Fauna | Fossilien mit Haut und Haaren aus der Grube Messel

Fossil eines Singvogels mit erhaltenem Federkleid aus der Grube Messel | Größe 30 cm
Fossil eines Singvogels mit erhaltenem Federkleid aus der Grube Messel | Größe 30 cm

Fossilien mit Haut und Haaren

Messel gilt als unvergleichliche Informationsquelle für die Wissenschaft.
Die dunklen Ablagerungen in der Grube stammen von einem Süßwassersee, der hier während des Mittleren Eozäns, vor rund 50 Millionen Jahren, inmitten eines tropisch-subtropischen Urwalds lag. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen betrugen 20 bis 30 Grad Celsius – Funde von Palmen, Lorbeergewächsen und zahlreichen Krokodilarten zeu-
gen von diesem ungewöhnlich warmen Klima, das im See zu einem
starken Algenwachstum führte. Die Folge: Die oberen Wasserschichten
waren arm an Sauerstoff, und darunter herrschte sogar extremer Sauerstoffmangel.
Das begünstigte die Entstehung des Bitumens und verhinderte die rasche Verwesung herabgesunkener Tierkadaver und Organismen. Diese wurden in einzigartiger Weise konserviert.

Weichkörpererhaltung (zum Beispiel des Mageninhalts oder der Hautumrisse), aber auch Haare, Federn und bei Insekten und Pflanzen sogar überlieferte Farben machten aus Messel ein einzigartiges Archiv der Erdgeschichte. Überdies sind nur an zwei Prozent aller Wirbeltierfundstellen Skelette so vollständig erhalten wie hier. Besonders interessant sind auch Chemofossilien – komplizierte organische Verbindungen, die entweder zu Algen oder Bakterien gehören oder charakteristisch sind für andere Lebewesen, die selbst nicht erhaltungsfähig waren.

Messeler Fossilien weisen ein ungewöhnlich großes Artenspektrum auf. Der See wurde nämlich auch vielen Uferbewohnern und fliegenden Tieren zum Grab und nicht nur den Wasserbewohnern selbst.

Kategorien Allgemein
Piet Marsfeld

Piet Marsfeld studierte Umweltwissenschaften in Lüneburg und engagiert sich seit Jahren im Umweltschutz. Derzeit nimmt er an einem Großprojekt zum Thema Getreideanbau teil. Thema: Weg vom Weizen. Reaktivierung alter Getreidesorten und die Möglichkeiten diese in unserer Ernährung stärker zu integrieren. Dazu hält er sich überwiegend in Griechenland, Ungarn und Schweden auf. Seine Motivation für unser Magazin zu schreiben: Piet ärgert es, dass wir immer mehr den Kontakt zur Natur verlieren. Viele Kinder glauben, dass unser Fleisch schon immer in der Platikverpackung war und können sich nicht vorstellen, dass diese Teil eines Tieres waren. Es ist ihm ein Anliegen uns die Wunder der Natur wieder näher zu bringen und den ein oder anderen zu animieren sich um Umweltschutz zu engagieren, damit wir nicht eines Tages nur noch in Riesenstädten leben und uns von Nahrungspillen ernähren.

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