Gedanken zur Kunst | Lorenz Stöer | Geometria et Perspectiva | Eine Frage der Körperlichkeit

Künstler stehen oft vor der Frage: Wie lässt sich dreidimensionale Körperlichkeit, wie lässt sich Raum auf der zweidimensionalen Fläche, die der Zeichner zur Verfügung hat, darstellen?

Lorenz Stöer | (S)eine Antwort auf die Frage

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Dieses Blatt (Nr. 2) aus den „geometria et perspectiva“ | Holzschnitt 1556 | Kunstsammlungen der Stadt Augsburg

Jede Linie führt den blick in die Tiefe. Links vom Monogramm LS an der Unterkante des Blattes haben die beiden Richtungen, die in den raum hineinweisen, ihren Ausgangspunkt: rechts oder links an der Pyramide vorbei. Wer – links entlang – durch die Ruine oder – rechts entlang – durch die kunstvolle Phantasiekonstruktion hindurchblickt, sieht eine Landschaft, die völlig anders wirkt als die konstruierten Hürden auf dem Wege dorthin. Bis man dort ist, dient alles nur der Herstellung von Raum; man schaut an Formen schräg entlang; die Körper verdecken einander teilweise. Sie geben Durchblicke frei; sie verkürzen sich und werden immer kleiner. Sie lassen den Blick von Stufe zu Stufe springen. Selbst die Bergketten sind sorgsam voreinander aufgereiht.

Geometria et Perspectiva |Lorenz Stöer

Titel: 2
Jahr: 1567
Größe: ?
Technik: Holzschnitt
Farbe: schwarz/weiß
Motiv: Ruinenlanschaft mit Tetraeder und Ikosaeder
Bemerkungen: 2. Holzschnitt aus einer Serie von 11

Aus dem Intro der Buchausgabe

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Das Titelblatt

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