Der Sultan und die Beeren – Denksportaufgabe

Einst lebte ein im Grunde gutmütiger Sultan, der eigentlich nur einen Fehler hatte, nämlich den, dass er so ziemlich alles seinem Großwesir überließ, ohne dessen Handlungen jemals zu überprüfen.
In diesem Lande war es Sitte, die Kriegsgefangenen nach Ende des Krieges selbst über ihr Schicksal entscheiden zu lassen, indem man sie aus einem vorgehaltenen Säckchen eine der beiden darin enthaltenen Beeren ziehen ließ. Zog der Kriegsgefangene die rote Beere, so sollte er frei sein. Zog er die schwarze, wurde er getötet. Entschieden wurde vom Sultan selbst, aufgrund derBeere, die der Gefangene in der Hand hielt.
Jedermann außer dem Sultan war jedoch bekannt, dass der Großwesir in alle Säckchen zwei schwarze Beeren hatte legen lassen, so dass also jeder mit Bestimmtheit sein Todeslos ziehen musste.
Dem einen Gefangenen, der, um den Betrug aufzudecken, beide schwarze Beeren in die Hand nahm, wurde dies als doppeltes Zeichen, dass er sterben sollte, ausgelegt, und so kam diese Möglichkeit also nicht mehr in Betracht.
Und doch hat ein einziger Gefangener, der letzte, seine Freiheit aus diesem Säckchen gezogen, obwohl auch bei ihm wie bei allen anderen zwei schwarze Beeren drin gewesen waren.

Wie hat er dies angestellt?

(Die Lösung finden Sie unter dem folgenden Bild)

Sultan und Haremsdame von Antonio Maria Fabrés y Costa
Sultan und Haremsdame von Antonio Maria Fabrés y Costa

 

Lösung:
Wie der Gefangene an der Reihe war, griff er in das Säckchen, nahm eine Beere, es war ja egal welche, und verschluckte sie, ehe sie jemand gesehen hatte. Nun war der Sultan gezwungen, nach der noch im Säckchen befindlichen zu urteilen, und die war ja bekanntlich schwarz. Schwarz?!
Also hatte der Gefangene die rote Beere verschluckt und somit die Freiheit gezogen.

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