Frank Adamik | Ich, der Voyeur

Mich interessiert kein Kontakt
mit anderen Menschen
vielleicht gar nackt.

Mich lockt keine Bar
kein gutes Essen
sowieso kein Altar.

Ich brauch kein Telefon
keine Frau
keinen Sohn.
Mich langweilt viel
fast jedes Gespräch
jedes Spiel.

Drogen nehmen
Geld verdienen
politische Themen
es summt im Kopf wie bei den Bienen.

Weil ich in meinem Glück – auf gewisse Art – bescheiden bin:

In der frühen Nacht
hab ich meine Lichter ausgemacht
dann nehm ich Dich mein Teleobjektiv
schauen wir uns an
ganz subversiv
was die Nachbarn tun.

Wir stehen dicht an der Wand
und hätte nie geglaubt
sehen dabei so allerhand
was mir Verstand und Atem raubt!
Es fixt mich an
und hole mir
ihr Leben ganz nah ran.

Frank Adamik
*1959 | lebt in Norderstedt bei Hamburg & übt sich seit einigen Jahren in der Lyrik.


Also published on Medium.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Content is protected !!
%d Bloggern gefällt das: