Henryk Sienkiewicz • Der Leuchtturmwächter • Eine Erzählung

Henryk Sienkiewicz 
Der Leuchtturmwächter

Der Leuchtturmwächter in Aspinwall, unweit Panama, war verschollen.
Man vermutete, daß der Unglückliche hart ans Ufer des felsigen Inselchens gegangen war, auf welchem der Leuchtturm steht, und von einer Woge weggeschwemmt wurde, und diese Vermutung war um so wahrscheinlicher, als man am nächsten Tage seinen in der Felsenbucht stehenden Kahn nicht fand. Der auf diese Weise frei gewordene Posten eines Leuchtturmwächters mußte sofort wieder besetzt werden, da der Leuchtturm sowohl für den lokalen Verkehr wie für die von New York nach Panama gehenden Schiffe von großer Bedeutung war.
Der Meerbusen ist reich an Sandbänken und Flugsand, und der Weg selbst am Tage ein schwieriger, und nachts, besonders durch den von der Tropensonne erhitzten Gewässern oft aufsteigenden Nebel beinahe unpassierbar. Dann ist der einzige Wegweiser für die zahlreichen Fahrzeuge das Licht der Meereslaterne. Die Sorge, einen neuen Leuchtturmwächter ausfindig zu machen, fiel dem in Panama residierenden Konsul der Vereinigten Staaten zu, und es war keine geringe Sorge, erstens schon deshalb, weil der Nachfolger innerhalb zwölf Stunden gefunden werden mußte, zweitens, weil nur ein überaus gewissenhafter Mensch den Posten bekleiden darf, und so konnte man nicht den ersten besten anstellen, und schließlich fehlte es überhaupt an Kandidaten für diese Stelle. Das Leben auf dem Turm ist ein überaus mühseliges und bietet für die an Müßiggang und freies Bummlerleben gewohnten Südländer gar keinen Reiz. Sonntag ausgenommen, kann er sein felsiges Eiland gar nicht verlassen. Aus Aspinwall bringt ein Boot ihm einmal des Tages Lebensmittel und frisches Wasser. Dann entfernen sich die Schiffer sofort, und auf dem ganzen Inselchen, das einen Morgen Ausdehnung hat, bleibt niemand. Der Wächter wohnt im Leuchtturm und hält ihn in Stand; am Tage gibt er Signale durch das Hissen verschiedenfarbiger Flaggen, laut den Weisungen des Barometers, und abends zündet er das Licht an. Das wäre keine große Arbeit, wenn nicht der Umstand da wäre, daß man, um zu den Feuerstätten auf der Turmzinne zu gelangen, über vierhundert gewundener und sehr hoher Stufen steigen müßte, welchen Weg der Wächter oft einigemal täglich zurücklegen muß. Überhaupt ist dies ein Kloster-, ja noch mehr ein Einsiedlerleben. Kein Wunder also, daß Mister Isaak Folcombridge in nicht geringer Verlegenheit war, um einen ständigen Nachfolger für den Verschollenen zu finden und man wird vielleicht seine Freude begreifen, als sich noch an demselben Tage ein Bewerber unverhofft meldete. Es war ein schon bejahrter Mann, vielleicht schon über siebzig, aber rüstig, stramm, Bewegung und Haltung die eines Soldaten. Er hatte ganz weißes Haar, die Gesichtsfarbe gebräunt wie bei den Kreolen, aber nach den blauen Augen zu schließen, war er kein Südländer. Sein Gesicht war vergrämt und traurig, aber ehrlich. Beim ersten Blick gefiel er Folcombridge, aber es war nötig, ihn zu examinieren, infolgedessen entspann sich folgendes Gespräch: »Woher seid Ihr?«
»Ich bin ein Pole.«
»Was habt Ihr bisher getan?«
»Ich habe mich herumgetrieben.«
»Ein Leuchtturmwächter muß auf einem Flecke sitzen können.«
»Ich brauche jetzt Ruhe.«
»Habt Ihr gedient? Habt Ihr Zeugnisse über einen ehrlichen Regierungsdienst?«
Der alte Mann zog einen einem Fahnenfetzen ähnlichen seidenen Lappen hervor, entfaltete ihn und sagte: »Hier sind Zeugnisse. Dieses Kreuz habe ich in den dreißiger Jahren bekommen. Dieses zweite ist ein spanisches aus dem Karlistenkriege. Dieses dritte ist das der französischen Ehrenlegion; das vierte erhielt ich in Ungarn. Dann habe ich mich an dem amerikanischen Kriege gegen die Südstaaten beteiligt, dort gibt es keine Kreuze, dafür habe ich dieses Papier.«
