Interview mit dem schreibenden Ex-Söldner Erik Hansen

Hansen Portrait
Erik Hansen – Foto: Privat

Wann hast du angefangen, deine teils autobiografische Buchreihe zu schreiben und was hat dich dazu bewegt?
Schon seit vielen Jahren wurde mir von Freunden und Bekannten immer wieder nahegelegt, meine Afrikaerlebnisse endlich auch mal niederzuschreiben. Im Dezember 2013 war es dann soweit. Ich saß in einem Kaffeehaus mit Blick auf das nebelige, graue Wetter hier in Europa und fing an von meiner Zeit im warmen Afrika zu träumen. Die ersten Notizen machte ich dann sofort auf meinem Handy, um sie abends gleich auf meinen Laptop zu übertragen.

Woran denkst du, wenn du dich an Afrika erinnerst?
Da denke ich an die unendliche Weite, Wärme, die Freiheit, Landschaften, die vielfältige Tierwelt und natürlich auch an die fremden Kulturen. Erst danach tauchen auch wieder meine Erlebnisse auf.

Erik Hansen als Söldner – Erik Hansen als Privatmann. Wo liegen die entscheidenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten?
Der Söldner war auf der Flucht vor der sogenannten Zivilisation, der Enge hier in Europa. Auf der Suche nach Freiheit und Abenteuer. Geld spielte damals keine Rolle. Selbstverwirklichung war der Antrieb, auch die Kameradschaft und der Zusammenhalt zwischen uns.
Der Privatmann Erik Hansen sehnt sich aber doch nach Sicherheit, Privatleben und endlich wieder einem Platz, den er sein Zuhause nennen kann.
Was jedoch beide gemeinsam haben, ist das Fernweh und nur sehr wenige gute Freunde.

Was sind deine Prinzipien, nach denen du schreibst?
Mir geht es darum, einige meiner teilweise verblassenden Erinnerungen festzuhalten und damit auch meinen Lesern dadurch etwas Einblick in dieses Geschäft zu ermöglichen, sowie auch das wahre Afrika, fernab der Luxushotels an Stränden und in Nationalparks zu zeigen.

Moonhouse Cover NEU korr Blutgeld Erik HansenDu hast Moon House Publishing als Verlag gewählt – wie kam es dazu?
Das war eher ein Zufall: Ich habe die Gründerin des Verlags kennengelernt, die jemanden suchte, um ein Buch für sie ins Englische zu übersetzen. Ich habe ihr meine Dienste angeboten und ihr von meinen Jahren in Afrika erzählt. Sie war sofort Feuer und Flamme und hat mich gleich gedrängt, mit dem Schreiben zu beginnen.

Gibt es ein besonderes Erlebnis, woran du dich gerne oder auch nicht so gern erinnerst in deiner Söldnerzeit?
Da gibt es so einiges. Tagelange Fußmärsche durch die Wüste, unbeschreibliche Strapazen und Schmerzen, Hunger und Durst. Verwundungen und den Verlust guter Kameraden.
Aber auch die Nächte unter dem südlichen Sternenhimmel, die unendlichen Weiten Afrikas, das Rauschen der Wellen an einem einsamen Strand, Kameradschaft und das Glücksgefühl, es wieder mal geschafft zu haben.

Was hat dich dazu bewogen, als Söldner zu dienen?
Anfangs war es eine Flucht aus dem engen Europa und die Abenteuerlust. Später dann die Erfolgserlebnisse und immer wieder dieses Gefühl der Freiheit.

Welche Ziele und Pläne hast du noch als Autor?
Ich will noch viele meiner Erlebnisse niederschreiben, mir von der Seele schreiben. Meine Jahre in Afrika geben sehr viel Stoff für weitere Bände her.

DU MH Eric Hansen Wuestengeld Cover Lay 1 neu grossGibt es bestimmte Menschen, denen du dein Werk widmest?
Ich habe zwar keine Widmungen in meinen Büchern, aber doch ja. Meinem Vater, der ein eingefleischter Pazifist war und meinen Lebensstil ablehnt. Aber auch der erste Mensch war, der mich jemals angehalten hatte, zu schreiben.

Hand aufs Herz; Gibt es etwas, wofür du dich fürchtest?
Wirklich fürchten? Blind zu werden stelle ich mir sehr schlimm vor. Gliedmaßen können mit Prothesen einigermaßen gut ersetzt werden, aber Augen? Aber auch der Gedanke, hilflos an irgendwelche Maschinen im Krankenhaus angeschlossen zu sein und auf den Tod zu warten, lässt mir einen kalten Schauer den Rücken rauf- und runterlaufen.

Interview: Katherina Ibeling


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