Felix Pirner über Fridtjof Nansen: Forscher und Menschenfreund

Henry Van der Weyde - Fridtjof_Nansen - Norwegischer Wissenschaftler und Diplomat
Henry Van der Weyde – Fridtjof_Nansen 
Norwegischer Wissenschaftler und Diplomat

Neapel ist eine Stadt des Meeres, und der Vesuv, dessen zarte Rauchfahne den blauen Himmel streichelt, ist ihr Wappen. Die Bewohner der Stadt, dieses arme, frohsinnige Volk, lebt vom Meer und seinen Fischen, von der Lava des Vesuvs, der fruchtbaren Erde, die Orangenhainen und Ölbaumwäldern die Nahrung schenkt. So ist es heute, und 1886 war es nicht anders, als einige junge Männer durch die Gassen der Stadt schlenderten. Man sah ihnen an, dass sie keine Italiener waren; aber einer der jungen Leute fiel besonders auf, ein großer, hellblonder Mann mit dem kühn geschnittenen Gesicht und den blauen Augen des Wikingers. Er erregte nicht nur wegen seines Aussehens in der südlichen Landschaft Aufsehen, sondern er gab mehr als andere mit beiden Händen und einem fröhlichen Lächeln Geldmünzen an die Bettler. Zwei junge Neapolitanerinnen sahen ihm aus der Schneiderwerkstatt ihres Vaters nach. Die eine meinte: „Er muss sehr gut sein. Neulich wollte er das Aufbügeln seines Anzugs zahlen und hatte zu wenig Geld mit, nur weil er zu viel unterwegs an die Armen verteilt hatte.“

„Er soll herrlich tanzen können — die Tarantella, wie unsere Burschen. Mario sah ihn auf Capri; er war eifersüchtig, weil die Mädchen alle mit dem großen Blonden tanzen wollten“, sagte die andere und sah ihn mit bedauerndem Lächeln um die nächste Ecke verschwinden.
Der junge Riese, der Norweger, war Fridtjof Nansen, Zoologe und Assistent am Biologischen Institut in Neapel. Die jungen Männer wanderten zu den Lavafeldern von San Sebastiano. Auf einmal blieb Nansen hinter ihnen zurück. Er setzte sich auf einen der dicken Brocken und antwortete nicht auf die Zurufe seiner Freunde. Hatte Fridtjof Nansen Liebeskummer? Nein. Nansen überfiel jäh und mit Wucht die Sehnsucht nach Hause, nach Norden. Die starken bunten Farben und die lauten fröhlichen Menschen peinigten ihn auf einmal. Er wusste nicht, warum; denn bis zu diesem Augenblick, so schien es ihm, hatte er sich noch an dem Gegensatz gefreut — nun war alles wie erloschen. Er sehnte sich maßlos nach dem Packeis und der Robbenjagd, nach den zarten Farben und den kurzen flammenden Sommern, denen die rasche Vergänglichkeit ihren unwiderstehlichen Reiz gab.

pompeii-431577_1280_PhilP61Schließlich stand der junge Norweger von dem Lavafelsen auf, reckte sich und blickte zum Vesuv hinüber, dann schloss er sich seinen Freunden wieder an.  „Bist du traurig?“
„Nein, nicht mehr. Ich weiß aber jetzt, warum ich es war. Ich melde mich zurück nach Hause.“
„Warum denn so schnell? Im Meeresinstitut von Neapel gibt’s doch die seltensten Sorten von Tintenfischen.
Nansen lachte: „Aber keine Robben und Eisbären. Ich will Grönland durchqueren, auf Schneeschuhen.“
Und warum? „Weil kein Mensch das Innere kennt. Gibt es grüne Täler dort? Menschliche Ansiedlungen? Oder findet man eine einzige platte Eisfläche? Nichts weiß man davon. Aber ich werde es herausbekommen.