Folcombridge nahm das Schriftstück und begann zu lesen. »Hm, Skarmoki? Das ist Euer Name? Hm! – Zwei Fahnen im Bajonettangriffe eigenhändig erbeutet. Ihr wart ein tapferer Soldat!«
»Ich werde auch ein gewissenhafter Leuchtturmwächter sein können.«
»Ihr müßt dort mehrmals täglich auf den Turm steigen, habt Ihr gesunde Beine?«
»Ich habe die Prärien zu Fuß durchwandert.«
»All right. Seid Ihr mit der Schiffahrt vertraut?«
»Ich habe drei Jahre auf einem Walfischfangfahrer gedient.«
»Ihr habt verschiedene Berufe versucht?«
»Ja, nur Ruhe habe ich nicht gefunden.«
»Warum nicht?«
Der alte Mann zuckte die Achseln: »Das ist schon so mein Los …«
»Aber Ihr scheint mir zu alt für einen Leuchtturmwächter?«
»Sir,« ließ sich der Kandidat jäh mit gerührter Stimme vernehmen, »ich bin sehr abgehetzt und zerrüttet. Ich habe eben viel durchgemacht. Dieser Posten entspricht meinen sehnsüchtigsten Wünschen. Ich bin alt und bedarf der Ruhe. Ich möchte mir sagen können: hier ist dein Hafen. Zum zweiten Male wird sich mir eine solche Stelle vielleicht nicht bieten. Was für ein Glück, daß ich in Panama war. Ich flehe Euch an, so wahr mir Gott lieb ist, ich bin wie ein Schiff, welches untergeht, wenn es nicht in den Hafen einläuft. Gebt mir den Posten, wenn Ihr einen alten Mann beglücken wollt! Ich schwöre Euch, daß ich ehrlich bin, und ich bin dieses Herumtreibens müde.«
Die blauen Augen des Greises drückten solch eine innige Bitte aus, daß Folcombridge, der ein gutes, weiches Herz hatte, sich gerührt fühlte. »Well,« sagte er. »Ich nehme Euch an. Ihr seid der Leuchtturmwächter.«
Das Gesicht des Alten erstrahlte in einer unaussprechlichen Freude. »Ich danke Euch.«
»Könnt Ihr Euch noch heute nach dem Turme begeben?«
»Jawohl.«
»Also good bye! … Noch ein Wort: für jeden Verstoß im Dienst harrt Eurer Entlassung.«
»All right –«
Noch an demselben Tage abends, als die Sonne jenseits der Landenge unterging und nach einem strahlenden Tage die Nacht ohne Dämmerung hereinbrach, war der neue Leuchtturmwächter schon augenscheinlich auf seinem Posten, denn der Turm schleuderte wie gewöhnlich seine grellen Lichtgarben auf die Gewässer. Es war eine vollkommen ruhige, stille, echte Tropennacht, von einem lichten Nebel durchsättigt, der um die Mondscheibe einen regenbogenfarbenen Kreis mit sanften Rändern bildete. Nur das Meer brandete, da die Flut im Steigen begriffen war. Skarmoki stand auf dem Balkon, knapp bei dem riesigen Reflektor, von unten einem schwarzen, kleinen Punkte ähnlich. Er versuchte seine Gedanken zu sammeln und sich seine neue Lage zu vergegenwärtigen. Aber seine Gedanken waren zu sehr unter dem Drucke, als daß sie sich regelrecht hätten entspinnen können. Er empfand etwas wie das gehetzte Wild, wenn es sich schließlich vor der Verfolgung in eine unzugängliche Felsenschlucht flüchtet. Endlich war für ihn eine Ruhezeit gekommen. Ein Gefühl der Sicherheit erfüllte seine Seele mit einer unaussprechlichen Wonne. Hier auf diesem Felsen konnte er seine früheren Irrfahrten, Unglücksfälle und Mißerfolge einfach auslachen.
Er war wirklich wie ein Schiff, dem ein Sturm die Masten zerschmettert, Taue und Segel zerrissen, das von den Wellenkämmen in die Tiefe geschleudert, und nun in den Hafen eingelaufen war. Die Bilder dieses Sturmes zogen als Gegensatz zur stillen Zukunft an seinen Gedanken vorüber.
Einen Teil seiner seltsamen Erlebnisse hatte er Folcombridge erzählt, aber tausend andere Abenteuer hatte er nicht erwähnt. Er hatte das Unglück, daß, so oft er irgendwo sein Zelt aufschlug und ein Herdfeuer anfachte, um sich niederzulassen, ein Wind die Pflöcke seines Zeltes niederriß, das Feuer verwehte und ihn selbst dem Ungewissen entgegentrug. Von seinem Turmbalkon jetzt auf die beleuchteten Wellen niederschauend, erinnerte er sich an seine Erlebnisse.
