Erik Hansen – Wüstengeld – Leseprobe

Leseprobe: Wüstengeld

DU MH Eric Hansen Wuestengeld Cover Lay 1 neu grossHansen rief Hermann,
„Hotel, Hotel – Alpha, lock sie an und dann fangen wir an!“
Hermann wusste, was zu tun war. Er sollte den Köder spielen. Mit einigen wenigen Männern ließ er sich nun auf der Straße nach Westen sehen.
Lautes Geheul stieg von den Rebellen auf. Hatten sie sich letzte Nacht wirklich von nur so wenigen Männern terrorisieren lassen? Wutentbrannt stürmte eine größere Anzahl mit ihren AK 47 auf die kleine Gruppe los und begannen wild zu feuern.

Hermanns Gruppe drehte ab und rannte einige Meter davon. Dadurch angestachelt, verloren die Rebellen jede Beherrschung und Kontrolle. Als es rund um sie krachte, war es zu spät. Sie waren schon mitten in den Sprengfallen, die Hermanns Teams noch in der Nacht angebracht hatte. Nun standen auch die anderen Teams von Hermann aus ihren Deckungen neben der Straße auf und begannen zu feuern.
Für die Rebellen war die Hölle aufgebrochen. Sie wurden von drei Seiten beschossen und jeder Schritt konnte den Tod durch eine Falle auslösen. Sterbende Männer schrien, überall Blut und Rauch und die Explosionen der Granaten, deren Splitter durch die Luft pfiffen. Hermanns Männer hatten ihre Gewehre auf Dauerfeuer gestellt und das trug noch mehr zu Furcht und Chaos bei.
Die überlebenden Rebellen rannten, rannten so schnell sie konnten zurück in ihr Dorf das Sicherheit versprach, zurück zu ihren Kameraden, die dort geblieben waren.
Alles lief ab, wie von Hansen geplant und erwartet. Nun gab er den Befehl an alle Gruppen, gleichzeitig vorzurücken.
„Nehmt sie in die Zange, wir treiben sie nach Osten zu Tock-Tock, der schon auf uns wartet.“

Planlos rannten die Rebellen durch das Dorf, das nun auch wieder, wie schon nachts, von den Hügeln nördlich und südlich beschossen wurde. Doch nun konnten sie den Feind endlich auch sehen. Das war nicht Juju, das waren Menschen. Doch was für welche? Wer waren sie?
Solche Uniformen hatten sie noch nie gesehen:
Wer hatte denn schon mal von grünen Stiefeln gehört? Oder von gelben Kampfanzügen und diese gefleckten, hängenden Cowboyhüte kannte man auch nicht, waren das denn überhaupt Soldaten, sie trugen doch keine Helme? Doch damit waren sie fast unsichtbar in diesem Gelände.
Schwarze Gesichter, obwohl sie ganz sicher keine Afrikaner waren. Und Halstücher, wer trug Halstücher in einem Krieg? Die Rebellen waren verwirrt.
Diese Kämpfer stürmten auch nicht mit Kampfgeschrei auf sie zu, sondern bewegten sich lautlos und blitzschnell von einem Busch zum nächsten und kaum wollte man sie anvisieren, waren sie auch schon wieder verschwunden. Waren es vielleicht doch Geister?

© Erik Hansen

Autorenporträt

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