Michelangelo – Amor und die Schönheit

michelangelo

Sag mir, Amor, sehn meine Augen denn 
Wahrheit des Schönen, das ich so erstrebe; 
ist es in mir nur, wenn ich sie erhebe 
zum Angesicht der fast Gemeißelten? 

Du musst es wissen, denn du kommst mit Ihr
die Ruh mir nehmen. Ich hab Grund zu grollen. 
Doch würd ich keinen Seufzer weniger wollen 
noch minder glühend diese Glut in mir: — 

die Schönheit, die du siehst, gehört ihr zwar, 
doch wächst sie, da sie steigt zum bessern Ort, 
und wird vom Auge bis zur Seele mehr. 

Ewiges nimmt nur seinesgleichen wahr. 
So wird sie göttlich, schön und ehrlich dort. 
Die und nicht jene wandelt vor dir her.

Michelangelo

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