Er war in allen vier Weltteilen gewesen und auf seinen Wanderungen hatte er sich beinahe in allen Berufen versucht. Arbeitsam und ehrlich, hatte er manchmal etwas Geld erspart, verlor es aber immer trotz der größten Vorsicht. Er war Goldgräber in Australien, Diamantensucher in Afrika, Landjäger in Ostindien. Als er seinerzeit in Kalifornien eine Farm anlegte, richtete die Dürre ihn zugrunde. Er versuchte einen Handel mit den das Innere Brasiliens bewohnenden wilden Volksstämmen. Sein Kahn scheiterte auf dem Amazonenflusse, und er, wehrlos und beinahe nackt, irrte wochenlang in den Wäldern umher, sich von wilden Früchten nährend, jeden Moment der Gefahr ausgesetzt, von wilden Tieren zerrissen zu werden. Er legte in Helena, in Arkansas, eine Schmiedewerkstätte an und brannte in der großen Feuerbrunst der Stadt ab. Dann geriet er im Felsengebirge in Indianerhände und wurde nur durch ein Wunder von kanadischen Jägern befreit. Er diente auf einem zwischen Bahia und Bordeaux verkehrenden Schiffe als Matrose, dann als Harpunier auf einem Walfischfangfahrer. Beide Fahrzeuge erlitten Schiffbruch. In Havanna hatte er eine Zigarrenfabrik und wurde, während er krank daniederlag, von seinem Kompagnon bestohlen. Schließlich kam er nach Aspinwall und hier sollten seine Mißgeschicke zu Ende sein. Denn was konnte ihm auf diesem Felseninselchen noch widerfahren? Weder Wasser, Feuer noch Menschen konnten ihn erreichen.
Von Menschen hat Skarmoki übrigens nicht viel Übles erfahren, er ist öfter guten als schlechten Menschen begegnet. Dafür aber schienen ihn alle vier Elemente zu verfolgen. Die ihn kannten, sagten, er habe kein Glück und damit erklärten sie alles. Er wurde schließlich ein Fatalist. Er glaubte, daß irgendeine mächtige, rachsüchtige Hand ihn überall zu Wasser und zu Land verfolge. Er redete aber nicht gern darüber; nur manchmal, wenn man ihn fragte, wessen Hand das sein möge, wies er geheimnisvoll auf den Polarstern und antwortete, das komme von dort. Und seine Mißerfolge waren tatsächlich so beständig, daß man an eine höhere Macht glauben mußte. Im übrigen besaß er die Geduld eines Indianers und die große Widerstandskraft eines rechtschaffenen Polen. Seinerzeit hatte er in Ungarn mehrere Bajonettstiche bekommen, weil er nicht um Pardon bitten wollte. Ebenso unterwarf er sich nicht dem Unglück. Er klomm wie eine arbeitssame Ameise den Berg hinan. Hundertmal herunterrollend, begann er seine Reise ruhig aufs neue. Er war in seiner Art ein Sonderling, abgehärtet und in allen Dingen erfahren, hatte er das Herz eines Kindes. Während einer Epidemie auf Kuba wurde er deshalb von ihr ergriffen, weil er sein ganzes Chinin, von welchem er einen bedeutenden Vorrat besaß, an Kranke verteilte und für sich selbst keinen Gran zurückließ.
Er besaß auch diese wunderliche Eigenschaft, daß er nach so viel Enttäuschungen stets wieder voll Zuversicht war und nicht die Hoffnung aufgab, alles werde noch gut werden.
Im Winter wurde er immer lebhaft und prophezeite stets große Ereignisse. Er harrte ihrer mit Ungeduld und lebte jahrelang mit dem Gedanken an Verwirklichung. Aber ein Winter nach dem anderen verstrich, und Skarmoki erlebte nur das, daß sein Haupthaar bleichte.
Schließlich alterte er und begann die Energie zu verlieren. Seine Geduld begann einer Resignation zu weichen. Die frühere Ruhe ging in Empfindsamkeit über und dieser abgehärtete Soldat begann sich in einen Greis zu verwandeln, der bei dem geringfügigsten Anlasse in Tränen ausbrach. Außerdem begann ihn ein furchtbares Heimweh zu plagen, das der erste beste Umstand anfachte: der Anblick von Schwalben, von grauen, Sperlingen ähnlichen Vögeln, Schnee und Gebirge oder irgendeine Melodie, die einer einst gehörten ähnlich war. Schließlich beherrschte ihn nur noch ein Gedanke: der Gedanke an Ruhe. Der ewige Irrfahrer konnte sich nichts Erwünschteres vorstellen, als einen ruhigen Winkel, in welchem er ausruhen und das Ende still erwarten könnte. Deshalb vielleicht, weil eine sonderbare Laune des Schicksals ihn nach allen Weltgegenden geschleudert hatte, kam es ihm als das größte menschliche Glück vor, nicht mehr umherirren zu müssen. Er hatte fürwahr Anspruch auf solch ein bescheidenes Glück, er war aber schon so an Enttäuschungen gewöhnt, daß er wie an etwas Unerreichbares dachte, und nun bekam er innerhalb zwölf Stunden unverhofft einen Posten, wie er ihn sich nicht hatte träumen lassen.
