte, keines, daß er je gelobt, betrogen oder gequält worden war. Wenn er wirklich je gelebt oder gefühlt hatte – wir merkten nichts davon. Das erste Geheimnis seines Amtes – Leben in Wahrheit umzusetzen – hatte er nie gelernt. Kein Körnlein seiner Erfahrung hatte er in seine Lehre zu bringen verstanden. Der Mann hatte gepflügt und gepflanzt, gesprochen, gekauft und verkauft, er hatte Bücher gelesen, er hatte gegessen und getrunken, sein Kopf schmerzt, sein Herz klopft, er lächelt und leidet – und doch verriet kein Wort, keine noch so leise Andeutung in seiner Rede, daß er überhaupt je gelebt hatte. Keine Zeile war dem wirklichen Leben entnommen. Den wahren Prediger erkennt man daran, daß er seiner Gemeinde sein eigenes Leben mitteilt – sein Leben, wie es durch das Feuer des Gedankens gegangen ist. Aber aus der Rede des schlechten Predigers ging nicht hervor, in welches Weltalter seine Geburt gefallen war, ob er einen Vater oder ein Kind hatte, ob er ein Freisasse oder ein Proletarier, ein Städter oder ein Landmann war, noch sonst irgend etwas aus der Geschichte seines Lebens. Es schien sonderbar, daß die Leute überhaupt in die Kirche kamen. Sie hatten es offenbar zu Hause sehr unbehaglich, da sie dieses gedankenlose Geschwätz vorzogen. Es beweist, welche gebietende Anziehung das sittliche Gefühl ausübt, da es selbst der Langeweile und Unwissenheit einen schwachen Lichtschimmer verleihen kann, wenn sie in seinem Namen und an seiner Stelle auftreten. Der empfängliche Hörer weiß, daß er sich doch hier und da getroffen fühlt, weiß, daß etwas in ihm ergriffen werden kann, und daß das eine oder das andere Wort dieses »Etwas« zu ergreifen vermag. Wenn er diesen leeren Worten lauscht, tröstet er sich damit, daß sie die Erinnerung an bessere Stunden erwecken, und so hallen und klappern sie fort, ohne daß jemand etwas dawider hätte.
Ich weiß wohl, daß auch dort, wo wir unwürdig predigen, es nicht immer vergebens geschieht. Manche Menschen haben ein gutes Ohr und wissen auch aus sehr mangelhafter Nahrung neue Stärke für ihr sittliches Wesen zu schöpfen.
In all den Gemeinplätzen des Gottesdienstes und der Gebete liegt poetische Wahrheit, und ob thöricht gesprochen, können sie weise gehört werden, denn jeder dieser Gemeinplätze war einst der ungewöhnlichste Ausdruck, der sich in einem Augenblick tiefer Frömmigkeit einer tief betrübten oder jauchzenden Seele entrang, und den seine Vorzüglichkeit vor dem Vergessen schützte. Die Gebete und selbst die Dogmen der Kirche sind, wie der Zodiacus von Dendera und die astronomischen Denkmäler der Hindus, von allem, was in der heutigen Generation lebt und sie beschäftigt, vollkommen losgelöst und ihr fremd geworden. Sie zeigen nur mehr den Wasserstand an, zu dem sich einst die Fluten erhoben haben.
Aber jene Empfänglichkeit vermindert das Unheil nur bei den Frommen und Guten. In dem größten Teil der Gemeinde ruft der Gottesdienst ganz andere Gedanken und Bewegungen hervor. Wir brauchen den nachlässigen Diener des Herrn nicht zu schelten. Die rasche Vergeltung, die seiner Jämmerlichkeit folgt, erregt eher unser Mitleid.
