Der Irbis aka Schneeleopard Ω Ein schützenswertes Wesen

snow-leopard-725384_1280_steffiheufelderDer Irbis wird auch Schneeleopard genannt, doch ist er eigentlich gar kein Leopard, obwohl er ihm ähnelt. Sein rauchgraues Fell ist schwarz gefleckt, die Wolle lang und flauschig, besonders am Bauch, wo sie bis zwölf Zentimeter lang werden kann. Der Irbis kommt im Altai, Pamir und Tienschan vor, in Tibet, im Himalaja und in der Mongolei. Im Sommer ist er in viertausend, ja sogar noch in sechstausend Meter Höhe anzutreffen. Im Winter kommt er, den Herden der Huftiere folgend, stellenweise bis auf sechshundert Meter Höhe herunter.
Das Revier eines Irbisses ist groß, andere Artgenossen gelten als Rivalen und werden darin nicht geduldet. Gehen Schneeleoparden gemeinsam auf Jagd, so sind es Männchen und Weibchen oder auch ein Weibchen mit herangewachsenen Jungen. Gewöhnlich halten sie sich im Rhododendrondickicht, auf alpinen Matten und auf kahlen Felsen an der Schneegrenze auf.

snow-leopard-725389_1280_steffiheufelderStundenlang lauert der Irbis auf oder unter einem Felsen Schneeschafen und Wildziegen auf. Ganz allgemein aber ist er ein universeller Jäger: Er schlägt alles, von Mäusen bis zu Yaks. Er schleicht sich an die Beute an und stürzt sich dann in gewaltigen Sprüngen auf sie: Sechs Meter und weiter kann ein Irbis in einem Satz wie ein Vogel über den Boden dahinfliegen.
Irbisse jagen in der Dämmerung und nachts, selten bei Tage. Sic ruhen in Höhlen, in Felsspalten, manchmal sogar in verlassenen Horsten von Geiern auf niedrigen Bäumen. In der Zeit von April bis Juni bringt das Irbisweibchen zwei, drei, selten fünf Junge zur Welt. Die ersten Tage krabbeln diese, eng aneinander geschmiegt, auf der weichen Wolle umher, die die Mutter sich vorher am Bauch ausgezupft und mit der sie die ganze Höhle ausgekleidet hat, was bei Katzen selten ist. Am wehsten bis neunten Tag öffnen sich die Augen der Jungen, und zehnten Tag tappen sie auf unsicheren Beinen umher, ohne jedoch dabei die Höhle zu verlassen.
Der Irbis hat einen sehr langen und sehr buschigen Schwanz, wie kein anderes Raubtier ihn hat. Früher fragte man sich, wozu so ein Luxus wohl gut sei. Doch dann zeigte sich, dass der Natur auch hier kein »Konstruktionsfehler« unterlaufen ist. Wenn Irbisweibchen mit seinen Jungen ruht, presst es diese an sich und bedeckt sie von oben noch mit dem Schwanz wie mit einer Daunendecke. Dort, wo die Irbisse leben, ist es nämlich empfindlich Zwei Monate nach der Geburt verlassen die Irbisjungen zum ersten Mal vorsichtig ihre Höhle. Vor ihrer Behausung empfangen sie die Mutter mit der Beute, sie zanken sich darum und reißen einander die Fleischstückchen weg. Im Juli/August gehen sie der Mutter zusammen auf die Jagd. Kommt der Winter, überlässt die Mutter die jungen Irbisse nicht sich selbst. In der Regel leben sic alle zusammen. Möglicherweise gesellt sich auch der Vater ihnen, im Zoo jedenfalls kümmert er sich um die Kleinen.

snow-leopard-725385_1280_steffiheufelderSeines schönen dichten Felles wegen wird der Irbis überall gejagt. In der Sowjetunion und in Indien ist er zwar schon seit langem gesetzlich geschützt, doch Irbisfelle gelangen trotzdem den Weltmarkt, obwohl die internationalen Handelsorganisa(Ionen dpn Verkauf solcher Felle verboten haben. Der Irbis ist fast so groß wie ein Leopard, ein altes starkes Tier kann fünfundsiebzig Kilogramm wiegen, meist aber bringt der Irbis nur die Hälfte auf die Waage. Körpergröße und einige Besonderheiten stellen ihn in die Nähe der Großkatzen (von Tigern, Löwen und Leoparden), doch hat er auch einiges von den Kleinkatzen. Zum Beispiel schnurrt er, wenn er guter Laune ist, wie es auch Puma und Nebelparder tun. Einige Zoologen bezeichnen Nebelparder, Puma und Schneeleopard als  Kleinkatzen. Heute dürften insgesamt nicht mehr als tausend Irbisse leben.

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