Als er abends seine Laterne anzündete, war er wie betäubt, daß er sich selbst fragte, ob dies wahr sei, und wagte kaum zu antworten: »Ja.« Unterdessen drang die Wirklichkeit mit unwiderlegbaren Beweisen auf ihn ein, und so verstrich ihm eine Stunde nach der anderen auf dem Turmbalkon. Es schien, als sähe er zum ersten Male in seinem Leben das Meer. Das Linsenglas des Leuchtturms warf einen riesigen kegelförmigen Lichtkreis in die Dunkelheit, während die Ferne schwarz und geheimnisvoll blieb. Aber diese Ferne schien dem Lichtschein entgegenzueilen. Kilometerlange Wellen kamen aus der Dunkelheit herangewälzt und brüllend brandeten sie an der Stufe des Inselchens und da sah man ihre schäumenden, im Leuchtturmscheine rosig glitzernden Kämme. Die Flut stieg immer mehr und überschwemmte die Sandbänke. Die geheimnisvolle Sprache des Ozeans wurde immer mächtiger und lauter, bald dem Kanonendonner, bald dem Rauschen riesiger Wälder, bald einem fernen Gewirr menschlicher Stimmen ähnlich. Manchmal wurde es ganz still. Dann drangen aus des Greises Brust schwere Seufzer oder Schluchzen und alte Erinnerungen quälten ihn.
Schließlich verwehte der Wind den Nebel und trieb schwarze, zerfetzte Wolken herbei, die den Mond verschleierten. Vom Westen begann es immer stärker zu wehen. Die Meeresbrandung schlug wütend an den Felsabhang des Leuchtturms, das Untergemäuer schon mit Schaum bedeckend. In der Ferne brauste ein Sturm. Auf dem dunklen, aufgewühlten Meeresspiegel blitzten einige an den Schiffsmasten aufgehängte grüne Laternchen auf. Diese grünen Pünktchen hoben und senkten sich, schwankten bald nach rechts, bald nach links.
Skarmoki stieg in seine Stube hinab. Der Sturm begann zu heulen. Draußen auf jenen Schiffen kämpften die Leute mit der Nacht, der Finsternis und den Wellen; in der Stube aber war es ruhig und still. Selbst der Schall des Orkans drang nur gedämpft durch die dicken Mauern, und nur das gemessene »Ticktack« der Uhr wiegte den müden Greis in den Schlaf.
II.
Die Stunden, Tage und Wochen begannen zu verstreichen. Die Matrosen behaupten, daß wenn das Meer sehr stürmisch ist, sie in der Nacht und der Dunkelheit von einer Stimme beim Namen gerufen würden. Wenn die Unendlichkeit des Meeres so rufen kann, so mag sein, daß, wenn der Mensch altert, eine dunkle, geheimnisvolle Unendlichkeit auch ihn gleichfalls ruft, und je mehr er vom Leben ermüdet ist, desto willkommener sind ihm diese Zurufe. Um sie aber zu hören, dazu bedarf es der Stille. Außerdem liebt es das Alter, sich im Vorgefühle des Todes zu isolieren.
Für Skarmoki war der Leuchtturm solch ein halbes Grab. Es gibt nichts Eintönigeres, als ein Leben auf dem Leuchtturm. Junge Leute, die einen solchen Posten annehmen, verlassen ihn bald wieder. Der Leuchtturmwächter pflegt auch gewöhnlich ein älterer, finsterer und verschlossener Mensch zu sein. Wenn er einmal seinen Turm verläßt und unter Menschen geht, wandelt er unter ihnen wie ein aus tiefem Schlafe Erwachter. Auf dem Turm fehlt es an jeglichen kleinen Eindrücken, die im gewöhnlichen Leben lehren, alles auf sich zu beziehen. Alles, womit der Leuchtturmwächter in Berührung kommt, ist riesig und groß und geschlossener Formen bar. Der Himmel, das ist die eine Gesamtheit, das Wasser die zweite, und inmitten dieser Unendlichkeiten die einsame Menschenseele!
Er führt dort eine Lebensweise, in welcher der Gedanke ein ununterbrochenes Hinbrüten wird, aus diesem Hinbrüten weckt den Leuchtturmwächter selbst seine Beschäftigung nicht. Ein Tag ist dem anderen so ähnlich, wie zwei Glasperlen in einem Rosenkranze sich gleichen, und höchstens das Wetter bietet eine Abwechselung.