Wehe dem unseligen Mann, der da berufen ist, auf der Kanzel zu stehen und kein Brot des Lebens zu geben hat! Was immer vorfällt, wird zu einer Anklage gegen ihn! Wenn er Geld für die inneren oder ausländischen Missionen fordert, muß nicht Schamröte sein Antlitz färben? Kann er seiner Gemeinde vorschlagen, Geld in eine Entfernung von hundert oder tausend Meilen zu senden, um anderen dieselbe ärmliche Kost zu verschaffen, die sie zu Hause haben, der zu entfliehen, sie besser thäten, selbst Hunderte und Tausende von Meilen weit fortzuziehen? Kann er die Leute zu einem gottgefälligen Leben ermahnen? Kann er von seinen Mitmenschen fordern, am Sabbath zu frommen Versammlungen zu erscheinen, da doch er und sie alle wissen, wie unsäglich wenig sie dort im besten Falle erwarten können? Kann er sie einzeln zum heiligen Abendmahl einladen? Er wagt es nicht.
Wenn der Ritus nicht von lebendiger Herzensliebe erwärmt wird, der hohle, trockene, knarrende Formalismus ist viel zu leer, als daß der Prediger einem Mann von Geist und Energie ins Auge schauen und die Einladung unerschrocken aussprechen könnte. Was kann er dem frechen Lästerer auf der Straße erwidern? Der Lästerer sieht ja Furcht im Gesicht, in den Bewegungen, im Gange des Geistlichen!
Ich will hier aufrichtig sprechen und meine Aufrichtigkeit nicht durch irgend welche Ungerechtigkeit gegen brave Männer beflecken. Ich kenne und ehre die Reinheit und strenge Gewissenhaftigkeit zahlreicher Mitglieder des Klerus.
Das geringe Leben, das dem öffentlichen Gottesdienst überhaupt noch innewohnt, verdankt er der weit verstreuten Schar frommer Männer, die, wenn sie auch bisweilen mit allzugroßer Zärtlichkeit die Lehren der Vorfahren acceptieren, doch aus sich selbst das echte Feuer sittlicher Impulse geschöpft haben und uns so durch die Heiligkeit ihres Charakters noch immer zu Liebe und Ehrfurcht zwingen. Noch mehr, diese Ausnahmen sind nicht so sehr in wenigen hervorragenden Predigern zu suchen, als in den besseren Augenblicken, in der wahren Begeisterung eines jeden – ja in den aufrichtigen Stunden jedes einzelnen Menschen. Aber wie viel Ausnahmen es auch geben mag, es bleibt dennoch wahr, daß alles Predigen in diesem Lande ein traditionelles Gepräge zeigt, daß es aus dem Gedächtnis und nicht aus dem Herzen kommt; daß die Prediger nach dem Üblichen und nicht nach dem Notwendigen und Ewigen streben, und daß so das historische Christentum das Predigeramt seiner Macht beraubt, indem es ihm die Erforschung der sittlichen Natur des Menschen entzieht, in der allein das Erhabene gefunden werden kann, in der allein die Quellen der Verwunderung und der Macht liegen. Es läßt sich gar nicht sagen, welch grausames Unrecht hierdurch gegen jenes »Gesetz« begangen wird, das die Wonne der ganzen Erde ist, jeden Gedanken reich und wertvoll machen kann, jenes Gesetz, gegen dessen verhängnisvolle Sicherheit die astronomischen Kreise nur als schwächliche Nachahmungen erscheinen, und das auf diese Weise travestiert und entwertet, von anderen aber verschrien und angeheult wird – während kein Zug, kein Wort desselben klar verkündet wird. Die Kanzel, die dieses Gesetz aus dem Auge verloren, verliert ihren ganzen Sinn und hascht, sie weiß selbst nicht, wonach! Und weil dieser Geist fehlt, wird die Gemeinde der Sache müde und glaubenslos.
Das Volk verlangt nach nichts so sehr wie nach einer hohen, ernsten, stoischen, christlichen Lehre, damit es sich selber und die durch seine Seele redende Gottheit kennen lerne. Heute schämt der Mensch sich seiner selbst, er schleicht und kriecht durch die Welt, froh, wenn er geduldet oder bemitleidet wird, und kaum einmal in tausend Jahren wagt es ein Mensch, weise und gut zu sein und damit die Thränen und den Segen seines Geschlechtes nach sich zu ziehen.