1888: Sechs Männer kämpften sich quer durch Grönland, von Osten nach Westen, vier Norweger und zwei Lappen. Sie schoben schwerbeladene Schlitten über Schrofen und Buckel hinauf, zeitweise in eisigem Sturm bei vierzig Grad Kälte. Grönland war keine glatte Fläche, und als die Männer endlich die Höhe der Insel erreicht hatten, da maßen sie 2400 Meter. Das war am 1. September 1889. Sie freuten sich und machten ein Festessen; denn die Anstrengungen, die hinter ihnen lagen, waren schwer gewesen, überschwer. Sie hatten sogar die Ölhäute ihrer Schlafdecken als Brennstoff benutzen müssen, um die Schlitten zu erleichtern. An manchen Tagen war der Schnee schwer geworden, fast hatten sie die Schlitten tragen müssen, und immer noch ging es bergauf. Nachtmärsche hatten sie schon lange aufgegeben; sie fühlten sich glücklich, wenn sie des Nachts im Zelt lagen und heißen Tee tranken.

Nun waren sie endlich oben. Hinunter geht’s bekanntlich schneller. Leider mussten sie noch tagelang auf der gleichen Höhe voranziehen und stoßen, während der Sturm raste. Hunger plagte sie; denn bei dem Marsch quer durch Grönland hatte es sich herausgestellt, dass ihre Hauptnahrung „Pemmikan“ — ein gepresstes Fleischpulver, mit Mehl versetzt, von außen nicht unähnlich einer Schokoladentafel — zu wenig fetthaltig war. Und Durst hatten sie! Sie trugen eine kleine Flasche mit Schnee gefüllt auf der Brust, das aufgetaute Wasser tranken sie.
Dann glitten eines Tages die Schlittenkufen von selbst, sanft, fast gemütlich, bis auf einmal der Bergkamm steiler ins Tal fiel. Die Schlitten rasten. Die Männer sprangen auf und versuchten sie zu lenken. Eine halsbrecherische Fahrt; denn sie flogen nun über die gleichen Unebenheiten, die ihnen bergauf trotz der harten Kälte den Schweiß auf die Stirn getrieben hatten, sie sprangen über Schächte und Gräben. Sie rasten mit dem Tod um die Wette, immer schneller und schneller. Nansen führte. Plötzlich — eine Gletscherspalte! Sie waren schon dicht dran! Da riss Nansen an den Kufen, schwang ab und hielt — Zentimeter nur trennten ihn von dem tödlichen Spalt; der Bruchteil einer Sekunde hatte über sein Leben entschieden.

Wohl nur ein Mensch, der sich je einmal im Schnee verirrt hat, kann die Freude ermessen, die einen Mann im ewigen Eis durchzuckt, wenn ihn wieder eine Spur warmen Lebens streift. Eine Fliege, ein Schmetterling, eine Moosfaser. Die sechs Männer setzten sich beglückt in das erste Kissen von Moos und Heidekraut, sie legten die Hände auf die Erde und freuten sich. Nun waren sie durch! Wieder hielten sie ein Festmahl. Sie brannten ein Feuer aus Heidekraut an und sogen den Duft von Moos und Erde ein. War das herrlich!
Nun kamen sie schneller vorwärts. Sie schossen wieder Vögel und aßen Beeren. Die frische Nahrung gab ihnen neue Kraft. Sie ruderten einen Fjord entlang und gelangten zum offenen Meer.

Nansen_auf_dem_Schiff_Nordpolexpedition_BergenIn einer Eskimosiedlung kam ein junger Mann auf sie zu und fragte nach Nansen. Er wollte ihm zum Doktordiplom gratulieren. Ein Schiff hatte die Nachricht mitgebracht. Der junge Doktor stand vor ihm, verschmiert und ungewaschen, seinen ersten Erfolg als Forscher gerade hinter sich. Nansen blieb, bis das nächste Schiff im Frühjahr in seine Heimat fuhr, bei den Eskimos, und er wurde fast einer der Ihren. Er wohnte mit ihnen in Hütten und gewöhnte sich an den atemberaubenden Gestank, der in diesen Behausungen herrschte; er aß mit ihnen ihre Leckerbissen, wie rohe Heilbutthaut und gefrorene Beeren mit ranzigem Speck. Wenn man seinen Bericht darüber liest, dann weiß man, dass er nicht nur als Forscher sich ihren Sitten anpasste, sondern man fühlt, dass er die Eskimos liebte. Er bewunderte ihre Heiterkeit und Hilfsbereitschaft, ihre Kunst, zu jagen und Kajak zu fahren, die er von ihnen erlernte. Hier spricht zum ersten Mal der Menschenfreund Nansen, der sich nie überheblich anderen Menschen genähert hat, sondern ihnen mit Achtung und Bescheidenheit entgegentrat und der darum Gastfreundschaft und Respekt fand.