Skarmoki aber fühlte sich so glücklich, wie noch nie in seinem Leben. Er stand mit Tagesanbruch auf, nahm Nahrung zu sich, putzte das Linsenglas der Laterne, ließ sich dann auf dem Balkon nieder und starrte in die Meeresferne. Seine Augen konnten sich an den Bildern, die er vor sich hatte, nie satt sehen. Gewöhnlich sah er auf dem türkisfarbenen Hintergrunde ein geblähtes Segel, das in den Sonnenstrahlen so leuchtete, daß die Augen davon geblendet wurden. Manchmal fuhren die Schiffe, die sogenannten Passatwinde benutzend, in einer langgestreckten Reihe hintereinander, einer Möwenkette ähnlich. Die roten, den Weg weisenden Tonnen schaukelten sich auf den Wellen. Zwischen den Segeln tauchte täglich gegen Mittag eine riesige grauschimmernde Rauchsäule auf, das war der Dampfer, der Passagiere und Waren von New York nach Aspinwall brachte, lange, schäumende Furchen hinter sich ziehend. Von der anderen Seite des Balkons sah Skarmoki deutlich Aspinwall und seinen ruhigen Hafen und einen Wald von Masten, Booten und Kähnen; etwas weiter die weißen Häuser und Türmchen der Stadt. Von der Höhe des Leuchtturms waren die Häuschen Möwennestern, die Boote kleinen Käfern ähnlich, und die Leute bewegten sich wie Punkte auf dem weißen, steingepflasterten Boulevard.
Des Morgens brachte eine leichte Ostbrise das menschliche Stimmengewirr, welches vom Pfeifen der Dampfer übertönt wurde, her, mittags war Siestazeit. Im Hafen hörte der Verkehr auf; die Möwen verkrochen sich in Felsspalten, der Wellengang wurde schwächer und träge, und dann entstand zu Land, zu Wasser und auf dem Leuchtturm ein Moment ungetrübter Stille. Der gelbe Sand, von welchem die Wellen zurückströmten, glitzerte wie goldige Flocken auf der Wasserfläche; der Turmkorpus hob sich im Äther scharf ab. Ströme von Sonnenstrahlen ergossen sich vom Himmel auf das Wasser, auf den Sand und auf die Felsabhänge. Da bemächtigte sich auch des Greises eine angenehme Schwäche. Er fühlte, daß ihm diese Ruhe wohltuend sei, und da er hoffte, daß sie dauernd sein würde, fehlte ihm nichts mehr zu seinem Glück. Skarmoki schmachtete sein eigenes Glück an. Da der Mensch sich aber leicht an ein besseres Los gewöhnt, so gewann er allmählich Vertrauen und Zuversicht; denn er dachte, wenn die Menschen für Invaliden Häuser bauen, warum sollte Gott schließlich seinem Invaliden keine Zufluchtsstätte gewähren.
Die Zeit verfloß und bestärkte ihn in dieser Überzeugung. Der Alte lebte sich mit dem Leuchtturm, den Felsabhängen, den Sandbänken und der Einsamkeit ein. Er machte auch mit den Möwen, die sich im Felsgeklüft niederließen und abends auf dem Turmdache geräuschvoll herumschwärmten, Bekanntschaft. Skarmoki warf ihnen die Reste seines Essens hin, und sie wurden bald so zahm, daß ihn dann ein Sturm weißer Fittiche umgab, und der Alte schritt zwischen dem Gevögel wie ein Schäfer zwischen seinen Schafen einher.
Zur Ebbezeit begab er sich auf die niederen Sandbänke, wo er schmackhafte Schnecken und schöne Perlmutter Molluskenmuscheln sammelte, die die zurücktretende Flut hinterließ. Des Nachts ging er beim Schein des Mondes und des Leuchtturms aus, um Fische zu fangen, von denen das Felsgeklüfte wimmelte. Schließlich gewann er seinen Felsen und sein baumloses Inselchen lieb, das nur von winzigen fetten Pflanzen und Strandhafer bewachsen war.
Eine Fernsicht entschädigte ihn übrigens für die Armut seines Eilandes. In den Mittagsstunden, wenn die Atmosphäre durchsichtiger wurde, sah man die ganze Landenge bis zum Pacific mit seiner üppigen Vegetation. Dann schien es Skarmoki, als ob er in einen Riesengarten sähe. Mächtige Kokosbündel bildeten knapp hinter den Häusern Aspinwalls prächtige buschige Sträuße. Weiter zwischen Aspinwall und Panama sah man einen ungeheuern Wald, über welchem jeden Morgen und Abend rötliche Dünste aufstiegen, ein echter Tropenwald, unten von einem stehenden Wasser bespült, von Lianen, rauschenden Orchideen, Palmen und Gummibäumen umrankt.