Gewiß hat es Zeiten gegeben, in welchen der Geist auf dem Gebiete gewisser Wahrheiten keine Thätigkeit entfaltete und infolgedessen ein größerer Glaube an Namen und Personen möglich war. Die Puritaner in England und Amerika fanden in dem Christus der katholischen Kirche und in den von Rom ererbten Dogmen Spielraum für ihre strenge Frömmigkeit und ihre Sehnsucht nach politischer Freiheit – aber ihr Glaube schwindet täglich mehr dahin, und kein anderer erhebt sich an seiner Statt. Ich glaube, kein Mensch, der nicht ganz gedankenlos ist, kann in eine unserer Kirchen gehen, ohne zu fühlen, daß aller Einfluß, den der öffentliche Gottesdienst einst auf die Seelen der Menschen hatte, dahin ist oder dahin schwindet.
Er hat seine Macht über die Liebe der Guten und die Furcht der Schlechten verloren. Auf dem Lande fallen halbe Sprengel ab. Es scheint beinahe schon ein Zeichen von Charakter und wahrer Religiosität zu sein, wenn ein Mensch den gewöhnlichen religiösen Versammlungen fern bleibt. Ich habe einen wahrhaft frommen Menschen, der den Sabbath hielt, in der Bitterkeit seines Herzens ausrufen hören: »Es scheint schon Sünde zu sein, am Sonntag in die Kirche zu gehen!« Und das Motiv, das die Besten noch hinführt, ist heute nur mehr Hoffnung und Erwartung. Was einst nur zufällig war, daß die Besten und Schlechtesten der Gemeinde, Arme und Reiche, Bildung und Unwissenheit, Jung und Alt sich an einem Tage als Brüder in einem Hause trafen, zum Zeichen der Gleichberechtigung der Seelen, das ist heute ein hervorragendes Motiv geworden, überhaupt noch dahin zu gehen.
In diesen zwei Irrtümern, meine Freunde, glaube ich die Gründe des Verfalls der Kirche und eines verheerenden Unglaubens zu finden. Und welches größere Unheil kann eine Nation treffen als der Verlust des Glaubens? Dann verfällt alles. Der Genius verläßt den Tempel, um sich im Senat oder auf dem Markt niederzulassen. Die Litteratur wird frivol, die Wissenschaft kalt. Das Auge der Jugend wird nicht mehr von der Hoffnung auf eine andere Welt erleuchtet – und dem Alter wird keine Ehre mehr zu teil. Die menschliche Gesellschaft lebt nur mehr für jämmerliche Kleinigkeiten, und wenn die Menschen sterben, sind sie keiner Erwähnung wert.
Und nun, meine Brüder, werdet ihr fragen: Was können wir in diesen kleinmütigen Tagen thun? – In unserer Klage über die Kirche ist auch das Heilmittel schon ausgesprochen. Wir haben die Kirche dem Geiste entgegengesetzt. Nun denn, im Geiste liegt die Erlösung. Wo ein Mann auftritt, bringt er eine Revolution mit sich. Das Alte ist für Sklaven. Wenn ein Mann auftritt, werden alle Bücher lesbar, alle Dinge durchsichtig, alle Religionen zu Formen. Nur er ist religiös. Er ist es, der Wunder wirkt, der unter Wundern geschaut wird. Alle anderen Leute segnen und fluchen; er aber sagt nur: Ja, ja; nein, nein. Die Starrheit unserer Religionen; die Annahme, daß die Zeit der Inspiration vorüber und die Bibel abgeschlossen sei; die Furcht, Jesus herabzusetzen, wenn man ihn als Menschen auffaßt: alles dies zeigt klar genug, wie falsche Wege unsere Theologie wandelt.
