Janne Teller – Alles – worum es geht

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c Carl Hanser Verlag

Was bringt einen jungen Mann dazu, grundlos Gewalt anzuwenden? Kann man Intoleranz und Extremismus verstehen? Ist Rache ein gutes Motiv? Können gute Absichten einen Mangel an Verständnis ausgleichen? In ihrem neuen Jugendbuch stellt Janne Teller wieder unbequeme Fragen und führt unsere Vorstellungskraft dahin, wo es wehtut. Mit eindrücklicher Schärfe und Intensität, knapper Syntax und assoziativer Kraft erzählt sie acht Kurzgeschichten über Vorurteile und Intoleranz, Mord und Todesstrafe, Identität und geistige Behinderung, Integration und kulturelle Unterschiede, Träume und Irrtümer. Sie zwingt uns, Stellung zu beziehen, und fordert zum Nachdenken und Diskutieren über unsere Gesellschaft auf.

Rezension

In dem Band „Alles worum es geht“ von Janne Teller sind acht Kurzgeschichten und ein Essay über das Schreiben veröffentlicht. Es sind Geschichten die die Autorin zwischen 2003 und 2011 veröffentlicht hat. Die Geschichten haben etwas ähnlich Verstörendes und Aufwühlendes wie ihr Buch „Nichts“. Ich habe mich gefragt, ob es sich wirklich um Kurzgeschichten für Jugendliche handelt. Auch als Erwachsener habe ich ordentlich dran zu beißen. Die Geschichten sind sehr vielfältig, Dialoge, Monologe, Geschichten aus sehr unterschiedlicher Erzählperspektive, aus Sicht von Tätern wie Beobachtern. Immer mit einer starken Einfühlung in die erzählenden Personen, ob ein Erwachsener ein Mädchen oder ein Junge oder Kind. Die Geschichten liefern keine Lösungen, sie stellen dar und überlassen dem Leser das Urteil. Die Autorin enthält sich jedes moralischen Urteils. Sie überlässt das Feld komplett ihren Figuren, die erzählen. Als Leser bleiben wir allein zurück und müssen uns der Mühe unterziehen selber Position zu beziehen. Alles worum es geht“ ist nichts für Denkfaule. Alles“ ist anstrengend. Etwas von dem „Alles“, was die Autorin bewegt erfährt der Leser im Essay über das Schreiben der Autorin am Ende des Bändchens. Ich habe es mit Gewinn gelesen.

Die Autorin:
Janne Teller, 1964 in Kopenhagen geboren, arbeitete als Konfliktberaterin der EU und UNO in aller Welt, besonders in Afrika. Seit 1995 widmet sie sich ganz dem Schreiben und lebt heute in New York und Berlin. Für ihr literarisches Schaffen wurde Janne Teller vielfach ausgezeichnet. In ihrem Werk, das neben Romanen für Erwachsene auch Essays, Kurzgeschichten und Jugendbücher umfasst, kreist sie stets um die großen Fragen im Leben und löst mit gesellschaftskritischen Themen nicht selten stürmische Debatten aus. Für Erwachsene hat Janne Teller die zeitgenössische nordische Saga „Odins Insel“ geschrieben sowie die Liebesgeschichte „Europa. Alles, was dir fehlt“ und zuletzt „ Komm“ über Ethik in der Kunst und in unserer modernen Gesellschaft (Hanser, 2012). Für Jugendliche erschien der viel diskutierte, preisgekrönte internationale Bestseller „ Nichts – was im Leben wichtig ist“ (Hanser, 2010), die Erzählung „ Krieg, stell dir vor, er wäre hier“ (Hanser, 2011) und „Alles – worum es geht“ (Hanser, 2013). Janne Tellers Literatur ist in 25 Sprachen übersetzt.  –  Quelle: Hanser Literaturverlage


Broschiert: 144 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Auflage: 3 (26. August 2013)
ISBN-10: 3446243178
ISBN-13: 978-3446243170
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Übersetzung: Sigrid Engeler & Birgitt Kollmann

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