Ein Jahr Cats Couch – ein Gespräch mit unserer Kolumnistin Katherina Ibeling

Das Magazin „der blaue ritter“ gibt es nun seit Juli 2014. Seit dem 13.September des Jahres schreibt auch Katherina Ibeling Ihre Cat-Kolumnen für uns. Und darüber bin ich sehr froh und dankbar. Ihre Texte sind anregend, laden ein sich zu hinterfragen & bringen neue Ideen für den eigenen Lebensweg.

Anker1250
Zum einjährigen Jubiläum haben wir unserer Kolumnistin ein paar Fragen gestellt, damit Sie, liebe LeserInnen, Cat noch ein bisschen besser kennenlernen. Viel Vergnügen beim Lesen. All Ihre Kolumnen finden Sie auch hier.

***

Was waren für Dich in den letzten 365 Tagen die Highlights?

Manchmal ässt Inspiration auf sich warten. Egal- "Show must go on!"Eigentlich hatte ich die Kolumne für den „Blauen Ritter“ damals nur als Experiment angefangen, um das „freie Schreiben“ neben der PR-Redaktionsarbeit nicht ganz aufzugeben. Insofern ist es ein Highlight für mich, dass es sie tatsächlich schon seit einem Jahr gibt und mir nicht die Ideen ausgegangen sind. Eine Besonderheit war und ist für mich die Freiheit, ein Forum für Kurztexte zu haben, deren Themen ich komplett nach eigenem Ermessen wählen kann – ob „Frauenthemen“ für Männer aufbereitet ( Cats Couch), generelle Fragen, die mich faszinieren (Cats Gedankenwelt) oder spezielle Medienthemen (Cats Medienkommentar) , da ich ja auch sonst in den Medien arbeite.

Was bedeutet Schreiben für Dich?

Devil1250Schreiben hat für mich viele Facetten. Ich bin Berufsschreiberin, wenn man so will, und habe im Verfassen von Branchen- und Produkttexten inzwischen eine gut funktionierende Routine. Das ist wiederum ein anderes Schreiben als Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel, die ein anderes Publikum ansprechen soll. Das Schreiben eines Buches, wo ich nicht so recht weiter komme zurzeit, ist noch eine ganz andere Dimension. Was die Kolumne betrifft, so ist sie in etwa mein „Ventil“, um das zu verarbeiten, was mehr oder weniger direkt meinen Alltag beeinflusst. Ich könnte also sagen: Schreiben ist hier eine Form der Bewusstwerdung, eine Art Spiegelung des Lebens.

 Gibt es ein Thema für Dich, worüber Du gern schreiben würdest aber es noch nicht angegangen bist?

Karussell1250An erotische Themen habe ich mich bisher nicht so recht herangetraut, ebenso wenig an Spirituelles. Einfach, weil ich finde, dass beides etwas sehr Privates und Intimes ist, womit man sich als Kolumnistin ziemlich in die Nesseln setzen kann. Jeder liebt, lebt und glaubt anders – deshalb ist es unheimlich schwierig, in diesem Bereich Leserinnen und Leser anzusprechen, ohne dass ich das Gefühl hätte, ihnen zu viel „reinzureden“. Ansonsten gibt es sicher Tausende Themen, die ich noch nicht textlich umsetzen konnte – die Impulse kommen einfach spontan; durch ein Gespräch, einen Ort, eine Alltagssituation …

Gibt es für Dich Vorbilder als Autorin?

