Mir träumte letzte Nacht…

Mir träumte letzte Nacht, wir konnten fliegen.

Beim Erwachen verschafft sich der Gedanke Raum: Lebe Deinen (diesen) Traum.

Fest steht: Schön war er, der Traum.

Foto: Ryan McGuire

Und dann fällt mir das nachfolgende Gedicht von Christian Morgenstern ein – auch wenn es so gar nichts mit dem Traum zutun hat:

Der Vogel Strauß steckt, wie bekannt,
den Kopf gern in den Wüstensand.
Zumal, wenn ihm Freund Burrmann naht
mit seinem Knipsknaps-Apparat.
Doch Klaus, gewitzigt und gewandt,
erbaut sich unterm Wüstensand
ein Zimmer, ganz mit Glas gedeckt,
worin er sich voll List versteckt.
Auf dessen Decke türmt er drauf
aus Sand ein künstlich Berglein auf
und höhlt es innen aus, daß man
von unten her hineinschaun kann.
Gerannt kommt nun der Straußenvogel
und sieht von fern den Diener Mogel,
den er für Burrmann selber hält.
„Ha!“ denkt der Strauß, „du wirst geprellt!“
Und macht sich unsichtbar wie immer –
grad über Onkel Burrmanns Zimmer.
Doch eh er sich noch sagt: „Wie dumm!“ –
da blitzt schon das Magnesium.
Er sperrt nur noch den Schnabel weit …
da ist er auch schon konterfeit.
Klaus Burrmann und sein Diener Mogel,
sie haben nun den ganzen Vogel.
Den Kopf im Sande hat der eine,
der andere hat Hals, Rumpf und Beine.

 

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