Henriette Hell | Achtung, ich komme!: In 80 Orgasmen um die Welt​

Henriette Hell – Achtung, ich komme! In 80 Orgasmen um die Welt​ – c blanvalet

ReiseLust neu definiert?! Über das Buch  Henriette Hell liebt Sex und ist äußerst experimentierfreudig. Dass sie beim normalen Rein-Raus keinen Orgasmus bekommt, ist für sie kein Drama. Für ihre Sexualpartner aber offenbar schon … Die sind gekränkt, wenn es nicht klappt, und machen Stress. Das ist Henriette irgendwann zu blöd.
Sie räumt ihr Konto leer und begibt sich auf eine Reise rund um die Welt. Der Plan: In jedem Land mit einem Einheimischen schlafen, um herauszufinden: Kommt man in anderen Ländern entspannter? Und ist der OrgasmusStress am Ende ein rein deutsches Problem?

Eine Bahnhofsbuchandlung kann ja durchaus eine Inspirationsquelle sein. Dank der verlässlichen Pünktlichkeit der Bahn hatte ich Gelegenheit, meine Büchersammlung um ein weiteres Exemplar zu erweitern.
Ich hatte ein Buch gesucht, in dem echter Sex vorkommt mit gelungener Rundumgeschichte und gut zu lesen fürs Kopfkino:
Eine Frau reist durch die Weltgeschichte und macht einfach, wonach ihr der Sinn steht. Auch wenn die Herren der Schöpfung das doof finden – wahrscheinlich  fühlen sie sich einfach nur in ihrer Ehre gekränkt – Henriette benimmt sich hier und da wie das Klischee eines ganzen Kerls, also ziemlich hormongesteuert und sehr selbstbewusst. Das dürfte so manchen Macho, der immer noch dachte, Erobern sei Männersache, ganz schön jucken.Auf ihrer Reise trifft sie sowohl Männer als auch Frauen. Dabei erfährt sie – und wir als LeserInnen – Interessantes und auch Schokierendes über die Kultur und Sexkultur im Besonderen der jeweiligen Länder. Und ganz nebenbei erwähnt, kann der Mann so einiges über die weibliche Sexualität lernen. Wobei Mann wohl auch akzeptieren muss, dass es mit der Weiblichkeit immer weniger wird, je mehr sich Frau dem männlichen Gebahren anpasst. Ich persönlich habe es ausprobiert und als nicht erstrebenswert abgehakt.

Fazit:  Sex macht manchmal Spaß, manchmal eben nicht – wo ist dabei völlig egal. Ob es sich um ein rein deutsches Problem handelt, wie oben erwähnt? Nein. Und irgendwie doch. Das Buch ist ein netter Zeitvertreib und hat meinem Kopfkino die ein oder andere schöne Sequenz beschert. Mehr sollten man und frau nicht erwarten.

Kategorien Ein Blick ins Buch - Rezensionen
Anike Pool

über

Anike Pool, 34, stammt aus Kaiserslautern und wohnt derzeit in Utrecht, Niederlande. Sie arbeitet in einer Buchhandlung nahe der Uni. "Als die Idee entstand etwas über Mannsbilder im Magazin zu machen, fand ich dies zunächst amüsant. Denn ich bin das, was man landläufig als lesbisch bezeichnet. Vielleicht liegt darin aber auch wieder ein Reiz, denn ich finde Männer unästhetisch. Sie locken mich nicht. Daher habe ich vielleicht einen anderen Blick. Männer, die ich ausgewählt habe, finde ich nicht schön; es ist eher die Bildsprache. Ich bin selbst gespannt, wohin das Experiment führt."

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