Maria Aronov • Platon • Die kulturelle Macht des starken Ringkämpfers

Platon • Die kulturelle Macht des starken Ringkämpfers

[avatar user=“MariaAronov“ size=“thumbnail“ align=“left“ link=“http://derblaueritter.de/author/mariaaronov/“ target=“_blank“]Maria Aronov – Autorin, Lyriker, Dozentin[/avatar]

Platon (altgriechisch Πλάτων Plátōn, latinisiert Plato; * 427 v. Chr. in Athen oder Aigina; † 347 v. Chr. in Athen) war ein antiker griechischer Philosoph. Platon (altgriechisch = breit) war der Spitzname von Aristokles. Diesen bekam er wohl wegen seiner breiten Schultern.

Platon gehörte dem ältesten Adel von Athen an. Sein Vater Ariston soll ein Nachkomme der früheren Könige von Athen gewesen sein. Die Mutter von Platon, Periktione, war mit einem bekannten Athener Staatsmann des 6. Jahrhundert vor Christus verwandt. Nach dem Tod von Ariston heiratete sie zum zweiten Mal. Zu ihrem Mann wurde Pyrilampes. Er war ein Freund von Perikles, ein berühmter Staatsmann von Athen. Als junger Mann ähnelte Platons Verhalten den anderen Jungen seiner Zeit. Er bevorzugte eher die leichtfertige Lebensform mit Spaß und Spiel. Später dichtete er, aber den philosophischen Geist in ihm erweckte sein Lehrmeister Sokrates. Es interessierten ihn aber auch Ringkämpfe. Den Überlieferungen nach soll er zweimal die Isthmischen Spiele gewonnen haben. Diese stellten Wettkämpfe im antiken Griechenland dar, ähnlich den späteren olympischen Spielen. Den Namen erhielten sie nach dem Isthmos (einer Landenge) von Korinth.

Platon

Als Platon 20 wurde, wollte er sich der Politik widmen, bis er feststellte, dass die damalige Politik Athens überhaupt nicht dem entsprach, was er sich vorstellte. Er entschied sich also dazu, sich dem Kreis der Sokratiker anzuschließen. Platon studierte im griechischen Megara, wo er Logik bei Euklid studierte, dann begab er sich nach Ägypten und Nordafrika.

Auf seiner Reise nach Italien und Sizilien, wo er im Jahre 389vor Christus war, studierte er die Lehre von Pythagoros, dessen Grundgedanke war, dass das ganze Dasein einer genauen mathematischen Ordnung unterläge.

Maria Aronov - Platons Akademie4Als Platon 40 wurde, wurde er von Dionysios gerufen. Platon Aufenthalt bei ihm endete jedoch damit, dass er als Sklave verkauft wurde. Der Grund dafür war, dass Platon den Tyrannen Dionysios umerziehen wollte. Zum Glück konnte Platon von einem Freund freigekauft werden und nach Athen zurückkehren. Durch Unterstützung einiger Gönner, konnte Platon außerhalb der Stadt eine Schule eröffnen, die zur ersten Universität Europas wurde. Er nannte sie Akademia. Der Name beruhte auf dem örtlichen Halbgott Akademus.

Die Schule war sowohl für Frauen als auch Männer offen. Unter ihnen befand sich auch Aristoteles. Die Fächer waren politische Theorie, Gymnastik, Philosophie, Biologie, Mathematik und Astronomie. Der Unterricht war kostenlos.

Die Lehre Platons reichte von der abendländischen Philosophie über das Christentum und die islamische Weltvorstellung des Mittelalters, über die Renaissance bis hin zum 21. Jahrhundert. Die Akademia wurde jedoch im Jahr 529 nach Christus durch den byzantnischen Kaiser Justinian I geschlossen. Laut dem Werk des alexandrinischen Philosophen Philo Judaeus hatte Platon eine große Wirkung auf die jüdische Gedankenwelt des ersten Jahrhunderts. Im dritten Jahrhundert wurde durch Plotin der Neuplatonismus gegründet.

Bei Florenz wurde im 15. Jahrhundert Academica Platonica gegründet. Dort wurden den Akademie-Besuchern die Werke Platons im griechischen Original vermittelt.

Trotz seines Erfolgs, Talents und der Anerkennung musste Platon seinen Traum, mithilfe der Philosophie das Leben eines idealen Staates zu realisieren, aufgeben. Einen großen Einfluss darauf hatte seine Flucht aus dem Gefängnis, als er zum zweiten Mal versucht hat, den Herrscher Dionyses umzuerziehen.

Archäologische Fotos von Platons Akademie – Aufnahmen von Maria Aronov

In der Zeit des peloponnesischen Krieges (zwischen dem von Athen geführten Attischen Seebund und dem Peloponnesischen Bund unter seiner Führungsmacht Sparta dauerte, unterbrochen von einigen Waffenstillständen, von 431 v. Chr. bis 404 v. Chr. und endete mit dem Sieg der Spartaner) träumte Platon davon, den Idealismus zu finden. Dieser sollte bruchfest sein und für alle Lebenslagen gelten. Platons Idealismus sollte auf dem Geist beruhen. Nur unsere Vorstellung davon, was wir sehen, macht seiner Ansicht nach die Erkenntnis möglich. Die einzig wahre Welt war für Platon die Welt der Ideen. In seiner Ideenlehre geht es um die Wichtigkeit der Wahrnehmung und des Wissens. Die Ideen selbst lassen sich nur durch ihre Wirkung erkennen. Um die Ideenwelt zu beschreiben, nimmt Platon die Sonne und vergleicht sie mit der Idee des Guten. So, wie die Sonne die Welt beleuchtet, bringt die Idee des Guten in das Unsichtbare die Wahrheit. Das Gute steht nach Platon über allem, wozu auch unser Sein gehört. In seinem Höllengleichnis kritisiert er die Bequemlichkeit des Menschen in einer Scheinwelt. Das bedeutet, dass die Wahrheit lieber verschwiegen wird. Dies war auch gegen die Vorstellung von Sokrates, der bis zu seiner Hinrichtung die Wahrheit so weit wie möglich verbreiten wollte.

In den zahlreich ideal verfassten Schriften Platons wird seine Suche nach der ewigen Wahrheit erläutert und berührt bis heute die Herzen und Seelen seiner Leser.

Weitere Texte zu Platon und seine Zeit finden Sie hier.

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