Nansen war ein Held seines Landes geworden, ein junger Gelehrter mit großen wissenschaftlichen Aussichten. Er wurde Kurator am Zoologischen Museum in Oslo, schrieb sein Buch über die Durchquerung Grönlands und hatte geheiratet. Seine Frau, Tochter eines bekannten Zoologen, als Sängerin ausgebildet, passte in ihrer Lebenskraft und Fröhlichkeit zu ihm. Wie sonst hätte er an einem Silvesterabend mit ihr eine Skifahrt auf einen Berg machen können! In einer Zeit, in der kaum ein Mann auf den langen Brettern zu laufen verstand. Bei diesem seltsamen Unternehmen kamen sie in die Dunkelheit und mussten im Zwielicht von der Bergkuppe abfahren. Schließlich wurde die Fahrt so steil, dass sie die Bremse aller Skileute benutzen mussten, den Hosenboden. Es wurde Nacht und kalt und stürmisch, und sie waren froh, als sie endlich in einem Gehöft landeten und gastlich aufgenommen wurden.

Mit so einem kleinen Buben fährt man aber nicht in einer solchen Silvesternacht Schneeschuh“, meinte der Bauer und Hausherr, als er die Gäste ins warme Haus holte. Der „kleine Bub“ war Frau Nansen. Eva Nansen ließ ihren Mann auch mit einem tapferen traurigen Lächeln auf die große Fahrt ins Eismeer zum Nordpol ziehen. Sie hatte einen Forscher geheiratet und verschloss sich den daraus folgenden Notwendigkeiten nicht. Schon knapp vier Jahre nach ihrer Hochzeit, 1893, kehrte die „Fram“, das Schiff, dem Frau Nansen selbst den Namen gegeben hatte, seinen Bug nach Norden zu der großen Reise. „Fram“ heißt „Vorwärts“, vorwärts zum Nordpol.
Nansen hatte die Reise gewissenhaft vorbereitet; er wollte einer Strömung folgen, die sie nach Norden treiben sollte. Bisher hatten die Expeditionen sich gerade gegen diesen Strom gestemmt. Nansen wollte sich dem Strom anvertrauen, auch dann, wenn er einen großen Umweg fahren müsste. Er sagte in diesem Zusammenhang einmal ein weises Wort, das sich nicht nur auf Strömungen im Nordmeer anwenden lässt: „Ich glaube, dass, wenn wir auf die Wege achten, die sich in der Natur selber finden, und versuchen, mit ihnen und nicht gegen sie zu arbeiten, dass wir den leichtesten und sichersten Weg zum Pol finden werden.“

Nansen fuhr nicht als Abenteurer, und die Worte, die er am Tage seines Abschieds von zu Hause in sein Tagebuch geschrieben hatte, greifen auch dem heutigen Leser noch ans Herz. Wir lesen da: „Nun ein letzter Gruß dem heimatlichen Hause, das dort auf der Landzunge liegt. Vorn der glänzende Fjord, Fichten- und Kiefernwald ringsum, lachendes Wiesenland und langgezogene, waldbedeckte Gipfel dahinter. Durchs Fernrohr sah ich eine weiße Gestalt schimmern, auf der Bank unterm Fichtenbaum. .. Das war der schwerste Augenblick der ganzen Fahrt.“
Die Polarexpedition hatte begonnen. Drei Jahre musste Eva Nansen auf ihren Mann warten, und die kleine Tochter Liev war ihr Trost. Über zwei Jahre hatte sie keine Nachricht von ihm, denn man hatte von Nansen geglückt. Sie hatten erkundet, was sie wollten, und viel wissenschaftliches Material gesammelt, das Jahre zum Auswerten bedurfte. Alle kehrten sie gesund zurück.

