Louis Vivin • Autodidakt der Naiven Malerei

Louis Vivin war als Maler ein Autodidakt und Vertreter der Naiven Malerei. 

Louis Vivin
Louis Vivin

Louis Vivin wurde 1861 in Hadol (Vogesen) geboren; 1936 verstarb er in Paris. Vivin gehörte wie Henri Rousseau zu jenen „naiven“ Malern, auf die Wilhelm Uhde [Uhde war ein deutscher Kunsthändler, Kunstsachverständiger, Autor und Galerist.] als erster aufmerksam gemacht hat. Meist hat Vivin nach farbigen Ansichtskarten gemalt; sein Werk ist indes nicht bloß Reproduktion, sondern Umformung – die Postkarte hat für ihn die Funktion eines Modells. Gleichsam wie ein Maurer baut er seine Stadtansichten auf, mit feinen, sensiblen Strichen setzt er Stein um Stein aufeinander, geduldig arbeitet er wie eine Spinne an ihrem Netz. Paris und die Umgebung, Venedig, Hafenbilder werden auf eine rührend traumhafte Art imaginiert.  Er ist ein verhinderter Baumeister, architektonische Moment ist das Regulativ seiner Bildkompositionen. Wo es fehlt, etwa bei seinen Blumensträußen und Stilleben, zerfließt die Komposition, die Empfindung bleibt unbewältigt, und Vivin nähert sich bedenklich dem Kitsch.

Schon als Kind hatte Vivin, noch ehe er zur Schule ging, die Türen des Elternhauses mit seinen Zeichnungen bedeckt. Nachdem der Dorfpfarrer ihm einen Farbkasten geschenkt hatte, malte er die heimatliche Landschaft; der Wunsch, Maler zu werden, wurde in ihm wach. Aber sein Vater erzwang einen Brotberuf: 1881 trat  Louis Vivin als Angestellter in die Post ein. 1889 debütierte er im Salon der Postangestellten als Sonntagsmaler mit dem Bild: „Le Flamant rose“. er lebte nun in einem verschmutzten Appartement an der Rue Caulaincourt auf dem Montmatre. Hin und wieder stellte er im Freien aus. Als Postinspektor wurde er mit 61 Jahren pensioniert – zu seinem Glück, denn nun brauchte er nicht mehr um fünf Uhr aufstehen, um vor dem Weg zum Amt beim Schein der Petroleumlampe noch ein wenig zu malen. Zu jener Zeit, 1925, hat ihn Wilhelm Uhde entdeckt und gefördert. Vivins letzte Lebensjahre waren durch eine Paralyse umdüstert; der Pinsel, den er nicht mehr halten konnte, blieb unberührt.

Eine Auswahl seiner Werke:

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