Glastonbury1250Ich sehe mich ehrlich gesagt noch nicht recht als Autorin, da ich bisher die meiste Zeit in der Rolle der Leserin und Lektorin verblieben war; bei Letzterem pausiere ich aus Zeitgründen. Ich finde, die Kolumnen haben eher etwas einer Momentaufnahme als von einem zusammenhängenden Stück Literatur – aber da bin ich wohl auch eher konventionell geprägt. Als Leserin bin ich immer ein wenig „Anti-Mainstream“. Nicht absichtlich, aber viele Bestseller liegen mir einfach nicht – thematisch, oder vom Schreibstil. Für mich gehört Edgar Allan Poe zu den „Großen  der Literatur“ – überhaupt etwas tiefgründigere Thriller- und Mystery-Literatur, unabhängig von der Entstehungszeit. Auch Fantasygeschichten wie „Der Herr der Ringe“ von Tolkien oder die Serie „Das Schwert der Wahrheit“ (kenne ich nur in Filmform) faszinieren mich. Überhaupt bewundere ich die Autoren, die es schaffen, große und mehrschichtige Gefüge in Handlung und Charakteren zu einem stimmigen Puzzle zusammenzusetzen – wie Marion Zimmer Bradley, Schöpferin der Avalon-Trilogie. Ich denke einfach, da den Überblick zu behalten, ist schriftstellerisch eine Leistung.

Hast Du Pläne für Kolumnenthemen und andere Veröffentlichungen?

Maya1250In den nächsten Wochen und Monaten würde ich gerne wieder mehr Autoren- und Künstlerinterviews in Angriff nehmen – wer dafür in Frage kommt, wird sich zeigen.  Ich sehe mich sowohl in der Kolumne als auch bei anderen Texten vor allem als Fragende, Neugierige und nicht als die, die alle Antworten kennt. Das werde ich auch weiter tun – mich mit Fragen beschäftigen und mögliche Lösungen suchen. Derzeit versuche ich mich an einem eigenen Roman – allerdings wird das noch ganz schön lange dauern!

Was macht für Dich eine gute Kolumne aus?

Mira1250Für hat eine gute Kolumne vor allem drei Grundpfeiler: Authentizität, Argumentation und Neugierde. Damit ich als Leserin zum Beispiel anderen Kolumnisten etwas glauben kann, muss sich ihre Überzeugung im Text zeigen. Weiterhin lassen sich keine „Wahrheiten“ pauschal festlegen – eine Kolumne ist und bleibt für mich eine subjektive Textform. Wer überzeugen will, muss also argumentieren. Dabei lohnt es sich, immer neugierig zu bleiben und eine Sache auch mal von einem anderen Blickwinkel zu beleuchten, Vergleiche zu suchen … eben einen Kontext finden! Zuletzt gilt   meiner Meinung nach das Gleiche wie bei allen Textformen: Wer veröffentlicht, sollte einen (für sich) stimmigen Stil finden, sonst wirkt das Ganze leicht gekünstelt.

Was wären Deine Wünsche für das nächste Jahr „Cats Couch“- und was erwartet Deine Leser?

yWas genau das nächste Jahr bringen wird, kann ich nicht genau sagen – vielleicht werde ich neue Themenbereiche für mich entdecken, je nachdem, welche Facetten das Leben mir zeigt. Wenn es mir gelingen sollte, mit meinem Roman „weiterzukommen“, werde ich die eine oder andere Leseprobe liefern. Mir schwebt schon lange eine „Büro,Büro“ Serie mit lustigen „Wörterbucheinträgen“ aus dem Büroalltag vor. Da das alleine nicht zu stemmen ist, wären dafür allerdings Mitstreiter notwendig. Was ich mir wünsche? Dass meine Artikel (weiterhin) gut bei den Lesern ankommen – und auch von diesen einmal Themenvorschläge, Fragen oder Kommentare kommen. Das ist schließlich das, wovon Social Media lebt!


Liebe Katherina, vielen Dank für die vielen tollen Texte. Wir freuen uns auf viele weitere.

Oliver Simon


Also published on Medium.

1 Kommentar zu “Ein Jahr Cats Couch – ein Gespräch mit unserer Kolumnistin Katherina Ibeling

  1. Ein wirklich sehr umfangreicher, aber interessanter Beitrag.

    Allerdings muss ich gestehen, dass zum Ende hin meine Konzentration wirklich nachgelassen hat. Das mag aber auch an der Uhrzeit liegen 😉

    Liebste Grüße
    Justine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Content is protected !!