Gedanken zur Kunst| Raffael Santi & Pablo Picasso | Mutter und Kind

Raffael_PicassoRaffael und Picasso zeichnen beide, als ob sie sie mit der Feder schreiben; einmal in lang durchlaufenden Linien wie bei der Frisur im oberen Blatt; dann wieder in kurzen, in Richtung wechselnden, aber deswegen nicht unterbrochenen Zügen wie bei dem Kind im untersten Blatt.
Beide stellen mit Linien Helligkeit und Dunkelheit her; Picasso durch die Verdichtung von Mustern, Raffael durch die Häufung der Linien. In den beiden Blättern stehen freie Flächen gegen gedrängt volle Partien.
In beiden Zeichnungen hält die Mutter das Kind. Das Kind ist wie ein Teil der Mutter. Raffael unterstützt diese Abhängigkeit noch durch die Drehung des Kindes zum Antlitz der Madonna hin. Picasso betont die abschirmenden, schützenden Hände der Mutter. Darüber wendet sich der Kopf des Kindes von der Mutter weg, zur Welt hin.

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Joshua Meunier

Dr. Joshua Meunier - Jahrgang 1965 - ist Dozent für Kunstgeschichte in Antwerpen, Belgien. Er stammt aus Clermont-Ferrand in Frankreich. Seine Mutter ist Franzose, der Vater stammt aus Freiburg i. Breisgau. Meunier spricht vier Sprachen fließend u.a. Deutsch. 2016 veröffentlicht er sein erstes Buch über experimentelle Kunst aus den Benelux-Staaten. Dr. Meunier spielt in seiner Freizeit Schach, ist ein erfolgreicher Kanute und liebt Lyrik.

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