 Fridtjof Nansen (left) and Hjalmar Johansen after their arrival at Jackson's camp - Aug 1896
Fridtjof Nansen (links) und Hjalmar Johansen nach ihrer Ankunft im Jackson’s camp – Aug 1896

Nansens Lebensweg schien nun, nachdem er der Erforscher des nördlichen Polarlandes geworden war, glücklich vorgezeichnet: der Weg des erfolgreichen Wissenschaftlers. Nansen bekam in Oslo eine Professur. Gelehrte aus aller Welt, Ethnologen, Zoologen, Meeresforscher und Polarforscher korrespondierten mit ihm. Amundsen wandte sich um Rat und Hilfe an ihn, und Nansen überlegte, ob er noch eine Südpolexpedition unternehmen sollte. Aber Nansen blieb nicht allein Forscher. Norwegen, das Land und der Staat riefen nach ihm, und als sich Nansen entschloss, diesem Ruf zu folgen, da wurde der kühne Forscher zum großen Menschenfreund.

Norwegen kämpfte um seine Unabhängigkeit; im Jahre 1814 war es von Dänemark aus politischen Gründen im Zusammenhang mit den napoleonischen Kriegen an Schweden abgetreten worden. Das arme, karge Norwegen passte nicht zu den reicheren Schweden; außerdem hatte das norwegische Volk einen zähen Willen für ein eigenständiges Leben durch Jahrhunderte hindurch und auch unter dänischer Herrschaft bewahrt. Jetzt wollte Norwegen frei werden. Hart am Krieg stand die Situation, als man Nansen bat, in England um das Verständnis für die Lage Norwegens zu werben.
Der große Jäger musste aus den Bergen geholt werden. Er verhandelte in Kopenhagen; er interessierte große Zeitungen in London für die Lage seines Landes; er besprach sich mit dem englischen Außenminister und erreichte es, dass Schwedens König auf die Union mit Norwegen verzichtete und Norwegen freigab. Noch durfte Nansen nicht zu seiner wissenschaftlichen Arbeit zurückkehren. Ausschließlich kam er überhaupt nie mehr dazu. Zwei Jahre vertrat er sein Land als Gesandter in England. Der Polarforscher, der jahrelang ungewaschen, verschmutzt und mit einer Fettschicht überzogen gegen Eisstürme angekämpft, rohen Tran getrunken und Blutkuchen geschmort hatte, er stand nun im Frack, mit Degen, den Dreispitz unter dem Arm, und meldete sich bei dem König von England als neuer Gesandter.

Nansen_vor_SchiffEr schritt durch den Saal auf den König zu, ebenso selbstverständlich, wie er einmal in die Höhlen der Eskimos gekrochen war; er sprach ein tadelloses Oxford-Englisch und überreichte dem König sein Beglaubigungsschreiben. Er benahm sich auf dem Parkett ebenso sicher wie auf Schneeschuhen und auf der Pirsch, der große Forscher, der zutiefst ein bescheidener Mensch geblieben war und deshalb die Sicherheit des Freien besaß. Der erste Weltkrieg kam und verging und brachte Europa an einen Abgrund. In der Russischen Revolution wurden Millionen von Menschen vertrieben und ermordet, Millionen Kriegsgefangener und Zivilverschleppter wurden wie Sklaven gehalten, die hungerten, an Seuchen starben oder sich sonst zu Tode quälten, nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kinder.

Nansen sollte Völkerbundsdelegierter in Genf werden. Erst lehnte er ab, schließlich sagte er zu. Er musste sich also wieder von seinen wissenschaftlichen Arbeiten trennen. In Genf trug man ihm an, Flüchtlingskommissar zu werden, er, der geschickte Organisator, sollte Millionen von Menschen, die unter den Folgen des Krieges litten, helfen. Er nahm den Auftrag an, nicht weil er ein großer Organisator war, die gibt es in Industriekonzernen auch, im Übrigen besser bezahlt. Er nahm das schwere und oft undankbare Amt an, weil er die Menschen liebte, weil er den Menschen helfen wollte.

