Eduard Asadow | Ich werde dich lieben, darf ich?

Ich werde in deinen Augen ertrinken, darf ich? Denn in deinen Augen zu ertrinken, ist Glück.
Ich komme zu dir und sage: „Guten Tag!
Ich liebe dich sehr.“ Ist das schwer?
Nein, das ist nicht schwer, sondern mühsam.
Es ist sehr mühsam, zu lieben. Glaubst du mir das?

Ich gehe auf eine steile Klippe,
ich werde fallen, fang mich! Schaffst du das?
Und wenn ich wegfahre, wirst du mir schreiben?
Mir fällt es schwer, ohne dich zu sein.
Ich will bei dir sein, hörst du?
Nicht nur eine Minute, nicht einen Monat, sondern lang,
sehr lang, das ganze Leben, verstehst du?
Das bedeutet das ganze Leben zusammen – willst du das?
Ich habe Angst vor deiner Antwort, weißt du das?
Antworte mir, doch bitte nur mit den Augen.
Antworte mir mit den Augen – liebst du mich?
Wenn ja, dann verspreche ich dir,
dass du die Allerglücklichste sein wirst.
Wenn nicht, dann flehe ich dich an,
mich nicht mit deinem Blick hinzurichten. Tue es bitte nicht!
Zieh mich nicht mit deinem Blick in die Untiefe!
Doch erinner dich bitte ein wenig an mich…
Ich werde dich lieben, darf ich?
Auch, wenn es nicht erlaubt ist…, werde ich es!
Und ich werde dir immer zu Hilfe eilen, wenn du in Schwierigkeiten sein solltest.

(Übersetzt aus dem Russischen von Maria Aronov)

***

Eduard Asadov | Urheber unbekannt

Eduard Arkadjewitsch Assadow (russisch Эдуард Аркадьевич Асадов; * 7. September 1923 in Mary, Turkmenistan; † 21. April 2004 in Odinzowo, Russland) war ein russischer Dichter und Prosaist.

Beitragsfoto: Gilbert Garcin | Nocturne (D’apres Paul Klee), 2004
Die Website des Künstlers: http://www.gilbert-garcin.com/

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