Des wahren Predigers Aufgabe ist es, uns zu zeigen, daß Gott ist, nicht daß er war; daß er spricht, nicht daß er gesprochen hat. Das wahre Christentum – ein Glaube an die Unendlichkeit des Menschen, wie der Christi war – ist verloren gegangen. Kein Mensch glaubt an den Geist des Menschen, sondern an irgend einen alten längst erloschenen Stamm, irgend eine alte längst verstorbene Persönlichkeit. Weh‘ mir! Kein Mensch mehr geht allein. Alle strömen herdenweise zu diesem oder jenem Heiligen oder Poeten und meiden den Gott, der in das Verborgene schaut. Sie, die im Verborgenen nichts sehen können und lieber auf den Straßen blind sind: sie halten die Gesellschaft für klüger als ihre Seele und wissen nicht, daß eine Seele – ihre Seele weiser ist als alle Welt. Siehe, Nationen und Rassen fliehen vorüber und versinken im Meer der Zeit, und kein Wellenringlein zeigt die Stelle, auf der sie fluteten oder sanken, und eine große Menschenseele läßt die Namen Moses, Zeno oder Zarathustra für immer ehrwürdig erscheinen. Kein Mensch hat den ernsten Ehrgeiz, das Selbst der Nation und der Natur zu sein, sondern jeder möchte gern ein bequemer Nachtreter irgend eines christlichen Systems, irgend einer Sekte oder irgend eines hervorragenden Mannes sein. Laßt nur einmal eure eigene Gotteserkenntnis, euer eigenes Gefühl fahren und empfanget Lehre aus zweiter Hand, sei es vom Apostel Paulus, von George Fox oder Swedenborg – und ihr entfernt euch mit jedem Jahre, daß diese Religion aus zweiter Hand währet, weiter von Gott, und wenn dies, wie jetzt, durch Jahrhunderte andauert, dann gähnt der Abgrund zuletzt so weit, daß die Menschen kaum mehr glauben wollen, daß irgend etwas Göttliches in ihnen ist.
So ermahne ich euch denn vor allem anderen, allein zu gehen, alle guten Vorbilder zu verschmähen, selbst diejenigen, die den Menschen noch so geheiligt erscheinen, und Gott ohne Mittler, ohne Schleier zu verehren.
Ihr werdet Freunde genug finden, die euch Wesleys und Oberlins, Heilige und Propheten zur Nacheiferung empfehlen werden. Dankt Gott für diese guten Leute, aber sprecht: Auch ich bin ein Mensch. Kein Nachahmer kann sein Vorbild überflügeln, und so verdammt sich der Nachahmer selbst zu hoffnungsloser Mittelmäßigkeit. Der Erfinder durfte dies thun, weil es für ihn das Natürliche war und darum an ihm voll Reiz erschien. Dem Nachahmer wäre etwas anderes naturgemäß, und er beraubt sich seiner eigenen Schönheit, um die eines anderen nicht zu erreichen.
Du, der du ein neugeborener Sänger des heiligen Geistes bist, wirf alle Form und Konformität von dir und führe die Menschen gerade zu Gott. Sieh vor allem und einzig darauf, daß Mode, Sitte, Autorität, Genuß und Geld dir als nichts erscheinen – damit sie nicht Binden über deine Augen seien, die dich am Sehen hindern – sondern lebe mit dem Vorrecht des unendlichen Geistes! Seid nicht allzu erpicht darauf, daß ihr alle Familien und jede Familie in eurer Gemeinde regelmäßig besuchet, aber wenn ihr einem Manne oder einem Weibe aus derselben auf der Straße begegnet, dann seid für sie ein geistlicher Mensch! Seid für sie Gedanke und Sittlichkeit, möge ihr schüchternes Streben in euch einen Freund finden, wo ihre unterdrückten, verachteten Triebe durch euch in eure Atmosphäre geleitet werden, – lasset ihre Zweifel fühlen, daß auch ihr einst gezweifelt habt, laßt ihre Verwunderung merken, daß auch ihr euch verwundert habt. Vertrauet eurem eigenen Herzen, und ihr werdet auch zu anderen Vertrauen haben. Denn trotz all unserer Pfennigweisheit, trotz der geisttötenden Sklaverei, in der uns die Gewohnheit hält, ist es zweifellos, daß alle Menschen erhabener Gedanken fähig sind, daß alle die wenigen wirklichen Stunden ihres Lebens schätzen, daß alle gehört werden wollen, daß sie sich gerne zur Höhe, zur Erkenntnis des Gesetzes emporheben lassen. Wie leuchtende Punkte sind in unser Gedächtnis die wenigen Begegnungen eingeprägt, die wir auf dem öden Pfade der Gewohnheit und der Sünde mit Menschen hatten, die unsere Seele weiser und besser machten, die aussprachen, was wir dachten, die uns sagten, was wir wußten, die uns das zu sein gestatteten, was wir innerlich sind. Erfüllt den Menschen gegenüber wahrhaft eure priesterliche Pflicht, und ihre Liebe wird euch wie ein Engel auf allen euren Wegen folgen.