Nansen, obwohl schon über sechzig Jahre alt, gab sein behagliches großes Heim in Norwegen auf und reiste pausenlos quer durch Europa und Russland, oft in ungeheizten Zügen, und wohnte in billigsten Hotels. In billigsten? Der Völkerbundsdelegierte? Er pflegte an Reisespesen nicht zu verdienen — oder besser: er verdiente, aber nicht für sich, sondern für seine Flüchtlinge. Und er machte die Erfahrung, die jeder macht, der für einen guten Zweck Geld sammelt: es gaben vor allem die Armen, und sie sagten niemals: Schon wieder eine Sammlung!
Nansen stand in Sibirien am Eismeer, an der Murmanskbahn, die von Gefangenen gebaut worden war und die dort dabei an Hunger und Typhus zu Zehntausenden starben. Inmitten aller Elenden lebte er, er fror selbst; er scheute sich nicht vor Krankheiten; die Elenden umringten ihn und suchten nach seinen Händen. Wie alle großen Helfenden hatte er meist das Gefühl, seine guten Taten seien nur Tropfen auf den heißen Stein. Nicht nur in Russland, auch in der Türkei und in der Tschechoslowakei, in Belgrad und in Warschau wurden Familien aus der Heimat verjagt, teils durch Revolutionen, teils durch Grenzverschiebungen nach Beendigung des Krieges. Eine neue Völkerwanderung brach an, ein Heer Heimatloser, Staatenloser irrte umher. Keiner wollte sie als Staatsbürger aufnehmen. Nansen schuf eine Notlösung: den Nansenpass. Der Besitzer eines solchen Passes hatte nun endlich wieder einen Ausweis in der Hand, ein Blatt gestempeltes Papier, das man ebenso nötig wie ein Stück Brot brauchte. Man muss ein „registrierter Mensch“ sein, um überhaupt Anrecht und Anteil am äußeren Leben, am Dasein innerhalb eines Staatsverbandes zu haben. Nansen gab dieses Leben den Heimatlosen wieder, denn der Nansenpass wurde allmählich von den meisten Staaten anerkannt.

Der Friedensnobelpreis

Nobelpris_1922_Fridtjof Nansen
The picture was taken by a unknown photographer for Fridtjof Nansen in 1922. Nansen later included the picture in his book he wrote in 1929 – but one year before he died. From left: Fridtjof Nansen, King Haakon VII. of Norway, Crownprince Olav (later King Olav V. of Norway).- Quelle: wikimedia

1922 wurde Fridtjof Nansen von seinem König der Friedensnobelpreis in Oslo überreicht. Nansen gab das mit dem Preis verbundene Geld an seine Schützlinge; denn die große Hungersnot in Russland 1921 hatte seinen Fonds, den „Nansenfonds“, recht ausgeschöpft. Knapp zehn Jahre, bevor die Welt wieder in Flammen stand, wieder eine Völkerwanderung des Elends durch Europa und Asien strömte, starb Fridtjof Nansen 1930. War seine Arbeit umsonst? Taten der Barmherzigkeit sind nie vergebens. Im Übrigen setzte einer seiner Söhne, mit einigen Jahren der Unterbrechung, die er in deutschen Konzentrationslagern verbrachte, die Arbeit des großen Menschenfreundes fort.

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Fridtjof Nansen wurde als Sohn eines Juristen am 10. Oktober 1861 geboren. Studierte Naturwissenschaften, Zoologie, Meereskunde. 1888 durchquerte er Grönland. 1893 bis 1896 Nordpolexpedition. 1907 Professor der Zoologie. 1906 bis 1908 erster Gesandter Norwegens in England. 1920 Kommissar für das Flüchtlingswesen im Völkerbund. 1922 Friedensnobelpreis. Gestorben 1930. Das sind nur einige Daten aus einem reichen Leben.

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