Lisa Katharina Bechter – Interview mit der Autorin des Romans Inselrose

„Ich lasse mich ungern in Modeerscheinungen oder aktuell angesagte Genres drängen“

Lisa Katharina Bechter
Lisa Katharina Bechter – Autorin – Foto: Privat

Lisa Katharina Bechter ist das, was man „Autorin aus Leidenschaft“ nennt. Dabei lässt sie sich ungerne Grenzen setzen – oder sich gar in eine Genreschublade pressen. Mit ihrer Gedichtesammlung „Stimmungszauberei“ und dem Erstlingsroman „Inselrose“hat sie bereits zwei Bücher publiziert, weitere sind in Planung.

Das Interview führte: Katherina Ibeling

Wann, wie und aus welchem Anlass hast du mit dem Schreiben begonnen?
Mit dem Schreiben habe ich als Teenager begonnen. Anfangs waren es allerdings ausschließlich Tagebucheinträge und eben persönliche Dinge, die ich auf diese Weise für mich verarbeiten konnte. Irgendwann habe ich mich dann an kleinen Geschichten versucht, diese aber immer wieder verworfen und schließlich ganz aufgehört zu schreiben. Durch die Geburt meiner Tochter kribbelte es schließlich dann doch wieder in den Fingern und kleine Kindergeschichten kamen zustande, die bisher allerdings noch unveröffentlicht sind. Und irgendwie haben mir diese kleinen Geschichten Mut gemacht und ich habe mich wieder intensiv mit dem Schreiben auseinandergesetzt.

Was war das erste Buch, das du in jungen Jahren gelesen hast und das dich inspiriert hat?
Das erste Buch, dass ich selbst gelesen und regelrecht verschlungen habe, war “Die Hexenkammer” von Wolf Serno, ein historischer Roman, den ich auch heute noch immer mal wieder zur Hand nehme und lese. Besonders war an dem Buch damals, dass ich in eine andere Zeit abtauchen konnte und das gab mir den Anreiz mich auf die Suche nach weiteren Geschichten zu machen, die mich abholen und eine Weile mit auf die Reise nehmen. Mittlerweile ist das Lesen ein ganz wichtiger Teil von mir, es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem ich nicht lese.

Wer sind und waren deine wichtigsten Buchheldinnen und -helden?
Diese Frage fällt mir etwas schwer zu beantworten, denn es gibt ziemlich viele Bücher, dessen “Helden” oder Charaktere ich sehr besonders fand. Um ein paar Beispiele zu nennen:
Da wäre zum Beispiel Jack, der seit seiner Geburt ein mechanisches Herz in Form einer Kuckucksuhr hat, die jeden Tag aufgezogen werden muss. Er darf sich nicht verlieben, denn das würde die Uhr nicht aushalten. Doch ob Kuckucksuhr oder Herz, beides schlägt, und folgt doch dem ganz eigenen Weg … (“Die Mechanik des Herzens” von Mathias Malzieu)
Dann wäre da noch der kleine Junge aus “Sternenreiter – Kleine Sterne leuchten ewig” von Jando, der einem erwachsenen Mann hilft wieder den rechten Weg zu finden. Neben der ganz tiefen Freundschaft der beiden, sind es die Gedanken über das Leben und den Sinn, die mich besonders berührt haben.
Ja, und zu guter Letzt kommt mir noch Claire in  den Sinn, eine Frau die an Alzheimer erkrankt ist und mehr und mehr vergisst, wer sie ist und auch nach und nach ihre Töchter und ihren Mann nicht mehr erkennt. Eine unheimlich tragische Geschichte, da Claire noch nicht sehr alt ist und das Leben so ganz anders läuft, als es sollte. Für mich ist sie eine kleine Heldin, denn trotz der sich vermehrenden Lücken, versucht sie sich an den kleinen Erinnerungen festzuhalten … (“Einfach unvergesslich” von Rowan Coleman)
Wenn ich so darüber nachdenke, könnte ich noch eine ganze lange Reihe von kleinen und großen Buchhelden aufschreiben, doch das würde wohl den Rahmen hier sprengen.

Wie gehst du beim Schreiben vor – hast du eine bestimmte Strategie?
Eine Strategie, die ich immerzu anwende, habe ich nicht. Alles fängt meist mit einer Idee an. Kurzgeschichten und Gedichte schreibe ich dann einfach so auf, wie sie mir in den Kopf kommen und überarbeite sie, sobald ich das Gefühl habe, dass sie fertig sind. Bei größeren Projekten sieht das schon ein bisschen anders aus. Da ist die Idee natürlich auch der zündende Funke, allerdings mache ich mir dann eine kleine Stichpunktliste, an der ich mich dann ein bisschen orientieren kann, während dann meist beim Schreiben selbst Personen, Umgebungen etc. entstehen.

Lisa Katharina Bechter -- Inselrose Cover
Lisa Katharina Bechter — Inselrose Cover

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Welche Bücher hast du bisher verfasst und wie hast du sie verlegt?
Meinen erster Roman “Inselrose”, wurde vom Karina-Verlag verlegt und im Januar 2015 veröffentlicht.
Meine Stimmungszauberei wurde im vergangenen Jahr als eBook über Moon House Publishing verlegt und veröffentlicht. Nachdem ich mich aber entschlossen hatte den Band komplett aufzuarbeiten, habe ich schließlich für die Neuauflage, die im Februar 2015 veröffentlich wurde, den Selbstverlag gewählt, da so ein bisschen flexibler in der Gestaltung sein konnte. Man darf nicht vergessen, Lyrik ist für Verlage meist nicht sehr lukrativ, daher empfand ich es im Selbstverlag als den besten Weg für die kleine lyrische Sammlung.

