Fauna | Die Laubschrecke & Wördemanns einsame Heuschrecke

Laubschrecke. Philodoptera griseoaptera (De Geer)
Unsere Philodoptera griseoaptera, eine flügellose Laubschrecke, ist ein Weibchen. Das erkennt man an der langen, säbelartigen Legeröhre, auf der sie in unserem Bild auf merkwürdige Weise «sitzt». Dieser eigenartig geformten Legeröhre wegen nennt man die Laubschrecken vielfach auch Säbelschrecken.

trennlinie2Helmut Wördemann | Die einsame Heuschrecke

Es war einmal eine Springschrecke, die fühlte sich sehr einsam. Eines Tages entdeckte sie, dass ihre Hinterbeine feine Töne erzeugten, wenn sie über die zugeklappten Flügel strichen. Da begann die Feldheuschrecke zu üben, und schon bald spielte sie wie ein liebebedürftiger Fiedler.
Nun wollte sie hoch hinaus mit ihrer Kunst. Aber obwohl sie es mit feinfühligem Zirpen und schließlich mit melodisch herausforderndem Schrillen versuchte, es kam kein Mensch, um ihr zuzuhören und Gesellschaft zu leisten. Deshalb verließ die Heuschrecke ihr Versteck im Gras und sprang in einem riesigen Satz vorwärts; sie überbrückte eine Strecke, die zweihundert Mal so lang war wie sie selber und hatte doch keinen Erfolg.
Da verkroch sich die enttäuschte Heuschrecke wieder, um nur noch für sich selbst zu spielen. Ganz traurig strich sie ihre Geige, nicht mehr fordernd, nicht einmal bittend, sie teilte nur klagend ihren Kummer mit.
Nun hörte erst recht kein Mensch ihr zu, denn sie war viel zu leise. Dafür aber lockte die wehmütige Melodie ein Weibchen an. Das konnte gar nicht spielen und bewunderte die Springschrecke sehr. Und da die Bewunderung sie veranlasste, sich näher mit dem Männchen zu beschäftigen, entdeckte sie seine tief veranlagte Liebenswürdigkeit, der sie nicht widerstehen konnte.
Der Fiedler seinerseits verfiel der Liebe des Weibchens und fragte sich, wie er wohl so töricht hatte sein können, um die Gunst der Menschen zu betteln war er doch im Gras zu Hause.

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Piet Marsfeld

Piet Marsfeld studierte Umweltwissenschaften in Lüneburg und engagiert sich seit Jahren im Umweltschutz. Derzeit nimmt er an einem Großprojekt zum Thema Getreideanbau teil. Thema: Weg vom Weizen. Reaktivierung alter Getreidesorten und die Möglichkeiten diese in unserer Ernährung stärker zu integrieren. Dazu hält er sich überwiegend in Griechenland, Ungarn und Schweden auf. Seine Motivation für unser Magazin zu schreiben: Piet ärgert es, dass wir immer mehr den Kontakt zur Natur verlieren. Viele Kinder glauben, dass unser Fleisch schon immer in der Platikverpackung war und können sich nicht vorstellen, dass diese Teil eines Tieres waren. Es ist ihm ein Anliegen uns die Wunder der Natur wieder näher zu bringen und den ein oder anderen zu animieren sich um Umweltschutz zu engagieren, damit wir nicht eines Tages nur noch in Riesenstädten leben und uns von Nahrungspillen ernähren.

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