Fauna | Der Hummeltrompeter

Der Hummeltrompeter

An großen Hummelnestern kann man im Sommer am frühen Morgen, etwa zwischen ½4 und 4 Uhr, eine seltsame Beobachtung machen. Da sieht man auf dem Dach des Nests, gerade über dem Flugloch eine kräftige Hummel sitzen, die dort ein kolossales Gebrumme aufführt. Der Volksmund hat das in solcher Weise tätige Tier Hummeltrompeter genannt und wollte damit der Meinung Ausdruck geben, dass es eine Art Torwächter sei, der an jedem Morgen den ganzen Bau durch seinen Lärmruf wecke.
Aber wenn auch diese Anschauung nicht das richtige trifft, so ist die tatsächliche Aufgabe des Hummeltrompeters doch nicht weniger interessant. Er stellt nämlich einen Ventilator dar, der durch sein emsiges Flügelschlagen, das 30 bis 60 Minuten währt, einen Luftstrom aus dem Nest herauswirbelt. Auf diese Weise fördert er aus dem Bau die schlechten Gerüche, schädliche Gase, heiße Luft heraus und bewirkt durch Verringerung des Wasserdampfgehalts eine Kondensation des eingebrachten Honigs.
Es handelt sich hier schon um die Ausübung einer sozialen Tätigkeit, die Handlung eines einzelnen Individuums zum Wohl des Ganzen, also um den Ansatz zu einem Insektenstaat, wie er dann bei den Bienen aufs höchste entwickelt erscheint.

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Piet Marsfeld

Piet Marsfeld studierte Umweltwissenschaften in Lüneburg und engagiert sich seit Jahren im Umweltschutz. Derzeit nimmt er an einem Großprojekt zum Thema Getreideanbau teil. Thema: Weg vom Weizen. Reaktivierung alter Getreidesorten und die Möglichkeiten diese in unserer Ernährung stärker zu integrieren. Dazu hält er sich überwiegend in Griechenland, Ungarn und Schweden auf. Seine Motivation für unser Magazin zu schreiben: Piet ärgert es, dass wir immer mehr den Kontakt zur Natur verlieren. Viele Kinder glauben, dass unser Fleisch schon immer in der Platikverpackung war und können sich nicht vorstellen, dass diese Teil eines Tieres waren. Es ist ihm ein Anliegen uns die Wunder der Natur wieder näher zu bringen und den ein oder anderen zu animieren sich um Umweltschutz zu engagieren, damit wir nicht eines Tages nur noch in Riesenstädten leben und uns von Nahrungspillen ernähren.

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