Hans Paasche: Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland – 1921

Hans Paasche-Reise

Inhalt – Übersicht

Einleitung des Autors & Editorial
Brief 1
– Von Münzen, deutscher „Kultur“ & Briefen

Brief 2 – Vom Rauch, von der Arbeit und der Unsitte des Bekleidens
Brief 3 – Das Handwerk des Schreibens und Lesens / Reiche und Arme / Die Wasungu sind keine Menschen / Die Frauen
Brief 4 – Weshalb die Wasungu hin und her laufen und fahren
Brief 5 – Was und wie die Wasungu essen
Brief 6 – Über die Narrheit, die die Wasungu „Volkswirtschaft“ nennen
Brief 7 – Wie die Deutschen ihren König feiern
Brief 8 – Über das Rauchstinken der Wasungu
Brief 9 – Lukanga auf dem Hohen Meißner

Einleitung

Ein Neger, den ich am Hofe des Königs Ruoma traf, ist meiner Anregung gefolgt und hat sich von dem Herrscher des Landes Kitara den Auftrag geben lassen, Deutschland zu bereisen. Lukanga Mukara ist, wie sein Name sagt, ein Mann, der von der Insel Ukara im Viktoriasee stammt. Er ist frühzeitig von der übervölkerten Insel nach der Nachbarinsel Ukerewe ausgewandert und hat dort bei den »weißen Vätern« lesen und schreiben gelernt. Dann ist er auf einer Reise dem Pater, den er begleitete, entlaufen und bei Ruoma, dem König von Kitara, geblieben, wo er als Dolmetscher, Erzähler und Gerichtsberater seine reichen Kenntnisse verwertete. Dort lernte ich ihn kennen.

Die Briefe des Lukanga haben einen besonderen Wert. Der fremde Mann legt an die Zustände in Deutschland seinen Maßstab. Was uns gewohnt erscheint, fällt ihm auf. Seine Beobachtungsgabe und die Nacktheit seines Urteils bringen es mit sich, daß er bedeutend über Dinge sprechen kann, denen wir selbst gar nicht einmal unbefangen gegenüberstehen können.

Hans Paasche – 1921

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