Konrad Kollek – Meine Musikwelten – eine neue Kolumne

Konrad KollekRIch möchte mich Ihnen kurz vorstellen: Geboren in München zu Beginn der  1960er Jahre – studierter Historiker & Politikwissenschaftler –  engagierter Hobbymusiker (Klavier) – jüdisch und seit 1998 aus beruflichen Gründen in Melbourne/Australien lebend. In meiner Kolumne erzähle ich von meiner Leidenschaft, der Musik. Ein Part wird sein, dass ich Ihnen mein monatliches Hörprogramm vorstelle. Musikalben, die ich in dem vergangenen Monat gehört habe; egal ob aus meiner Sammlung oder frisch eingekauft. Der Schwerpunkte liegen dabei auf Klassik, Jazz & Weltmusik.

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Jansons - Oslo Philharmiker - Manfred-SinfonieAls Student habe ich mit Tschaikowskis Manfred-Sinfonie intensiv beschäftigt. Warum? Weil meine damalige Freundin ihre Diplomarbeit darüber schrieb und ich ihr bei den Recherchen zur Hand ging. Es hat mich von Anfang an beeindruckt, wie viel von Tschaikowskys wahrem Charakter in die Figur des Byron einfließt – große Passagen seiner eigenen Lebensgeschichte finden sich hier wieder. Ich habe mir jede Aufnahme die bisher erschienen ist angehört und finde es interessant zu sehen, wie die verschiedene Dirigenten das Stück zu interpretieren. Verliebt habe ich mich dabei in die Aufnahme der Oslo Philharmoniker unter Mariss Jansons. Seither lausche ich sowohl Jansons selbst mit besonderem Interesse als auch diesem Album. Ich besitze eine Aufnahme aus dem Jahr 1992. Wer das Werk nicht kennt:

Die Manfred-Sinfonie (opus 58) ist eine Sinfonie in vier Bildern von Pjotr Iljitsch Tschaikowski nach der dramatischen Dichtung Manfred von Lord Byron aus dem Jahre 1816. Die Uraufführung fand am 11. März 1886 unter Max Erdmannsdörfer in Moskau statt. Die vier Bilder sind die vier Sätze der Sinfonie.

Die Manfred-Sinfonie wurde nicht in die durchnummerierte Reihe von Tschaikowskis Sinfonien aufgenommen, vermutlich wegen seiner schwankenden Haltung dem Werk gegenüber. Erst bezeichnete er sie als „unter unaussprechlicher Mühe und Anstregung entstandene“ Partitur und als seine „beste Sinfonie“. Nach der wenig glücklichen Uraufführung verschmähte er sie aber als abstoßendes Werk
Tschaikowski wurde die Vertonung des Manfred 1882 von Mili Balakirew angetragen. Zuvor hatte Hector Berlioz (1803–1869) das Thema aus Gesundheits- und Altersgründen abgelehnt. Balakirew hatte sehr genaue Vorstellungen zum Inhalt und selbst zu den Tonarten. Auch Tschaikowski lehnte zunächst ab, da er nicht glaubte, der von ihm geliebten Manfred-Komposition Robert Schumanns etwas Neues hinzufügen zu können.
Die Dichtung von Lord Byron können Sie übrigens auch hier im Magazin lesen:

trennlinie640Emanuel Ax - FaureEs gibt einen Pianisten, den ich für seine Kunst zu spielen besonders bewundere: Emanuel Ax [* 8. Juni 1949 in Lemberg – US-amerikanischer Pianist polnisch-jüdischer Herkunft, dessen Eltern das Konzentrationslager überlebt haben.]. Ich besitze eine Aufnahme von Ax mit der Einspielung von Faurés Klavierquartetten mit Isaac Stern, Jaime Laredo und Yo-Yo Ma. Sein Spiel so schön wie eh und je – er hat so viel Kraft in seinem Klavierspiel, aber es gibt auch diese Feinheiten, eine Zartheit im  Klang, Ax hat die Musik im Fluss und schafft so ein beeindruckendes Farbspiel.  Ich könnte ihm den ganzen Tag zuhören! Neben seiner Exzellenz harmoniert auch das Zusammenspiel mit seinen Mitstreitern – einfach wunderbar. Die Aufnahme ist bereits 1993 bei Sony Classical erschienen.

trennlinie640Gardiner - English Baroque Soloists - Haydn - Die JahreszeitenIch verehre John Eliot Gardiner und die „English Baroque Soloists“ für ihre Aufnahme von Haydns „Die Jahreszeiten“, vor allem wegen der Solisten Barbara Bonney und Anthony Rolfe Johnson. Ich wuchs mit diesen beiden Sängern auf und liebe ihre Stimmen sehr – sie sind wahrscheinlich der Grund, warum ich selbst Lieder spiele – wenn auch auf Hobbyniveau. Die Aufnahme selbst hat so viele wunderbare Klänge und Energie; ich werde nicht müde diesem Album aufzulegen. Es macht immer wieder Spaß diesem lebendigen Spiel und dem glorreichen Gesang zu lauschen. Die von mir so geschätzte Aufnahme ist von 1992.

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