Durch sein Fernrohr konnte der Alte nicht nur Bäume, nicht nur weitverzweigte Bananenblätter, sondern auch Affen und Papageien beobachten, welche sich manchmal über dem Walde wie eine regenbogenfarbene Wolke erhoben. Skarmoki kannte derartige Wälder, wußte, was für Gefahren, was für ein Tod unter dieser herrlichen lachenden Oberfläche lauerte. Um so mehr verursachte es ihm Freude, von seiner Höhe zu schauen, ihre Schönheit zu bewundern und vor Verderben geschützt zu sein. Sein Turm schützte ihn vor jedem Unheil. Er verließ ihn auch meist nur Sonntags früh. Dann legte er seinen granatblauen Wächterrock mit Silberknöpfen an, heftete seine Kreuze an die Brust und sein milchweißes Haupt richtete sich mit einem gewissen Stolze in die Höhe, wenn er beim Kircheneingang hörte, wie die Kreolen untereinander sprachen: »Wir haben einen ordentlichen Leuchtturmwächter. Und sogar ein Jankee, kein Ketzer.« Aber sofort nach der Messe kehrte er nach seinem Inselchen zurück, glücklich ging er heim, denn er traute noch immer nicht dem Festlande.
Sonntags las er auch eine spanische Zeitung, die er in der Stadt kaufte oder den von Folcombridge geliehenen »New York Herald« und suchte darin gierig nach Nachrichten aus Europa. Armes, altes Herz. Auf diesem Wachtturm und auf der zweiten Halbkugel schlug es noch fürs Vaterland …
Manchmal, wenn das Boot, das ihm Mundvorrat und Wasser zuführte, anlegte, stieg er vom Turm, um mit dem Wächter Johnsen zu plaudern. Später aber verwilderte er augenscheinlich. Er hörte auf nach der Stadt zu kommen, Zeitungen zu lesen und mit Johnsen politische Debatten zu führen. Es verstrichen Wochen, in denen er niemand und niemand sah. Das einzige Zeichen, daß der Alte lebte, war nur das Verschwinden des am Ufer für ihn zurückgelassenen Proviants und das Turmlicht, welches jeden Abend mit solch einer Regelmäßigkeit angezündet wurde, mit welcher die Sonne morgens in fernen Zonen aus dem Wasser emporsteigt.
Der Alte war offenbar für die Welt gleichgültig geworden. Hierfür war nicht das Heimweh der Grund, sondern, daß er in Resignation übergegangen war. Für den Greis verkörperte sich jetzt die ganze Welt in seinem Inselchen. Er hatte sich in den Gedanken eingelebt, daß er den Turm bis zu seinem Tode nicht verlassen werde, und er vergaß, daß außer ihm noch anderes vorhanden war. Dazu wurde er Mystiker. Seine sanften blauen Augen wurden wie Kinderaugen und starrten in die Ferne.
In fortwährender Vereinsamung und angesichts der überaus einfachen und großen Umgebung begann der Alte die Empfindung der eigenen Individualität zu verlieren. Er hörte auf als Person zu existieren und verschmolz immer mehr mit seinem Milieu. Er stellte darüber keine Betrachtungen an, er fühlte nur unbewußt, schließlich aber kam es ihm vor, als sei der Himmel, das Meer, sein Felsen, der Turm, die Sandbänke, die geblähten Segel und Möwen, die Ebbe und Flut eine große Einheit und eine ungeheure, geheimnisvolle Seele. Er tauchte darin unter und lullte sich ein. – und in dieser Beschränkung seines eigenen Daseins, in diesem Halbwachen und Halbschlafe fand er eine große, dem Halbtode beinahe ähnliche Ruhe.
III
Aber das Erwachen stellte sich ein. Als das Boot wieder Wasser und Lebensmittel brachte und Skarmoki eine Stunde darauf vom Turm gestiegen war, bemerkte er, daß außer der gewöhnlichen Ladung noch ein Paket dabei sei. Auf dem Deckel des Pakets waren Postwertzeichen der Vereinigten Staaten und die deutliche Adresse: Skarmoki Esqr., auf dickem Segeltuch. Der neugierig gewordene Alte schnitt die Leinwand durch und erblickte Bücher; er nahm eins in die Hand, schaute es an und legte es zurück, wobei seine Hände heftig zu zittern begannen. Er bedeckte die Augen, als traute er ihnen nicht, es schien ihm, er träume, denn es war ein polnisches Buch. Was sollte das bedeuten? Wer hat ihm das Buch schicken können? Er hatte offenbar im ersten Augenblicke vergessen, daß er noch zu Beginn seiner Karriere als Leuchtturmwächter in dem vom Konsul ausgeliehenen »Herald« von der Gründung einer polnischen Gesellschaft in New York gelesen hatte, und daß er derselben gleich die Hälfte seines Monatsgehaltes, für das er auf dem Turme keine Verwendung wußte, geschickt hatte. Als Dank hatte die Gesellschaft ihm Bücher zugeschickt. Sie kamen also auf natürlichem Wege, im ersten Moment aber konnte der Greis diese Gedanken nicht erfassen.
