Pauls Tagebuch | Wäre sie doch gefallen, die Wand

Mein Vater erwischte mich einmal im Garten dabei, dass ich mit einem großen Stock, der viel zu schwer für meine Kindehand war, wild, mit Tränen kämpfend, auf eine Ecke der Wand unseres Hauses einschlug und dabei immer wieder böse schrie: „Fall doch hin, du dumme Wand, fall doch hin!“

Meine Mutter war zu Boden gestürzt, und hatte sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Wie konnte also etwas so Gleichgültiges, etwas Lebloses wie eine Mauer aus Stein fester und sicherer stehen als sie! das wollte mir nicht einleuchten. „Fall doch hin!“ schrie ich, und meine Welt wäre wieder in Ordnung geraten, , hätte die Wand, meinem dunklen Wunsche gehrochend, sich stürzend zu Erde gelegt…

Pauls Tagebuch #300 50 8


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