Gustav Sack • Das Moor • Lyrik enttäuschter Liebe mit einem Spritzer Ekel

Gustav Sack • Das Moor

Oh du Geliebte, wenn ich je gedächte,
dich einem Erdendinge zu vergleichen,
so wählte ich den Berg unzähliger Leichen,
so wählte ich das Moor und seine Nächte.

Du schmutziger Knäuel bodenloser Schächte
verborgen unter sammetseidenweichen
und tief türkisenblaun Nymphäenteichen –
daß dich dein eigener Gestank umbrächte!

Denn arg hast du mein Tölpelherz verführt
mit deiner glatten Haut Melancholie
und deinem gramdurchtränkten Liebesschwure

und mitternachts mir einen Trank gerührt
aus Kot, Gestank und Teufelspoesie –
vergib mir! – oh vergib mir, große Hure!

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Gustav Sack (* 28. Oktober 1885 in Schermbeck; † 5. Dezember 1916 bei Finta Mare, Rumänien) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker. Seine Werke wurden auch unter dem Pseudonym Ernst Schahr veröffentlicht.

Randbemerkungen

Gustav Sack -  1916 -  Fotograf Unbekannt - Gustav Sack, Gesammelte Werke, S. Fischer Verlag, Berlin, 1920
Gustav Sack – 1916 –
Fotograf Unbekannt – Gustav Sack, Gesammelte Werke, S. Fischer Verlag, Berlin, 1920

Dem Einsatz seiner Frau Paula verdankt Sack seinen Nachruhm. Kurz nach seinem Tod wurde sein Werk erstmals gedruckt, erzeugte ein kurzes Aufhorchen im Literaturbetrieb, wurde hochgelobt.

Sack gilt als einer der wichtigsten Vertreter der expressionistischen Literatur in der Frühphase des 20. Jahrhunderts.

Sein Nachlass liegt im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Teile davon sind im Literaturmuseum der Moderne in Marbach zu sehen.

Er studierte zu Beginn Germanistik, später dann Naturwissenschaften, insbesondere Biologie. 1910 beendete er sein Studium ohne Abschluss.

Im Juli 1914 heiratet er Paula Harbeck.

Bei Kriegsausbruch 1914 weilte Sack in der Schweiz und verweigerte zunächst den Kriegsdienst. Eingezogen im September 2014nach Rückkehr ins Kaiserreich.

Das Päckchen mit der Pfeife von Gustav Sack, wurde als einzige Hinterlassenschaft nach dessen Tod in Rumänien an seine Witwe geschickt. – Quelle: Wikipedia.

Textquelle: Gustav Sack: Gesammelte Werke. Band 2, Berlin 1920, S. 11.

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