Und darum hüten wir uns, nach gemeinem Verdienst zu streben! Können wir nicht anderen, die sie lieben, die Tugend überlassen, die für das Lob der Menschen glitzert, und uns selbst in die tiefe Einsamkeit absoluten Könnens und Wertes zurückziehen? Was die Gesellschaft an Sittlichkeit von uns fordert, das können wir leichtlich leisten. Das Lob der Gesellschaft ist billig zu haben, und die meisten Menschen sind mit diesem leichten Verdienst zufrieden, aber die erste Folge des wirklichen Verkehrs mit Gott ist, diese Verdienste abzuthun.
Es giebt Menschen, die keine Schauspieler, keine Redner sind, sondern »Influenzen,« Menschen, die zu groß sind für den Ruhm, zu groß für irgend eine Schaustellung, die auf alle Beredsamkeit verzichten, denen alles, was wir Kunst und Künstler nennen, zu nahe mit Schein und Nebenzweck verbunden ist und allzusehr zur Überschätzung des Endlichen und Selbstsüchtigen auf Kosten des Allgemeinen zu führen scheint. Redner, Dichter und Feldherren imponieren uns wie schöne Frauen, nur wenn wir es ihnen gestatten und ihnen huldigen. Wenn euer Geist des Hohen voll ist, dann dürft ihr auch sie gering achten; wenn ihr nach großen, für die ganze Welt bedeutsamen Zielen strebet, dann fühlen sie sogleich, daß ihr das Recht dazu habt, und daß ihr Licht erst an zweiter Stelle leuchtet. Sie fühlen euer Recht, weil sie gleich euch vom Strome des allwissenden Geistes empfangen haben, vor dessen leuchtender Mittagshelle all die kleinen Nuancen und Grade des Intellekts der Weisen und Weisesten zunichte werden.
In solch hoher Gemeinschaft laßt uns die großen Züge und Zeichen des Rechten erlernen: eine mutige Menschenliebe, völlige Unabhängigkeit von unseren Freunden, sodaß auch nicht die ungerechtfertigten Wünsche derer, die uns lieben, unsere Freiheit einschränken, sondern wir um der Wahrheit willen der reichsten Güte widerstehen können und für uns eine vertrauende Sympathie im voraus fordern, die erst unsere Zukunft rechtfertigen wird, und vor allem anderen – und dies ist die höchste Form, in der wir dies schöne Element schauen können – eine gewisse Festigkeit in unserem Rechtthun, die mit der Meinung der Leute nichts zu thun hat – eine so essentielle, offenbare Sittlichkeit, daß sie unwiderstehlich das Richtigere, Mutigere, Hochherzigere erwählen muß und kein Mensch daran denkt, sie erst zu loben oder zu rechtfertigen. Einem Narren mag man Komplimente machen, wenn er einmal was Rechtes thut, aber niemand wird einen Engel darum loben. Das Schweigen, welches eine verdienstvolle Handlung als das Selbstverständlichste in der Welt hinnimmt, ist der höchste Beifall. Solche Seelen – wenn sie erscheinen – sind die kaiserliche Garde des Sittlichen, seine ewige Reserve und die Diktatoren des Schicksals. Man braucht ihren Mut nicht zu loben – sie sind Herz und Seele der Natur. O, meine Freunde, es giebt Quellen in uns, an denen wir noch nicht geschöpft haben! Es giebt Menschen, die sich neu gekräftigt erheben, wenn sie eine Drohung hören; Menschen, denen eine Lage, die alle anderen einschüchtert und lähmt, die nicht Klugheit und Erwerbsfähigkeit, sondern Verständnis, Unbeweglichkeit und Opferfähigkeit fordert, anmutig wie eine geliebte Braut erscheint. Napoleon sagte zu Massena, er sei erst dann ganz er selbst, wenn die Schlacht sich gegen ihn zu wenden anfinge; wenn die Toten in Reihen um ihn fielen, dann erwachte sein Geist, seine Kombinationen, dann zog er Schrecken und Sieg wie ein Feldherrnkleid an. Und so zeigt sich der Engel erst in den rauhesten Proben, in der unermüdlichsten Ausdauer, in Bestrebungen, bei denen menschliche Sympathie nicht mehr in Frage steht. Aber das sind Höhen, deren wir kaum gedenken, zu welchen wir kaum emporschauen können, ohne Scham und Zerknirschung zu empfinden. Laßt uns Gott danken, daß es solche Dinge giebt.
