Musik | Charly Antolini | drum pet

Eine Schlange, eine Schlange. Warum geht mir dieses Tier nicht aus dem Kopf?
Es war mein erster Gedanke und es war jener, der immer wieder kehrte, wenn ich über eine Snare, über den Klang einer Snare nachdachte. Er gefiel mir nicht, dieser Gedanke, genauso wenig wie ich das Tier, wie ich Schlangen mochte. Diese beinlosen Wesen, die zischelnd über den Boden oder von Bäumen herab gleiten, boten allenfalls im scharfen, schnellen Laut ihrer Zungen eine kleine, klitzekleine Ähnlichkeit mit jenen Tönen, die man mit einer Snare zu erzeugen vermag.
Ein Vogel könnte es sein, einer der verschiedene Tierstimmen imitieren kann, ein leises Zischeln, ein lautes Rasseln, ein dumpfes doch dröhnendes Schnarren. Vielleicht aber auch, so dachte ich, ein Krabbeltier, ein kleines Tier mit vielen kleinen Füßen, ein Krabbeltier mit der Kehle eines Vogels, mit der schnellen Zunge einer Schlange, ihre raschelnden Bewegungen beim Gleiten über den Boden, durch Büsche hindurch mit kleinen, schnellen Schritten nachahmend.
Ein Krabbeltier, das seine unzähligen Füße dazu einsetzen könnte, auf dem ausgetrockneten Boden eines Feldes einen dumpfen, tot klingenden Ton zu erzeugen, auf dem feuchten, Laub bedeckten Boden eines Waldes aber ein weiches Streichen, so, als würde man mit dem Besen über das Fell der Snare fahren.
Was immer es ist, es ist nie nur das, was es auf den ersten Blick zu sein scheint.

All das begleitet mich wiederkehrend beim Lauschen von
Charly Antolinis drum pet (1966) vom Album drum beat

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Foto: Fusslkopp at de.wikipedia | Charly Antolini in Bonn
Foto: Fusslkopp at de.wikipedia | Charly Antolini in Bonn

Charly Antolini (*1937 in Zürich) ist ein Schweizer Jazz-Schlagzeuger. Antolini lernte die traditionelle Schweizer Basler Trommel zu spielen bevor er 1956 nach Paris ging, wo er mit Sidney Bechet, Bill Coleman ua. spielte. In der Oldtime-Jazz-Band „The Tremble Kids“ kam er dann mit dem Trompeter Oscar Klein und dem Klarinettist Werner Keller zusammen. Ab 1962 lebte er dann in Stuttgart, wo er 5 Jahre mit dem Bassisten Peter Witte und dem Pianisten Horst Jankowski in der SWR Big Band von Erwin Lehn arbeitete. Hinzu kamen Engagements in den Big Bands von Kurt Edelhagen, Peter Herbolzheimer und Max Greger in der NDR Bigband gespielt.

1976 folgte dann die Gründung seiner eigene Band: „Charly Antolini Jazz Power“, die ursprünglich mit Steve Hooks (Tenorsax); Andrei Lobanov (Trompete); David Gazarov (Keyboards) und Rocky Knauer (Bass) besetzt war. Später kamen Len Skeat und Brian Lemon hinzu.

In den 1980er Jahren tourte er in Deutschland, Italien und Dänemark mit Benny Goodman, Lionel Hampton, Barbara Dennerlein, Albert Mangelsdorff, Earl Hines, Roy Eldridge, Jimmy Giuffre, Art Farmer, Oliver Nelson, Art Van Damme, Stuff Smith, Baden Powell und anderen. Später tourte Antolini auch durch die Sowjetunion.

Charly Antolini lebt in München und tourt regelmäßig mit seiner eigenen Band „Jazz Macht“.

charlie-antolini-drum-beat-innenteilCharly Antolini – Drum beat

Label : MPS / SABA
Pressung : 1586 ST – GERMANY
Jahr : 1966
Genre : JAZZ|SOUL

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