Der ewige Ernährer – Felix Grauther

Familie - Illustration: Stefan Otte
Familie – Illustration: Stefan Otte

Statistisch lebt der Vater von heute genau gleich wie schon sein Vater. Er arbeitet Vollzeit und trägt den Hauptteil zum Familienbudget bei.
Können Männer nicht abgeben? Wollen sie nicht auf Karriere verzichten? Begreifen sie einfach die Zeichen der Zeit nicht und bleiben in ihren alten Denkweisen verhaftet? Oder sind eigentlich die Frauen zu faul, um etwas mehr zu arbeiten? Wie viel arbeiten denn die Frauen?
Seit 1980 ist der Anteil der arbeitenden Mütter gestiegen. Rund die Hälfte aller Mütter arbeitet, in der Regel etwa einen bis zwei Tage pro Woche. Der Beitrag der Mütter zum Haushalteinkommen erreicht bei nur einem Drittel aller Familien mehr als 25 % des Budgets. Und gerade mal in 7 % aller Haushalte verdient die Mutter mehr als die Hälfte des Einkommens.(Quelle: Statistisches Bundesamt)
Von Faulheit zu sprechen, ist natürlich völlig unangebracht: Die Statistik belegt, dass Mütter und Väter mit kleinen Kindern ziemlich genau gleich viel arbeiten, nämlich insgesamt 70 Stunden pro Woche für häusliche und ausserhäusliche Arbeit. Die Familie organisiert sich solidarisch, aber asymmetrisch.
Die nüchterne Regel ist, dass eine normale Familie das volle Einkommen des Mannes und ein Zusatzeinkommen der Frau braucht, um über die Runden zu kommen. Zu hoch darf das Zusatzeinkommen nicht sein, sonst wird es von Betreuungskosten und höheren Steuern wieder aufgefressen. Es heißt also den Bleistift zu spitzen und genau nachzurechnen.

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