Und nun laßt uns thun, was wir können, um das erstickte, nahezu erloschene Feuer auf dem Altar zu neuen Flammen anzufachen. Die Übel, an denen die heutige Kirche krankt, liegen klar zu Tage; und wieder drängt sich die Frage auf: Was sollen wir thun? Ich gestehe, daß mir alle Versuche, einen neuen Kultus zu entwerfen und einzurichten, mit neuen Formen und neuem Ritus, eitel erscheinen. Der Glaube macht uns, nicht wir den Glauben, und jeder Glaube schafft sich seine eigenen Formen.
Alle Versuche, ein System zu schaffen, sind kalt wie der neue Dienst, den die Franzosen seinerzeit für die Göttin der Vernunft eingeführt haben – heute Pappendeckel und Filigran, morgen unter Wahnsinn und Mord zu Boden gestürzt. Eher wird es euch möglich sein, den schon bestehenden Formen den Atem neuen Lebens einzuhauchen. Wenn nur ihr erst lebendig seid, werden auch sie neu und plastisch werden. Das Heilmittel gegen ihre Entartung ist erstens Geist und zweitens Geist und immer wieder lebendiger Geist.
Ein ganzes Papsttum von Formen kann ein Pulsschlag sittlichen Ernstes vom Boden erheben und neu beleben. Das Christentum hat uns zwei unschätzbare Güter gebracht: erstens den Sabbath, den Jubeltag der ganzen Welt, dessen willkommenes Licht in gleicher Weise in die Zelle des Philosophen, in die Dachkammer der Arbeit und in die Kammern des Kerkers bricht und selbst die Niedrigsten an die Würde geistigen Seins erinnert. Er soll uns bleiben als ein Tempel, den neue Liebe, neuer Glaube, neue Anschauungen mit einem helleren Glanze denn vorher schmücken sollen. Und zweitens die Institution der Predigt – der Rede von Mensch zu Menschen, des biegsamsten, ausdrucksvollsten aller Werkzeuge. Was hindert euch, jetzt und überall auf der Kanzel, in Hörsälen, im Hause und auf den Feldern, wo immer die Aufforderung der Menschen oder die Gelegenheit euch hinführt, die volle Wahrheit zu sagen, die euer Leben und Gewissen euch gelehrt, und die erwartungsvollen verzagenden Menschenherzen mit neuer Hoffnung, neuer Offenbarung zu trösten?
Ich harre der Stunde, wo jene höchste Schönheit, die dereinst die Seelen jener Männer des Ostens, vornehmlich jener Hebräer entzückte und hinriß und durch ihren Mund Weisheitslehren für alle Zeiten verkündete, auch im Westen sprechen wird! Die hebräischen, die griechischen Schriften enthalten unsterbliche Aussprüche, die das Brot des Lebens für Millionen gewesen sind: aber sie haben keine epische Integrität; sie sind fragmentarisch; man vermißt die stetige Folge.
Ich harre des neuen Lehrers, der diesen leuchtenden Gesetzen so weit zu folgen imstande sein wird, daß er sieht, wie sie sich zum vollen Kreise schließen; der die vollkommene Anmut ihrer Kreise schauen wird, der da die Welt als Spiegel der Seele erkennen, die Identität des Gravitationsgesetzes mit der Reinheit des Herzens wahrnehmen wird, der da zeigen wird, daß das Soll, die Pflicht eins ist mit der Wissenschaft, mit der Schönheit, mit der Freude!

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Ralph Waldo Emerson: Essays
Eine Vorlesung gehalten vor den Studenten der Theologie des Divinity-College zu Cambridge.

Autor: Ralph Waldo Emerson
Titel: Essays. Erster Teil – 1930
Verlag: Otto Hendel Verlag
Übersetzer: Karl Federn

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