Polnische Bücher in Aspinwall auf seinem Turm, inmitten seiner Einsamkeit, das war für ihn etwas Außergewöhnliches, ein Hauch aus alten Zeiten, ein Wunder. Jetzt kam es ihm wie jenem Seefahrer inmitten der Nacht vor, als ob ihn jemand mit einer geliebten und beinahe vergessenen Stimme beim Namen gerufen habe.
Eine Weile saß er mit geschlossenen Augen und er fürchtete, daß der Traum, sobald er die Augen öffnete, verschwinden würde. Nein, das aufgeschnittete Paket lag deutlich, von den Strahlen der Mittagssonne beschienen, vor ihm und das bereits aufgeschlagene Buch. Als der Alte die Hand wieder danach ausstreckte, vernahm er inmitten der Stille das Pochen seines eigenen Herzens.
Er betrachtete das Buch: es waren Verse. Oben stand mit großen Buchstaben der Titel, darunter der Name des Verfassers. Dieser Name war Skarmoki nicht fremd, er wußte, daß es der Name eines großen Dichters sei, dessen Erzeugnisse er sogar in Paris gelesen hatte. Auch als er in Algerien und Spanien Krieg führte, hörte er von seinen Landsleuten von dem immer mehr wachsenden Ruhm des großen Poeten. Er war damals aber so sehr an die Flinte gewöhnt, daß er Bücher nicht einmal in die Hand nahm. Im Jahre 49 reiste er nach Amerika, und in dem abenteuerlichen Leben, das er führte, hatte er niemals Polen und polnische Bücher gesehen. Mit größter Hast und Herzpochen schlug er das Titelblatt um.
Jetzt begann auf seinem einsamen Felsen etwas Feierliches vor sich zu gehen. Es herrschte große Ruhe und Stille. Die Uhren in Aspinwall hatten die fünfte Nachmittagsstunde geschlagen, der klare Himmel wurde von keinem Wölkchen getrübt, nur einige Möwen kreisten im Äther. Der Ozean war eingelullt. Die schwach brandenden Wellen säuselten leise, sich sanft über den Sand ergießend. Von weitem lachten Aspinwalls weiße Häuser und die wunderbaren Palmengruppen. Es war feierlich still und ernst. Inmitten dieses Naturfriedens erscholl jäh die zitternde Stimme des Alten, der laut die Verse las, um sie besser zu verstehen. Die schwungvollen Gedichte glühten von Heimweh und Vaterlandsliebe.
Skarmokis Stimme versagte. Die Buchstaben begannen vor seinen Augen zu tanzen, und in seinem Herzen stiegen alte Erinnerungen auf, die seine Stimme erstickten. Noch einen Moment beherrschte er sich und las weiter, und immer hinreißender, immer schmachtender und wehmutsvoller gestalteten sich die Dichtungen.
Die angeschwollene Flut durchbrach den Damm des Willens. Der Greis brüllte auf und warf sich zu Boden, seine milchweißen Haare vermengten sich mit dem Strandsande.
Vierzig Jahre beinahe sind dahingegangen, daß er sein Vaterland nicht gesehen und, Gott weiß, wie lange er schon seine Muttersprache nicht vernommen hatte, und da kam diese Sprache durch den Dichter zu ihm heran, hatte den Ozean durchschifft und fand ihn als Einsiedler auf der anderen Halbkugel.
In seinem Schluchzen, das ihn erschütterte, war kein Schmerz, sondern nur eine jäh erwachte unermeßliche Liebe, welcher gegenüber alles in nichts zerfloß. Mit seinem Weinen bat er die geliebte entfernte Heimat um Verzeihung, daß er schon so gealtert und daß er sich mit dem einsamen Felsen eingelebt und vergessen hatte, daß selbst jede Sehnsucht sich zu verwischen begann.
