Das Tattoo seines Herrn auf der Brust

Das sowohl glücklich als auch tragische Leben des Bayernkönigs Ludwig II. erscheint wie ein romantisches Märchen aus einer nicht mehr greífbaren Vorzeit. Wenn man die prunkvollen Schlösser Neuschwanstein oder Herrenchiemsee besucht, erinnert man sich, dass sie auf Befehl des künstlerisch begabten Monarchen erbaut wurden. Wenn man eine Wagner-Oper hört, denkt man an die Freund-
schaft zwischen dem Komponisten und Ludwig II. Aber sonst bedarf es schon anderer Hilfsmittel – eines Romans bzw. Films – wenn jene versunkene Epoche wieder lebendig werden soll.

Fritz Schwgler | Vorreiter Ludwig des II.

Das obige Bild zeigt Friedrich Joseph Schwegler, geboren August 1866. Mit 63 Mark Rente verbrachte er seinen Lebensabend im Dorf Seeshaupt am Starnberger See. Schwegler war Vorreiter im königlichen Hofstaat.

Zu Zeiten König Ludwig II. war es üblich, dass die in königlichen Diensten stehenden Männer ihre Treue zum angestammten Herrscherhaus durch eine Tätowierung bezeugten. Der ständig Pfeife schmauchende Senior zeigte jedem, der ihn in seiner Kammer besuchte, mit Vergnügen und Stolz das eintätowierte Konterfei seines Königs auf der Brust.

Auf die Frage nach der Krankheit des Königs soll er mal geantwortet haben: „Na ja, g’spinnt hat‘ er scho‘. Aber heut‘ gibt’s no mehr, de spinnen …«


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