Die Kleiderschrank-Krise – Cat’s Couch

Kleiderschrank - Illustration: !so?
Kleiderschrank – Illustration: !so?

Manchmal können Frauen auch im 21. Jahrhunderten noch ein Rätsel für Männer sein. Oder sogar für andere Frauen – ja, das gibt es auch. Dabei ist es meistens gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Ich sehe mich nicht als Beziehungsexpertin, Sex-Know-it-all oder Lebensratgeberin und das sollte auch niemand sonst. Allerdings bin ich eine Frau und habe die eine oder andere ernsthafte oder humoristische Antwort auf Verständnisfragen.

Viele Männer kennen das Problem – da will man(n) los zu einer Party und ist eigentlich eh schon zu spät, weil einer von beiden mal wieder zu lange im Bad gebraucht hat. Dann betritt er das Schlafzimmer, sieht seine Freundin oder Frau immer noch (halb-)nackt vor dem Kleiderschrank stehen, vielleicht auch vor einem riesigen Klamottenberg. Sie schaut ihn an und klagt: „Ich habe einfach nichts zum Anziehen.“ Die Ironie an der Sache: Der Kleiderschrank ist eigentlich längst überfüllt. Hat ER nun einen Knick in der Optik, oder SIE eine Wahrnehmungsstörung? Und wenn nicht, wie kommen manche von uns auf so abstruse Ideen?

Perspektivwechsel. SIE zerbricht sich gerade aus seiner Sicht vollkommen grundlos den Kopf. Klamotten … pfff …. IHM gehen die Sammelei und das allgegenwärtige Gerede von irgendwelchen neuen Trends, das ihn überall in Fernsehsendungen und im Vorbeigehen auf Zeitschriftencovern, oder aber auch auf Werbeplakaten verfolgt, eh schon gehörig auf den Zeiger. Er kennt kaum einen Unterschied zwischen „Mauve“, „Beere“ oder „Dunkelviolett“ – für ihn ist das Kleid lila. Vier Buchstaben, eine einzelne Definition. Ein „Crop-Top“ ist für ihn ein abgeschnittenes T-Shirt, und die Skinny Jeans einfach nur eng anliegend. „Paisley“ und „Burberry-Karo“ kennt er nicht als solche, nur als buntes Blumenmuster und Holzfällerhemd. Kurz: Der Mann, so scheint es, macht sich einfach weniger Gedanken. Aber wie übersetzt er nun: „Ich habe einfach nichts zum Anziehen?“ Hier ein paar mögliche Optionen – und Möglichkeiten, zu reagieren …

„Ich habe mich körperlich verändert, deswegen sitzt die Hälfte meiner Klamotten nicht mehr richtig.“/ „Ich bin mit mir selbst unzufrieden.“

Kleiderberg - Foto: Privat
Kleiderberg – Foto: Privat

Zugenommen, abgenommen oder auch einfach nur unzufrieden, wie der eigene Körper in manchen Kleidungsstücken ausschaut. Menschen verändern sich körperlich, und auch unsere eigene Wahrnehmung von uns selbst. Vielleicht brauchen wir aber auch nur ein paar aufmunternde Worte, um uns wieder besser in unserer Haut zu fühlen.

„Das ist doch alles total out, so kann ich mich nicht blicken lassen.“

Viele von uns wollen einfach gut aussehen und auffallen, wenn wir uns der Öffentlichkeit zeigen – und zwar positiv. Das haben wir schon gelernt, als wir kleine Mädchen waren, zumindest die unter uns, die mit Puppen und Barbiekleidchen statt mit Autos und Modellbaggern aufgewachsen sind. Außerdem wechseln die Trends schneller, als man seinen Kleiderschrank umrüsten kann. Und wer weiß, wann die Karottenhose und das Neon-Shirt wieder in Mode kommen, da kann man sie ja gleich aufbewahren. Mein persönlicher Tipp: Immer neben den Trendteilen ein paar Basics zur Hand haben, von denen man denkt, dass sie immer gehen.

„Ich weiß nicht, was zum Anlass passt!“

In dem Fall braucht SIE wohl eine ehrliche Meinung oder einen Rat, was zur Veranstaltung, wo es hingehen soll, passt. Meistens wissen wir es selbst – ansonsten: Macht uns Vorschläge, wir beißen nicht.

„Ich möchte einfach nur ein Kompliment von dir hören.“

Hand aufs Herz, Frauen: Wenn wir ehrlich sind, wollen wir neben einer guten Idee auch einfach mal ein Kompliment hören, egal, was für eins. Wollt ihr also den Auswahlprozess und das Lamento über den angeblich so leeren Kleiderschrank abkürzen, sagt einfach so etwas wie: „Du siehst immer gut aus – sogar in einem Kartoffelsack.“ Dann wird es nämlich ziemlich egal, was wir anziehen, besser als ein Leinensack ist es so oder so! Sollte die Herzensdame dann immer noch fragen, ob sie in einem Oberteil zu dick aussieht, ist ein Kuss die beste Idee, um dieser Fangfrage aus dem Weg zu gehen und ihre Bedenken zum Schweigen zu bringen.

Wenn irgendwann jegliche Schränke aus allen Nähten platzen und SIE trotzdem nichts mehr hat, was ihr gefällt, nehmen Sie es nicht so schwer. Es braucht wohl einfach eine gute Ablenkung oder eine Umräumaktion mit anschließendem Shopping-Tag.

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