Die Stunden verstrichen und er lag ruhig am Boden. Die Möwen kamen kreischend herangeflogen, als waren sie um ihren alten Freund beunruhigt. Die Stunde, in welcher er sie mit seinen Speiseüberresten fütterte, war angebrochen, und so kamen einige von der Turmspitze bis zu ihm herangeflattert. Dann kamen immer mehr und sie begannen ihn zu beschnäbeln und mit ihren Schwingen über seinem Haupte zu schweben. Das Rauschen der Flügel erweckte ihn. Nachdem er sich ausgeweint hatte, war ein strahlender Friede über ihn gekommen und seine Augen waren wie neu belebt. Unbewußt gab er seine ganze Nahrung den Vögeln, die sich mit Geschrei darüber stürzten, und er selbst griff wieder nach dem Buche. Die Sonne hatte schon die Gärten und Panamas Urwald passiert und ging langsam hinter der Landenge unter, aber das Atlantische Meer war noch voll hellen Scheines, die Luft noch ganz licht, und so las er weiter–-
Die hereinbrechende Dämmerung verwischte die Buchstaben auf der weißen Buchseite, eine Dämmerung, kurz wie ein Augenblick. Der Greis lehnte das Haupt an den Felsen und schloß die Augen. Die Gedichte zitterten in seiner Seele nach, der Himmel glühte noch in Purpurtinten und in seinem Geiste tauchten die heimatlichen Gaue auf. In seinen Ohren rauschten Kiefernwälder, plätscherten heimatliche Flüsse. Er sah alles, wie es war und alles fragte ihn: denkst du der alten Zeiten? Er sah weitgestreckte Felder, Haine, Wiesen, Wälder und Dörfer. Es wurde Nacht. Um diese Zeit erhellte sein Leuchtturm längst schon das Meeresdunkel, er selbst aber ist jetzt in seinem Heimatsdorfe. Das alte Haupt senkte sich auf die Brust und er träumte. Die Bilder zogen an seinen Augen rasch und unzusammenhängend vorüber. Er sah nicht das Vaterhaus, denn der Krieg hat es zerstört, er sah weder Vater noch Mutter, denn als sie starben, war er noch ein Kind. Sonst war es ihm aber, als hätte er das Dorf gestern verlassen. Er sah eine Reihe Bauernhütten mit erleuchteten Fenstern, einen Deich, eine Mühle, zwei Teiche, in welchem die ganze Nacht ein Froschchor quakt. Einst stand er in diesem Dorfe nachts als Wachtposten; jetzt lebte die Vergangenheit jäh in seinen Gedanken auf. – Er ist wieder ein Soldat und steht Schildwache. Von weitem blickt der Dorfkrug und darin singt, spielt und tanzt man. Die Ulanen führen einen Reigen auf, und er langweilt sich auf seinem Rosse. Die Stunden schleppen sich träge dahin, schließlich verlöschen die Lichter, so weit das Auge reicht ist jetzt ein undurchdringlicher Nebel, die Nacht ist ruhig und kühl, eine echte polnische Nacht. In der Ferne säuselt der Kiefernforst ohne Wind, wie Seewogen. Bald beginnt es im Osten zu grauen, auch die Hähne krähen schon hinter den Zäunen. Kraniche lassen sich gleichfalls in der Höhe vernehmen. Dem Ulan wird es so frisch ums Herz. Der junge Morgen bricht an. Die Nacht verblaßt. Aus dem Schatten tauchen Wälder, Gebüsche, Bauernhäuschen, eine Mühle und Pappeln auf. Die Brunnenschwengel knarren wie Blechfähnchen auf einem Turm. O wie wunderschön ist dieses Land im rosigen Scheine des Morgenrotes! Stille! Die wachthabende Bedette hört, daß jemand herankommt, man kommt wahrscheinlich, die Wache abzulösen.
Plötzlich erschallt eine Stimme über Skarmoki: »He, Alter, steht auf! Was ist Euch?«
Der Alte macht die Augen auf und schaut einen neben ihm stehenden Mann verwundert an. Nächtliche Traumerscheinungen kämpfen in seinem Kopfe mit der Wirklichkeit. Schließlich verblassen und verschwinden die Traumgesichter und vor ihm steht der Hafenwächter Johnsen.
»Was ist das?« fragte Johnsen. »Seid Ihr krank?«
»Nein.«
»Ihr habt den Leuchtturm nicht angezündet. Ihr werdet aus dem Dienste gejagt werden. Ein Boot aus Gerono ist auf flachem Seegrunde gescheitert, zum Glück ist niemand ertrunken, sonst hätte man Euch vors Gericht gestellt. Steigt mit mir ein. Das übrige werdet Ihr im Konsulat hören.«
Der Alte erbleichte, er hatte tatsächlich diese Nacht den Leuchtturm nicht angezündet.
Einige Tage später sah man Skarmoki an Bord eines von Aspinwall nach New York gehenden Schiffes. Der arme Schlucker hatte den Posten verloren. Neue Wege von Irrfahrten taten sich vor ihm auf. Der Wind entführte wieder dieses Blatt, um es über Wasser und Land zu schleudern, um an ihm sein Mütchen zu kühlen.
In diesen Tagen wurde der Alte ganz gebeugt, nur seine Augen glänzten. Für seine neue Lebensbahn hatte er sein Buch auf der Brust, das er von Zeit zu Zeit mit der Hand betastete, als fürchtete er, auch dieses könne ihm verloren gehen.

trennlinie2

Henryk Sienkiewicz – Drei Erzählungen
Der Leuchtturmwächter – 1882
Verlag von Otto Janke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Content is protected !!