Woher hast du die Inspirationen für deine Werke genommen, und worum geht es darin?
Bei meiner kleinen lyrischen Gedankensammlung “Stimmungszauberei” waren es einfach meine ganz persönlichen Gefühle und Empfindungen, die mich zu diversen Zeilen inspiriert und animiert haben. Im Vordergrund stehen bei dem Band viele Fragen rund um das Leben selbst, den Sinn und die Liebe.
Bei meinem Roman war es ganz klar neben der Idee selbst, das Land Irland. Die Geschichte spielt ja hauptsächlich dort und dieses Land übt auf mich eine unheimliche Faszination aus. Neben alten Sagen und Mythen ist es die Landschaft selbst, die mich einfach wahnsinnig in ihren Bann zieht.

Wie bist du mit deinen Verlagen in Kontakt gekommen?
Mit Moon House Publishing, für den ich seit geraumer Zeit als Lektorin tätig bin, bin ich durch eine Empfehlung einer ehemaligen Bekannten aufmerksam geworden. So haben sich schnell einige sehr nette und interessante Kontakte ergeben.
Zum Karina-Verlag, für den ich ebenfalls lektoriere und der meinen ersten Roman verlegt hat, bin ich durch das gemeinnützige Projekt “RESPEKT FÜR DICH” gekommen. Das Projekt wird geleitet von Karin Pfolz, die gleichzeitig auch die Verlagschefin des Karina-Verlages ist.

Wie muss die Atmosphäre sein, in der du Ideen entwickeln kannst?
Ideen kommen mir meistens ganz von selbst. Das können Kleinigkeiten im Alltag oder Eindrücke sein, die mir die Idee in den Kopf setzen. Zum Ausarbeiten brauche ich dann schon meine Ruhe und mein kreatives Chaos um mich herum. Manchmal hilft mir auch eine bestimmte Musik, um mich in gewisse Stimmungen zu versetzen oder die Ideen weiterzuentwickeln.

An welchem Genre würdest du dich gerne einmal probieren – und welches kannst du dir gar nicht vorstellen?
Das Genre Science Fiction kann ich mir gar nicht vorstellen. Was das Lesen und Schreiben angeht bin ich wirklich kaum aufs Genre festgelegt, aber dieses reizt mich so gar nicht.
Probieren würde ich mich gerne mal im Bereich Fantasy/historischer Roman, die Mischung der beiden bereiche reizt mich ungemein und eine Idee gibt es da auch schon.

Was ist dir neben dem Schreiben das Wichtigste im Leben?
Neben dem Schreiben und dem Lesen sind mir meine Kinder und meine Familie unheimlich wichtig. Ohne meine Lieben wäre ich nicht komplett.

Arbeitest du derzeit an einem neuen Projekt? Möchtest du darüber etwas erzählen?
Nachdem ich vor Kurzem einen Psychothriller mit einer sehr guten Freundin fertiggeschrieben habe, der auch in diesem Jahr noch im Karina-Verlag erscheinen wird (Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest), arbeite ich derzeit gemeinsam mit einer Illustratorin an einem Kinderbuch. Die Geschichten dazu sind schon vor einiger Zeit entstanden und wollen nun noch überarbeitet und bebildert werden. Auch die Idee im Fantasy/historischen Bereich zu schreiben liegt nicht auf Eis. Die Idee steht und auch die ersten Kapitel sind schon geschrieben, allerdings wird es allein durch Recherche etc. noch eine Weile dauern, bis ich dort nähere Informationen geben kann.

Wenn du deinen Schreibstil in nur drei Sätzen beschreiben müsstest, welche wären das?
Mein Schreibstil ist:
… gefühlvoll (egal ob es der Roman oder der Psychothriller ist, die Liebe findet sich in meinen Geschichten und Zeilen immer irgendwo wieder)
… vielfältig (Kreativität lässt sich nicht in Schubladen stecken)
… und beinhaltet immer mal wieder kleine Botschaften, versteckt zwischen den Zeilen.

Wie würden dich Familie und Freunde beschreiben?
Das müsste man meine Familie und Freunde wohl selbst fragen, denn ihr Eindruck ist ja nicht unbedingt auch meiner. Aber ich bin immer bemüht meinen Lieben zu zeigen, dass sie mir wichtig sind und ich für sie da bin, ich hoffe natürlich, dass sie das auch so empfinden. Ich neige oft dazu, allen alles Recht machen zu wollen und bin froh, den Rückhalt meiner Lieben zu haben, die mich auch immer mal wieder ermahnen auf mich selbst zu achten.

Schreibst du für eine bestimmte Leserzielgruppe?
In erster Linie schreibe ich, weil es mich einfach ausfüllt und ich es einfach ein schönes Gefühl ist, meiner Kreativität auf diese Weise Ausdruck zu verleihen. Ich lasse mich ungern in Modeerscheinungen oder aktuell angesagte Genres drängen und so richten sich meine Bücher und Projekte an die verschiedensten Leser und Zielgruppen.

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